(David Berger) Hubert Aiwanger ist tot. Mit ihm verliert Bayern einen Politiker, der Heimatverbundenheit, bäuerlichen Realitätssinn und den Mut zur unbequemen Meinung verkörperte.
Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident starb am 4. November in Berlin. Er wurde nur 55 Jahre alt. Das bestätigte die bayerische Staatsregierung. Sein plötzlicher Tod hinterlässt Bestürzung und Trauer.
Aiwanger war ein Politiker mit Ecken und Kanten. Seine Sprache war bisweilen derb, sein Auftreten streitbar. Doch gerade darin lag für viele Menschen seine Glaubwürdigkeit: Hier sprach einer, der ihre Sorgen kannte und sich ihrer Lebenswelt verbunden fühlte. Aus konservativer Sicht bleibt sein Gespür für den Wert gewachsener Bindungen. Heimat, Landwirtschaft, Handwerk und Mittelstand waren für ihn tragende Kräfte des Gemeinwesens. Er gab Menschen eine Stimme, die sich von einer zunehmend belehrenden Politik übergangen fühlten. Sein Beharren auf wirtschaftlicher Vernunft und persönlicher Freiheit wird fehlen.
Man musste ihm nicht in jeder Frage zustimmen, um seine Bodenständigkeit und seinen Einsatz anzuerkennen. Aiwanger erinnerte daran, dass Politik den Menschen zuhören muss und dass Fortschritt seine Überzeugungskraft verliert, wenn er deren Alltag aus dem Blick gerät.Jetzt tritt der politische Streit zurück. Unsere Gedanken und Gebete gelten seiner Familie, besonders seinen Kindern. Möge Gott Hubert Aiwanger aufnehmen und seinen Angehörigen Trost schenken.
Herr, gib ihm die ewige Ruhe.
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