Ein schwerbehinderter jüdischer Mann ist nach Angaben des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Sichert in Neuenburg in der Gemeinde Zetel brutal angegriffen worden. Der Kippa tragende Mann war demnach auf dem Weg zu einem AfD-Stammtisch, als zwei Jugendliche ihn mit einem Messer bedrohten und auf ihn einschlugen und eintraten.
Der in einer Pressemitteilung geschilderte Überfall ereignete sich am 4. November gegen 18 Uhr am Alten Bahnhof. Sichert, Kreisvorsitzender der AfD Friesland-Wittmund, bezeichnet den Vorfall als antisemitischen Mordversuch. Nach seiner Darstellung wurde Anzeige erstattet; ermittelt werde wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Eine unabhängige behördliche Bestätigung lag für diesen Bericht zunächst nicht vor. Laut Mitteilung beleidigten die beiden als deutsche Jugendliche beschriebenen Angreifer den Mann zunächst unter anderem als „Hurensohn“ und „Bastard“. Anschließend bedrohten sie ihn mit einem Messer und brachten ihn durch einen Tritt von hinten zu Fall. Auf den am Boden Liegenden sollen sie gezielt eingeschlagen und eingetreten haben, insbesondere auf Kopf und Gesicht.
Als einer der Angreifer ihm mit dem Messer drohte, ihn zu töten, gelang es dem Mann der Schilderung zufolge, diesen zu Fall zu bringen und wieder aufzustehen. Während der zweite Angreifer weiter auf ihn einschlug, versuchte er, eine Zahnarztpraxis im ehemaligen Bahnhofsgebäude zu erreichen.
Kurz vor der Praxis hielt nach Angaben der Pressemitteilung ein Autofahrer an, stieg aus und redete auf die Angreifer ein. Diese hätten ihre Attacke dennoch fortgesetzt. Der Fahrer habe sich anschließend entfernt, ohne weitere Hilfe einzuleiten. Der Verletzte erreichte schließlich den Praxiseingang, schlug gegen die Tür und klingelte mehrfach. Erst dann hätten die Angreifer von ihm abgelassen und seien geflüchtet. In der Zahnarztpraxis erhielt der Mann medizinische Erstversorgung. Ein Rettungswagen brachte ihn anschließend in die Notaufnahme nach Sanderbusch. Nach Angaben Sicherts ist er außer Lebensgefahr.
Bereits 2023 wegen antisemitischer Bedrohungen aus Berlin fortgezogen
Besonders erschütternd ist die in der Mitteilung geschilderte Vorgeschichte: Der Betroffene sei erst im November 2023 wegen massiver antisemitischer Bedrohungen aus Berlin nach Neuenburg gezogen. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel hätten sich die Anfeindungen innerhalb eines Monats derart zugespitzt, dass er um sein Leben fürchtete. Sichert berichtet von wiederholten Bedrohungen und Vernichtungsaufrufen, Steinwürfen gegen das Haus des Mannes sowie antisemitischen Parolen an dessen Hauswand und in seinem Umfeld.
„Es ist unfassbar, dass ein Mensch, der aus Berlin zu uns geflohen ist, in unserer Region derselben Gewalt ausgesetzt ist“, erklärte Sichert. „Der feige Angriff mehrerer Täter auf einen Schwerbehinderten, nur wegen dessen religiöser Weltanschauung, erschüttert mich zutiefst.“ Der Bundestagsabgeordnete fordert eine konsequente strafrechtliche Verfolgung: „Ich hoffe, dass die Täter für diese menschenverachtende Tat die gesamte Härte des Gesetzes erfahren werden.“
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