Ein Beitrag von Dr. Viktor Heese

Der DAX brach im Jahresvergleich (schon) um 11% ein und weitere Rückschläge von 10% bis 15% sind zu erwarten. Die Schuldigen haben die politisch korrekten Börsenlaien schnell ausgemacht: Trumps Zollkrieg, Brexit und zuletzt Italien.

Werden bald die ersten Mutigen fragen: Wo bleiben die Migrationsmilliarden, die Kosten der „Energiewende“ oder die Anti-Diesel-Hetze auf dieser Liste? Ist vielleicht Merkels verfehlte Wirtschaftspolitik nicht (mit)schuldig an diesem Debakel?

Deutscher Wohlstand auf Roulettetisch – Kosten der falschen Wirtschaftspolitik fast 5 Bill. €!

Vor einem Jahr schätzte Prof. Osbild die Kosten von Merkels fundamentalistischen Wirtschaftspolitik, die sich anschickt die ganze Welt zu retten und eine Gefahr für unseren Wohlstand bilden, auf 4,8 Bill. €. Den größten Posten bilden dabei nicht die Migrationskosten von rd. 1 Bill. €, sondern die Euro-Rettung (2,8 Mrd. €) und die „Energiewende“ (1 Bill. €). In allen drei Fällen werden vom selbstherrlichen Berlin immer die gleichen vier Fehler gemacht: das alles Ziel ist „alternativlos“ (1), Interessenkonflikte bleiben unbeachtet (2), die Kosten sind irrelevant (3), die Rolle Deutschland und seine Fähigkeiten werden überhöht (4).

Jetzt hat es (endlich?) auch die Wirtschaft erwischt

Die bis dato passive Wirtschaft versteckte sich lange Zeit hinter dem „Primat der Politik“ oder glaubte nicht betroffen zu sein. Mehr noch, einflussreiche DAX-Kapitäne ergriffen dankend aber ohne Not Partei für Berlin, das sie mit Geldern der Steuerzahler und großzügigen Regierungsaufträgen unterstützte.

Banken bekamen ihre EU-Rettungsschirme, Energiekonzerne durften sich bei den Entsorgungskosten billig freikaufen, die unsinnige Migrationsparty zahlen die Kommunen und alles zusammen Otto-Normal-Verbraucher. Das ändert sich augenblicklich. Heute merken viele Konzerne wie machtlos sie gegen die „Abstimmung der Straße“, die rebellierenden Aktivisten, die einknickende/getriebene Politik und die kollaborierenden Medien sind.

Gerichtsurteile ersetzen wirtschaftliche Vernunft und keiner denkt den Verdikten dieser neuen „heiligen Kühe“ mit Gesetzesänderungen entgegen zu wirken („Wir sind ein Rechtstaat!“). Wie müssen sich erst kleine und mittlere Firmen fühlen, wenn sie sehen, wie die Autoriesen oder RWE klein beigeben (müssen)? Wer wird wohl der nächste sein?

Die Börse präsentiert die Rechnung

Börsen besitzen die seltene Gabe echte gesamtwirtschaftliche Gefahren in der täglichen Informationsflut zu erkennen, die der Kleinanleger nicht zu erkennen vermag. Er ist letztendlich für die Kursschwankungen verantwortlich, die Kapitalmarkttrends gestaltet dagegen die Großfinanz.

Diese Geldgeber scheinen heute zu der Erkenntnis gekommen zu sein, dass die deutsche Politik und mit ihr die Wirtschaft es vorläufig „nicht schaffen“ wird, sich dem destruktiven Linksdruck, zu widersetzen. Linke Ideologien, sozialer Unfriede und schleichender Niedergang des Leistungsprinzips (ausufernde Sozialleistungen) waren schon immer Gift für Aktien. 

Die Großfinanz lässt sich durch heutige Pseudo-Begründungen wie Brexit, Handelskriege oder Italiens Schuldenberge – die allesamt keine wirkliche Crash-Masse besitzen – nicht täuschen. Sie wartet die Wirren ab und verlagert ihr Kapital (vorübergehend?) in andere lukrative Anlagemärkte – allerdings jetzt nicht in die von Deutschland dominierten EU. Schlechte Zeiten für den DAX und EuroStoxx50!

Dr. Viktor Heese – Finanzanalyst und Fachbuchautor; www.prwada24.com, www.finanzer.eu

 

15 Kommentare

  1. Mein Eindruck ist, daß der gesamte Westen im Moment lernen muß, sich nicht allzu sehr auf seinen Wohlstand zu verlassen. Der Wohlstand und das Geld sind zeitabhängige Kleber, die sich schnell in Nichts aufösen können und das tun sie gerade. Ludwig Erhard war kein Apostel, sonden ein Wirtschafsapostel, also ein Experte für einen Fachbereich, der aber nicht den Gesamtzusammenhang im Blick hatte. Den hatte nur Adenauer im Blick. Ein richtiger Apostel ist der heilige Paulus und der sagt: Ob ich viel habe oder wenig, ich komme in beiden Situationen zurecht. Er ist innerlich unabhängig davon. Die Deutschen können das mehrheitlich nicht von sich sagen. Wenn sie den Wohlstand verlieren, kommt ihre innere Leere durch und davor haben sie furchtbar Angst!

