(David Berger) Die Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung kommt längst nicht mehr nur von der Opposition. Immer häufiger melden sich Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft zu Wort – und ihre Diagnose fällt vernichtend aus. Nun hat auch der Vorstandsvorsitzende des Chemieriesen Evonik, Christian Kullmann, der deutschen Energiewende ein geradezu katastrophales Zeugnis ausgestellt.
Nach seinen Berechnungen wurden inzwischen rund 1.000 Milliarden Euro für die sogenannte Energiewende aufgewendet – ohne dass die angestrebten Ziele erreicht worden seien. Weder sei die Energieversorgung dauerhaft sicherer geworden noch habe Deutschland damit einen messbaren Einfluss auf das Weltklima erzielt. Für ein Land, das lediglich rund 1,6 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verursacht, sei der wirtschaftliche Preis unverhältnismäßig hoch.
Dass eine derart fundamentale Kritik ausgerechnet von der Spitze eines der größten deutschen Chemiekonzerne kommt, müsste der Bundesregierung erheblich mehr Kopfzerbrechen bereiten als jede Oppositionsrede im Bundestag. Denn die energieintensive Chemieindustrie gehört zu den Branchen, die seit Jahren unter explodierenden Strom- und Gaspreisen leiden. Produktionsverlagerungen ins Ausland und Investitionszurückhaltung sind längst keine theoretischen Warnungen mehr, sondern tägliche Realität.
Energiepolitischer Offenbarungseid
Vor diesem Hintergrund sieht AfD-Bundessprecherin Alice Weidel die Einschätzung Kullmanns als Bestätigung ihrer langjährigen Kritik. Die Energiewende sei zu einem „energiepolitischen Offenbarungseid“ geworden. Deutschland opfere seine industrielle Basis einer ideologisch geprägten Klimapolitik, deren globaler Nutzen in keinem Verhältnis zu ihren wirtschaftlichen Kosten stehe.
Besonders scharf fällt Weidels Urteil über Bundeskanzler Friedrich Merz aus. Dieser sei mit dem Versprechen angetreten, die wirtschaftspolitischen Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren und Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Stattdessen habe sich seine Regierung jedoch in eine enge Zusammenarbeit mit der SPD begeben und deren wirtschafts- und energiepolitischen Kurs nicht nur fortgesetzt, sondern teilweise sogar verschärft.
Die Folgen seien bereits heute sichtbar: Industrieunternehmen bauten Arbeitsplätze ab oder verlagerten ihre Produktion ins Ausland, Investitionen blieben aus, während immer mehr hochqualifizierte Fachkräfte Deutschland den Rücken kehrten. Für viele Unternehmer sei der Wirtschaftsstandort Deutschland inzwischen zu teuer, zu bürokratisch und energiepolitisch zu unsicher geworden.
Reaktivierung und der Ausbau der Kernenergie dringend nötig
Die AfD fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel. Nach ihren Vorstellungen soll die Energiewende in ihrer bisherigen Form beendet, sämtliche CO₂-Abgaben abgeschafft und zu einer technologieoffenen Energiepolitik zurückgekehrt werden. Dazu gehörten insbesondere die Reaktivierung und der Ausbau der Kernenergie, eine langfristig sichere Versorgung mit bezahlbarer Energie sowie deutliche Steuer- und Abgabensenkungen für Unternehmen und private Haushalte.
Ob man diese politischen Forderungen teilt oder nicht – bemerkenswert bleibt vor allem eines: Die schärfste Kritik an der deutschen Energiepolitik stammt inzwischen nicht mehr nur von Oppositionsparteien oder wirtschaftsliberalen Denkfabriken. Sie kommt zunehmend aus den Chefetagen jener Unternehmen, die jahrzehntelang das Rückgrat des deutschen Wohlstands bildeten. Wenn selbst dort inzwischen von einer Billion Euro Kosten und einer fehlgeschlagenen Energiepolitik die Rede ist, dürfte sich die Bundesregierung der Debatte über den wirtschaftlichen Preis ihrer Transformationspolitik auf Dauer kaum noch entziehen können.
***
Dieser Blog ist weiterhin dringend auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen. Wenn Sie helfen könnten, die Finanzierung der Technik sicherzustellen, wäre dies ganz großartig:
Oder per Überweisung auf
David Berger, IBAN: DE44 1001 0178 9608 9210 41 – BIC REVODEB2 – Stichwort: Schenkung
ÜBERWEISUNG (Stichwort: Schenkung)
Entdecke mehr von Philosophia Perennis
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.








