(David Berger) Die CDU zerlegt sich selbst, und Angela Merkel möchte offenbar noch ein letztes Mal die Abrissbirne schwingen: Sollte die Union mit der AfD zusammenarbeiten, könnte die Altkanzlerin ihr Parteibuch zurückgeben. Friedrich Merz scheint diese Aussicht mehr zu erschrecken als der fortschreitende Niedergang seiner eigenen Partei.
Wie NIUS unter Berufung auf Vertraute des Kanzlers berichtet, soll Friedrich Merz in internen Gesprächen wiederholt darauf hingewiesen haben, dass Angela Merkel bei einer offiziellen Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD aus der Partei austreten könnte. Die Altkanzlerin habe ihm dies angeblich signalisiert. Ob Merkel tatsächlich persönlich mit diesem Schritt gedroht hat, ist allerdings nicht bestätigt.
Was für eine Drohkulisse! Die Frau, die Deutschland 16 Jahre lang regierte und deren politische Hinterlassenschaft nicht nur die Union bis heute enorm belastet, könnte endlich ihre Mitgliedschaft beenden. Für viele enttäuschte Konservative dürfte das weniger nach einer Katastrophe als nach einem verspäteten Befreiungsschlag klingen. Doch Friedrich Merz, einst als großer Überwinder des Merkel-Kurses gefeiert, scheint inzwischen vor allem eines zu fürchten: dass Mutti böse wird. Ausgerechnet die Frau, von deren Politik er sich einst absetzen wollte, dient ihm nun offenbar als letzte moralische Autorität zur Verteidigung der Brandmauer.
Während die CDU in weiten Teilen Ostdeutschlands politisch abstürzt, klammert sich ihre Führung an eine Abgrenzungsstrategie, die ihr zunehmend selbst zum Verhängnis wird. Am heutigen Montag wollen aufgebrachte Kreisvorsitzende Merz im Berliner Konrad-Adenauer-Haus zur Rede stellen. Besonders pikant: Es sind teilweise dieselben Parteifunktionäre, die Merz einst an die CDU-Spitze verhalfen, weil sie sich von ihm einen Bruch mit dem Merkel-System erhofften.
Die bittere Pointe: Merkel ist längst nicht mehr Kanzlerin. Aber Friedrich Merz führt ihre Politik der Ausgrenzung offenbar so ergeben fort, als müsse er sich jeden Morgen persönlich ihre Erlaubnis zum Regieren abholen. Und sollte Merkel tatsächlich austreten, hätte die CDU wenigstens einmal die Chance, sich von ihrer Vergangenheit zu befreien. Vorausgesetzt natürlich, Merz tritt nicht gleich mit aus.
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