(David Berger) „Unser Kind kommt nicht mehr nach Hause“ – Die Eltern des von einem sich inzwischen in die Psychiatrie eingewiesenen Afghanen erstochenen Marius (22) sprechen. Und sie stellen die Frage, der Merkel, Merz und Co seit Jahren ausweichen.
Eine Woche nach der unfassbaren Bluttat von Trier gehen Thomas und Elke Dick den wohl schwersten Weg ihres Lebens: Sie treten vor eine Kamera und sprechen öffentlich über den Mord an ihrem 22-jährigen Sohn Marius. Was sie im Interview mit NIUS sagen, geht weit über persönliche Trauer hinaus. Es ist der verzweifelte Versuch zweier Eltern, zu verhindern, dass andere Familien dasselbe Schicksal erleiden.
Man muss sich zunächst noch einmal vor Augen führen, was geschehen ist. Der 22-jährige Geschichtsstudent Marius Dick wurde in Trier nach bisherigen Ermittlungen völlig unvermittelt von dem gleichaltrigen afghanischen Tatverdächtigen Sajad M. mit einem Messer angegriffen. Ein Stich ins Herz – kurze Zeit später war der junge Mann tot. Zurück bleiben Eltern, deren Leben von einer Sekunde auf die andere zerstört wurde.
„Mein Kind, mein Kind, mein Marius. Das kann nicht sein.“
Im NIUS-Interview schildern Thomas und Elke Dick den Moment, als zwei Polizisten gemeinsam mit Seelsorgern an ihrer Haustür standen. Vater Thomas erinnert sich an seinen ersten Gedanken: „Marius ist tot? Was? Wieso? Das kann nicht sein.“ Mutter Elke beschreibt ihren Zusammenbruch mit den Worten: „Mein Kind, mein Kind, mein Marius. Das kann nicht sein.“ Noch immer, sagt sie, denke sie ständig, ihr Sohn könne gleich zur Tür hereinkommen und fragen: „Mama, wann gibt’s was zu essen?“ Gerade diese alltägliche Erinnerung macht den Verlust beinahe unerträglich.
Besonders erschütternd ist die Schilderung des Vaters vom Abschied am Sarg seines Sohnes: „Keiner will sein totes Kind im Sarg liegen sehen. Diese Gefühle kann man nicht beschreiben.“ Worte, die jeder politischen Debatte ihre abstrakte Distanz nehmen. Hinter jeder Statistik steht ein Mensch. Hinter jedem Opfer stehen Eltern, Geschwister, Freunde – ein unwiederbringlich zerstörtes Leben.
Die Eltern wollen jedoch nicht bei ihrer Trauer stehen bleiben. Sie verbinden ihren Schmerz mit einem eindringlichen politischen Appell. Thomas Dick fordert die Verantwortlichen auf: „Setzt euch zusammen mit allen Parteien, findet Lösungen und löst diese Probleme umgehend. Hört auf zu schweigen, sondern benennt diese Probleme.“
Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz ihn persönlich angerufen hatte, formuliert der Vater eine ebenso schlichte wie gewichtige Erwartung: „Ich erwarte jetzt natürlich auch, dass er irgendwas bewegt.“ Die Eltern betonen ausdrücklich, sie wollten verhindern, dass weitere Familien ein ähnliches Schicksal erleiden. Ihr Sohn solle nicht umsonst gestorben sein.
Man kann vor Thomas und Elke Dick nur den Hut ziehen. Wer wenige Tage nach der Ermordung des eigenen Kindes überhaupt in der Lage ist, öffentlich vor eine Kamera zu treten, muss eine außergewöhnliche innere Kraft besitzen. Niemand kann ermessen, welche Überwindung dies kostet. Die Eltern hätten jedes Recht gehabt, sich vollständig zurückzuziehen. Stattdessen machen sie ihre tiefste persönliche Wunde öffentlich – nicht für sich selbst, sondern in der Hoffnung, andere Eltern vor demselben Leid zu bewahren.
Diese Haltung verdient Respekt – unabhängig von jeder parteipolitischen Position.
Es muss endlich etwas geschehen
Gerade deshalb drängt sich allerdings auch eine Frage auf, der man nicht ausweichen sollte. Die Familie Dick ist nach eigenen Angaben seit Jahren in der CDU engagiert, vermutlich deshalb auch der Anruf von Merz, der sonst die Opfern und Angehörigen der v.a. von seiner Partei importierten Gewalt mit der bereits von Merkel bekannten Eiseskälte ignorierte. Umso bedrückender wirkt die Erkenntnis, dass der politische Handlungsdruck offenbar erst dann existenziell wird, wenn die Folgen einer seit Jahren kritisierten Entwicklung das eigene Leben, die eigenen Parteifreunde treffen.
Denn seit rund einem Jahrzehnt wird in Deutschland über unkontrollierte Migration, gescheiterte Abschiebungen, überforderte Sicherheitsbehörden und eine wachsende Zahl schwerer Gewalttaten mit Messern gestritten. Seitdem gibt es täglich neue Opfer, immer wieder trauernde Eltern, an offenen Gräbern weinende Kinder und Ehepartner, immer wieder Versprechen der Politik, nun werde sich endlich etwas ändern.
Warum, so muss man fragen dürfen, muss dieses Leid erst die eigene Familie treffen, bevor viele erkennen, welche Folgen politische Fehlentscheidungen im Alltag anderer Menschen längst haben? Diese Frage richtet sich nicht nur an die Familie Dick. Sie richtet sich an viele Bürger, die über Jahre Parteien unterstützt haben, deren Migrationspolitik von Kritikern als mitverantwortlich für die heutige Sicherheitslage angesehen wird. Sie richtet sich an all jene, die Warnungen lange für überzogen hielten – bis aus abstrakten Debatten plötzlich persönliches Schicksal wurde.
Es müsste endlich etwas geschehen!
Gerade deshalb sollte der Appell der Eltern ernst genommen werden. Nicht erst morgen. Nicht nach der nächsten Bluttat. Denn das, was Thomas Dick im NIUS-Interview sagt, ist letztlich der Satz, den unzählige Angehörige von Gewaltopfern in den vergangenen Jahren ausgesprochen haben: Es muss endlich etwas geschehen!
Oder besser: es müsste etwas geschehen. Das wird aber mit Merz & Co nicht geschehen. Und bis die überwältigende Mehrheit in Deutschlang verstanden hat, dass das erst nach einem grundsätzlichen Regierungswechsel möglich ist, wird das große Schlachten weitergehen.
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