(David Berger) Die katholische Kirche in Deutschland präsentiert sich gerne als moralisches Gewissen der Nation. Besonders in der Flüchtlingsfrage hat sie in den vergangenen Jahren kaum eine Gelegenheit ausgelassen, für mehr Aufnahmebereitschaft, mehr Solidarität und mehr Unterstützung von Migranten zu werben. Bischöfe, Hilfswerke und kirchliche Wohlfahrtsverbände traten dabei oft nicht nur als humanitäre Helfer, sondern als millionenschwere politische Akteure auf. Die Frage ist: Wem dient dieses Engagement eigentlich?
Die offizielle Antwort lautet selbstverständlich: den Flüchtlingen. Doch diese Erklärung greift viel zu kurz.
Denn die Kirche befindet sich seit Jahren in einer tiefen Krise. Millionen Mitglieder haben ihr den Rücken gekehrt. Die Kirchenbänke leeren sich, die Glaubwürdigkeit wurde durch Missbrauchsskandale und das komplette Versagen in der Corona-Hysterie erschüttert, und die gesellschaftliche Bedeutung schwindet. In dieser Situation glaubt man, die Flüchtlingshilfe – am besten noch verbunden mit dem seltsamen „Kampf gegen rechts“ – biete etwas, das der Kirche andernorts verloren gegangen ist: moralische Anerkennung und gesellschaftliche Relevanz. Nach dem Motto: „Schaut her, wir sind doch die Guten, habt uns doch wenigstens ein bisschen lieb!“
Dabei geht es keineswegs um kleine Initiativen. Die katholischen Hilfswerke Deutschlands bewegen Jahr für Jahr Hunderte Millionen Euro. Caritas international verfügte 2024 nach eigenen Angaben über rund 105 Millionen Euro für weltweite Hilfsmaßnahmen. Renovabis förderte Projekte mit einem Volumen von 26,4 Millionen Euro. Misereor, Adveniat und weitere kirchliche Organisationen verwalten ebenfalls Budgets in Millionenhöhe. Insgesamt flossen laut Jahresbericht Weltkirche zuletzt rund 595 Millionen Euro deutscher Kirchenmittel in internationale Hilfsprojekte. Selbstverständlich wird mit diesen Geldern vielfach wichtige Hilfe geleistet. Doch wer über solche Summen verfügt, ist längst nicht mehr nur Glaubensgemeinschaft, sondern auch ein bedeutender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Akteur.
Hohe Gehälter für professionelle Flüchtlingsaktivisten
Während immer weniger Menschen den kirchlichen Lehren zu Ehe, Sexualität oder Familie folgen, nur noch ein Bruchteil der katholischen Kirchensteuerzahler überhaupt an Gott und die Erlösung durch Christus glaubt, möchte sich die Kirche auf dem Feld der Migration als Hüterin des Guten inszenieren, noch einen Rest an Nützlichkeit präsentieren. Denn: Wer Flüchtlinge unterstützt, steht gesellschaftlich auf der richtigen Seite. Wer Zweifel anmeldet, wird gerne auch von Kirchenleuten als herzlos oder unsolidarisch abgestempelt. Diese moralische Asymmetrie hat die Kirche nicht erfunden, sie profitiert jedoch von ihr. Und sie schreibt sie gerne fort, obwohl sie der kirchlichen Soziallehre deutlich zuwider läuft. Denn hier gilt als Axiom ein Wort des hl. Augustinus: „Alle Menschen sind zu lieben, aber nicht allen kann man in gleicher Weise helfen. Daher muss man besonders für jene Sorge tragen, mit denen man durch Ort, Zeit, Familie oder andere Bindungen enger verbunden ist.“ (De doctrina christiana I, 28, 29)
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, über den nur selten gesprochen wird. Die Flüchtlingshilfe ist längst ein bedeutendes Tätigkeitsfeld kirchlicher Wohlfahrtsverbände geworden. Die Caritas gehört zu den größten Arbeitgebern Deutschlands. Beratungsstellen, Integrationsprogramme, Sozialarbeit, Unterkünfte und internationale Hilfsprojekte schaffen Arbeitsplätze, sichern Budgets und rechtfertigen immer neue Aufgabenbereiche. Wo große Organisationen entstehen, entstehen zwangsläufig auch Führungsebenen. Leitende Angestellte kirchlicher Hilfswerke verdienen zwar deutlich weniger als Spitzenmanager der Privatwirtschaft, bewegen sich aber häufig in Gehaltsregionen zwischen etwa 75.000 und 150.000 Euro jährlich, teilweise darüber. Das zeigt, dass es sich längst um professionelle Apparate handelt, deren Fortbestand und Wachstum ebenfalls Interessen erzeugen. Institutionen entwickeln Eigenlogiken. Sie leben von Aufgaben, Zuständigkeiten, öffentlichen Zuschüssen und gesellschaftlicher Bedeutung. Wer dauerhaft Teil eines großen Sozialsektors ist, kann kaum völlig frei von institutionellen Interessen agieren.
Ein weiteres Kapitel kirchlicher Scheinheiligkeit
Auffällig ist zudem, dass viele kirchliche Stellungnahmen die Kosten und Konflikte von Migration nur am Rande, meistens aber gar nicht thematisieren. Über Wohnungsnot, Integrationsprobleme, kulturelle Spannungen oder die Belastung kommunaler Haushalte wird geschwiegen, dafür die moralische Pflicht zur Aufnahme zum nicht hinterfragbaren Dogma erhoben. Gänzlich verschwiegen werden auch die mit der Migration in Europa einhergehende Islamisierung des ehemals christlichen Abendlandes sowie die steigende Kriminalität und die zahlreichen Opfer der illegalen Migration. Papst Leo, der auf den Kanaren wissen ließ: „Es ist die Pflicht der katholischen Kirche, Menschen zu schützen“ antwortet ein spanischer Katholik: „Ich stimme dieser Aussage zu. Aber lassen Sie uns sehen. Ein 30 Jahre alter kämpferischer muslimischer Mann braucht keinen Schutz. Europäische Frauen und Kinder brauchen Schutz Die katholische Kirche unterstützt die ersteren auf Kosten der letzteren!“
Der Eindruck entsteht, dass komplexe politische Fragen auf eine einfache politisch korrekte, aber am Ende menschenverachtende Formel reduziert werden: Wer helfen will, ist gut; wer Grenzen fordert, muss sich rechtfertigen – oder wird inzwischen gerne auch als unchristlicher Unmensch beschimpft.
Damit verlässt die Kirche ihren eigentlichen Auftrag. Sie greift aktiv in politische Grundsatzdebatten ein – zugunsten von Parteien, die alles andere als christlich sind. Die Kirche spricht nicht nur einseitig von Nächstenliebe, sie setzt auch ihre eigenen finanziellen Interessen an einer ausufernden Flüchtlingsindustrie über ihren eigentlichen Auftrag. Und beschreibt so ein weiteres Kapitel kirchlicher Scheinheiligkeit, das langfristig gesehen ihren Glaubwürdigkeitsverlust noch weiter fortschreibt.
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