(David Berger) Jahrelange körperliche und seelische Misshandlungen, Demütigungen und Drohungen: Mit einem persönlichen Video hat David Brough, der auf X unter „DavidGegenGoliath“ schreibt, sein Schweigen über seine Schulzeit gebrochen. Er spricht dabei über ein Thema, das in der deutschen Integrationsdebatte gerne umgangen wird: die Rolle des Islam an Schulen. Inzwischen wird sein Bericht auch im Ausland aufgegriffen.
„Ich wurde als Schulkind über Jahre von Muslimen körperlich und seelisch schwer misshandelt“, sagt Brough. Er spreche heute darüber, weil er sich für das Erlebte nicht schämen müsse – und weil er weiß, dass er damit nicht allein ist. Brough wurde im Jahr 2000 eingeschult. Besonders schlimm waren nach seinen Schilderungen die Jahre an einer weiterführenden Schule in Wuppertal. Den Migrantenanteil dort beziffert er auf mehr als 90 Prozent. In seiner Klasse mit rund 30 Schülern seien lediglich zwei Deutsche gewesen.
Eine Schule, in der islamische Regeln den Alltag bestimmten
Rückblickend spricht Brough drastisch von einer „Scharia-Schule“. Natürlich galt dort nicht offiziell islamisches Recht. Doch islamische Regeln und Wertvorstellungen hätten unter den Schülern eine erhebliche Macht entfaltet. Mädchen mit Kopftuch hätten nicht am Schwimmunterricht teilgenommen. Zugleich berichtet Brough von schwerer sexueller Gewalt gegen Mädchen. Auch er selbst wurde zum Ziel. Neben seiner deutschen Herkunft spielte seine bereits damals erkennbare Homosexualität eine Rolle. Unter muslimischen Mitschülern galt sie als „haram“, als religiös verboten. Beschimpfungen, Ausgrenzung und körperliche Gewalt wurden für ihn zur Normalität.
Besonders erschütternd ist seine Erinnerung an einen Besuch der Gedenkstätte Auschwitz. Drei muslimische Mitschüler hätten dort zu ihm gesagt: „Hier hätten wir dich auch getötet.“ Eine jüdische Mitschülerin, so Brough, habe schließlich die Schule wechseln müssen. Deutschenfeindlichkeit, islamische Homophobie, Gewalt gegen Mädchen und Judenfeindschaft waren nach seiner Schilderung keine theoretischen Probleme, sondern Teil seiner Schulwirklichkeit.
Und die Schule? Als Brough sich einem Vertrauenslehrer anvertraute, habe dieser geantwortet: „Wir sind eine Schule der Vielfalt. Die kommen aus einer anderen Kultur. Das musst du akzeptieren.“ Dieser Satz ist fast so verstörend wie manche der geschilderten Übergriffe. Denn Brough erlebte nicht nur die Gewalt muslimischer Mitschüler. Er erlebte Erwachsene, die ihn hätten schützen müssen und stattdessen kulturelle Unterschiede zur Erklärung dafür machten, warum er die Intoleranz anderer hinnehmen sollte.
Was Brough schildert, endet nicht in Wuppertal
Brough erzählt keine Geschichte aus einer längst vergangenen deutschen Schulwelt. Auch heute gehören Konflikte um Islam, Antisemitismus, Geschlechterrollen und den Druck muslimisch geprägter Schülergruppen an manchen Schulen zum Alltag. Gerade aus Berlin wird darüber seit Jahren berichtet. Für deutsche und christliche, aber besonders auch jüdische Schüler, die wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder weil sie sich den Vorstellungen muslimischer Mitschüler nicht unterwerfen, unter Druck geraten, bedeutet das im harmlosesten Fall tägliche Beschimpfungen, Einschüchterungen und Ausgrenzung. Sie erleben in ihrem eigenen Land, was es heißt, kulturell oder religiös plötzlich zur Minderheit geworden zu sein.
Deshalb reicht Broughs Geschichte weit über seine eigene Schulzeit hinaus. Sie gibt auch jenen eine Stimme, die heute ähnliche Erfahrungen machen und häufig schweigen: „Deutschland hat nicht nur seine Kinder aufgegeben“, sagt Brough. Schlimmer noch: „Unsere Kinder werden ihrer eigenen Kultur beraubt.“ Er selbst habe die Regeln des Islam gekannt, bevor er einen wirklichen Bezug zu Deutschland und zu christlichen Werten entwickeln konnte. Erst während seines Studiums habe er sich als Deutscher im eigenen Land „deutsch resozialisieren“ müssen.
Was heute unter dem Schlagwort Islamisierung diskutiert wird, kennt Brough aus eigener Erfahrung. Für ihn bedeutete es, in einer Schule aufzuwachsen, in der die religiösen und kulturellen Vorstellungen muslimischer Mitschüler derart bestimmend waren, dass er die Regeln des Islam früher kannte als die eigene kulturelle Tradition.
Internationale Resonanz
Inzwischen findet Broughs Geschichte auch außerhalb Deutschlands Beachtung. Vor allem englischsprachige Medien griffen seinen Bericht auf. Remix News widmete ihm einen ausführlichen Artikel unter der Überschrift „They hated me because I am German“ und berichtete über die Gewalt und Anfeindungen, denen Brough als deutscher und homosexueller Schüler ausgesetzt war. Dass seine Geschichte international aufgegriffen wird, zeigt zugleich, dass es sich um eine Debatte handelt, die nicht an deutschen Grenzen endet. Ähnliche Konflikte um islamisch geprägte Schulmilieus, Homophobie, Antisemitismus und Geschlechterrollen beschäftigen auch andere europäische Länder.
Nach Veröffentlichung seines Videos hätten Brough zudem zahlreiche Nachrichten von Menschen erreicht, die Ähnliches erlebt hätten. Er spricht deshalb von einer „Generation der Verlorenen“ – Schülern, deren Erfahrungen in der öffentlichen Debatte lange kaum vorkamen. „Viele von uns schämen sich“, sagt er. Genau diese Scham will er durchbrechen: „Wir müssen uns nicht schämen. Wir wurden aufgegeben.“ Brough hat sein Schweigen gebrochen, damit andere ihres ebenfalls brechen. Sein Satz an sie ist einfach: Ihr seid nicht allein. Und an die Politiker: Es ist fünf nach 12. Handelt endlich!
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