  2. Mal angenommen, der Autor hätte Recht, sowohl mit seinen Aussagen bzgl. der angeblich wirklichen, Deutschland-spezifischen Ursachen des DAX-Rückgangs als auch der, dass Börsen ein früher Seismograph von wirtschaftlichen Entwicklungen sei, dann folgende Fragen:
    1. Die Eurokrise inkl. Rettungsschirmen war 2010/11, die Energiewende kam 2011, die Flüchtlingskrise eskalierte 2015. Seit dem hat der DAX sich fast verdoppelt (2010/11) bzw. um rd. 10% zugelegt (2015). Wie passt das zusammen?
    2. Warum hat der DAX gerade nach dem Eskalieren des durch die USA losgetretenen Handelskriegs so deutlich an Wert verloren? Und warum dann nicht nur der DAX sondern der Aktienindex vieler Exportnationen auch, wie z.B. der Hang Seng?
    3. Dann der Widerspruch in dem Artikel, dass auf der einen Seite behauptet wird, „Energiekonzerne durften sich bei den Entsorgungskosten billig freikaufen“ um nur ein paar Sätze später zu fragen, wie sich kleine und mittlere Firmen fühlen müssen, wenn selbst „Autoriesen oder RWE klein beigeben müssen“ (und Besitzer von Dieselautos dürften über diese Aussage platzen vor Wut, weigert sich die Regierung doch beharrlich, eine Hardware-Nachrüstung den „Autoriesen“ abzuverlangen?

    Das zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass der Autor mit seiner Analyse nicht nur im krassen Widerspruch zu fast allen führenden Wirtschafts- und Finanzanalysten steht, die die Ursache der DAX-Entwicklung klar im derzeitigen Handelskrieg sehen, sondern auch, dass seine Aussagen in sich selbst höchst widersprüchlich sind.

    • …alle „Experten“ in der Telebörse möchten noch einmal eingeladen werden? „Widerspruch“? Erstes bezieht sich auf den Atomausstieg zweitens auf die Fledermaus ? Bitte genauer lesen. Auch die Publikationsliste des Autors auf amazon könnte weiter helfen.

    • Die wahren Kosten treten langsam zum Vorschein. Die Krisen sind nicht an den von Ihnen genannten Zeitpunkten beendet worden, sondern sie dauern natürlich an. Die Energiekosten explodieren, die Eurokrise tritt wieder zu Tage und von den „Flüchtlingen“ wollen wir garnicht sprechen. Das Urteil des OVGs zu Ungunsten von RWE zeigt deutlich wie es mit der Rechtssicherheit in DE bestellt ist und dieses hat natürlich Auswirkungen auf das Investitionsklima in DE. Die Diesel—Fahrberbote spiegeln das gleiche wieder. Wenn ich nicht mehr sicher sein kann, ob ich aus heutigen Investionen noch Erträge generieren kann, so tätige ich die Investgeg.falls woanders.

    • @Harald S
      „fast allen führenden Wirtschafts- und Finanzanalysten“
      Diese Leute sind Systemlinge und werden nur das sagen was den hiesigen Regierenden genehm ist. Auch die dürfen nur im ÖR auftreten.
      zu 1. So lange wie an einer Krise verdient wird werden die Aktienindizes natürlich steigen.
      zu 2. Wenn einer die Gewichtung in der Weltwirtschaft verändert dann treten natürlich vorher nicht sichtbare Verwerfungen ans Tageslicht die Schuld an den Krisen sind. Die Anleger bekommen dann kalte Füße und ziehen sich zurück.
      zu 3. Die Mittelständler werden schon eh und je gemolken und mit Vorschriften drangsaliert. Lobbyisten haben die so gut wie keine.
      Großkonzerne werden zwar hier und da mal in irgendwelche Schranken verwiesen die dann großspurig verkündet werden aber klamm heimlich wieder relativiert werden zu Gunsten der Großkonzerne. Die haben reichlich Geld und Lobbyisten auch Jobs für abgehalfterte Politiker. Der Mittelstand kann da nicht mithalten.

  3. Alles was LinksGrün ist hat von Wirtschaft eh keine Ahnung. Deren theoretische Grundlagen wurden alle von Theoretikern geschrieben, Marx und Konsorten. Die Wirtschaft unterstützt die nur so lange wie Gewinn dadurch generiert werden kann. Die Theorien dienten nur dazu die nutzlosen Söhne und jetzt auch Töchter, des Mittelstandes, Theoretiker, Geisteswissenschaftler und Studienabbrecher, an die Macht zu verhelfen.

  4. Ich sage es bereits seit einigen Jahren …….

    Die treiben es so weit, dass wir eines Morgens mal aufstehen und alle Banken sind zu.
    Zypern hat schon gezeigt, wie das geht … und uns droht das eben auch.

    Jaja ich weiß, höre öfter … ich sei eine Verschwörungstheoretikerin,
    aber die Menschen würden gut daran tun nicht alles Geld auf den Banken zu belassen, bei der Zinspolitik lohnt sich das auch nicht.

  5. Ich kann mich noch gut an die Gründung unter Herbert Gruhl erinnern. Da wollte man keinen harten Bruch sondern ein langsames zurück zur Vernunft, doch dann kamen die Salonsozialisten mit den verschwobenen Heilsversprechen der Frankfurter Schule.
    Die Epochtimes schrieb dazu von der verschweinischung der Politiker und der Gesellschaft

    • Dass mit irrsinigen Grenzwerten und pingeligster Umsetzung derselben (ganz im Gegensatz z.B. zur italienischen Vorschriftenanwendung) die Autoindustrie einerseits, mittels vorgeschobener Fledermaus und sonstigem Tierschutz eine legitime Nutzung der Braunkohle verunmöglicht wird (RWE) – Zeile eins – noch nicht gemerkt ?
      Und dass unproduktive Migranten (oh we, das klingt ja geradezu rassistisch) Unsummen an Sozialleistungen erhalten (müssen) – völlig unbekannt ? Werter Anonymous, als Troll können Sie hier noch was lernen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here