Gloria von Thurn und Taxis: „Die Brandmauer ist Quatsch“ – Ausgrenzung bis zur Trauerfeier

Gloria von Thurn und Taxis kritisiert die politische Brandmauer und schildert eine gesellschaftliche Ausgrenzung, die bis in Familien hineinreicht. In einem Interview mit Jasmin Dantas Kosubek für Royalworld – Adel & Dynastien erzählt die Fürstin auch, welchen Preis sie selbst für ihre klaren Worte bezahlt.

„Die Brandmauer ist Quatsch“, sagt Gloria von Thurn und Taxis. Nach der mühsamen Überwindung der deutschen Teilung werde nun eine neue, unsichtbare Mauer errichtet. Die Verteufelung der AfD hält sie für falsch: „Die haben doch auch einen Punkt.“ Besonders nachdenklich macht eine Begebenheit, die Gloria über Beatrix von Storch erzählt. Die AfD-Politikerin, eine geborene Herzogin von Oldenburg, habe nach dem Tod eines Onkels einen Brief ihres Familienoberhauptes erhalten. Dessen Botschaft laut Glorias Schilderung: „Bitte komm nicht zur Trauerfeier, wir wollen dich hier nicht haben.“ Ihr Kommentar: „Das hätte es früher nicht gegeben.“

Auf der Trauerfeier für Jacob Rothschild

Auch Gloria selbst berichtet von spürbarer Ablehnung. Bei der Trauerfeier für Jacob Rothschild habe ihr kaum jemand guten Tag gesagt. Sie habe sich gefühlt, als hätte sie gegen einen gesellschaftlichen Kodex verstoßen – weil sie ihre Meinung äußert. Während sie in ihrem gesellschaftlichen Umfeld auf Unverständnis stoße, erlebe sie auf der Straße Zuspruch: „Mensch, Fürstin, Sie haben aber Mut, dass Sie die Sachen sagen, wie Sie sie sagen.“ Über die tonangebenden Kreise fällt ihr Urteil dagegen deutlich aus: „In der High Society, in der Gesellschaft sind alle auf Staatskurs.“

Schweigen kommt für sie dennoch nicht infrage. Sie wolle sich später nicht vorwerfen lassen müssen, den Mund gehalten zu haben. Genau diese Haltung macht das Gespräch sehenswert: Hier spricht eine Frau, die gesellschaftliche Anerkennung kennt – und bereit ist, sie für ihre Überzeugungen aufs Spiel zu setzen.

Das Interview im Video:


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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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