Peter Hahne begeistert Hunderte Lebensschützer: „Wir brauchen eine Willkommenskultur für Kinder!“

Standing Ovations für Peter Hahne: Bei einer großen Lebensrechts-Kundgebung im westfälischen Bünde begeisterte der frühere ZDF-Moderator fast 700 Teilnehmer mit einer leidenschaftlichen Rede gegen Abtreibung und für den Schutz ungeborener Kinder. Gemeinsam mit dem Mediziner Prof. Paul Cullen setzte er ein deutliches Zeichen für das Lebensrecht – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Darüber berichtet Felizitas Küble.

Die große Stadthalle von Bünde im östlichen Westfalen war um 19 Uhr prallvoll (etliche Besucher begnügten sich mit einem Stehplatz), als dort am Mittwoch, dem 9. Oktober 2026, eine große Lebensrechts-Kundgebung stattfand. Der Hauptredner Dr. h.c. Peter Hahne erhielt für seine zündende und mitreißende Pro-Life-Rede minutenlangen Beifall im Stehen (siehe Titelfoto). Auch davor brandete vor allem dann starker Applaus auf, wenn sich der Bestsellerautor und ehem. ZDF-Moderator deutlich gegen die Tötung ungeborener Babys aussprach.

Die Veranstaltung wurde von der BVL-Chefin Alexandra Linder (siehe Foto) moderiert, die zu Beginn die 600 bis 700 Gäste begrüßte. Der Ehrenvorsitzende der „Ärzte für das Leben“, Prof. Dr. Paul Cullen (Laborleiter in Münster), hielt ein bewegendes Impulsreferat. Sein Verband sowie die CDL (Christdemokraten für das Leben) in NRW und der BVL (Bundesverband Lebensrecht) organisierten gemeinsam diesen einzigartigen Kongreß in Bünde.  Vor dem Start der Kundgebung signierte Peter Hahne seine Bücher der letzten Jahre, vor allem das jüngste Werk „Warum macht ihr uns kaputt?!“, das riesigen Zuspruch fand. Sein Tisch in der Vorhalle war über eine halbe Stunde lang mit Besuchern belagert und es hätte noch viel mehr Autogramm-Wünsche gegeben, wenn nicht die Zeit für die Veranstaltung gedrängt hätte.

Eine Ökumene für das Leben

Die erste Ansprache hielt der bereits erwähnte Mediziner und katholische Publizist Paul Cullen, die Hauptrede der evangelische Theologe Hahne –  somit wurde eine konservative Ökumene für das Leben praktiziert, die als beispielhaft empfohlen werden kann. Professor Cullen bezeichnete das Thema Lebensrecht als die „bestimmende Frage unserer Zeit“, denn alle anderen Grundrechte setzen das Recht auf Leben voraus: „Es ist somit das erste und wichtigste Menschenrecht.“

Der Redner verwies auf den Königsberger Philosophen Immanuel Kant und dessen Feststellung, der Mensch sei ein „Zweck an sich“ und mit einzigartiger Würde ausgestattet; er darf deshalb nicht als Mittel zum Zweck vereinnahmt werden. Die Heilige Schrift erklärt dasselbe mit Hinweis auf den Schöpfer: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde…als Mann und Frau schuf er sie“ (Gen 9,6).

Cullen erläuterte, der Mensch sei kein Staubkörnchen in einer entfernten Ecke eines kalten und gleichgültigen Universums; sein Dasein habe einen Sinn, einen Zweck und eine Richtung. Dies sollte jeder erkennen und danach handeln. Daher sei die Tötung eines Menschen abzulehnen, auch wenn dies am Anfang oder Ende seines Lebens geschehe.

Das Kind im Mutterleib entwickelt sich nicht „zum“ Menschen, sondern „als“ Mensch

Der Humanbiologe und Arzt stellte fest, „dass der neue Mensch ab dem Augenblick der Verschmelzung von Ei und Samenzelle bereits vorhanden ist“. Das ungeborene Kind entwickle sich von Anfang an „als“ Mensch und nicht „zum“ Menschen.

Cullen erwähnte nach einigen Fakten und Daten zur Abtreibung im Westen auch die derzeit wieder aktuelle Frage der Organspende und übte Kritik an der Definition des Hirntodes „und dessen Gleichsetzung mit dem Tod des ganzen Menschen.“  – Die Widerspruchsregelung sei daher abzulehnen, das Freiwilligkeitsprinzip müsse weiterhin gelten.

Äußerst kritisch befasste sich der Referent mit der Leihmutterschaft, zumal diese auch noch mit dem Abtreibungsproblem zusammenhängt, denn in vielen Verträgen wird im Falle eines behinderten Kindes eine Abtreibung verlangt. Das „kategorische Verbot der Leihmutterschaft“ sei sicherzustellen und dürfe nicht durch eine angeblich „altruistische“ Leihmutterschaft ausgehöhlt werden. Abschließend sagte Prof. Cullen: „Nun möchte ich die  Bühne freigeben für unseren Stargast und Hauptredner Peter Hahne!“

Hahne: Willkommenskultur für Kinder

Der Bestsellerautor stellt seine Rede unter das Leitwort „Rettet die Kinder“: Er würdigte den Einsatz der Lebensrechtler und ermutigte sie darin: „Wir brauchen eine Willkommenskultur für Kinder, für geborene und ungeborene!“ – Verfehlt sei hingegen eine woke Willkommenskultur für Islamisten, Judenfeinde und Gewalttäter.

Auch die Würde von alten, behinderten und kranken Menschen gerate immer mehr unter die Räder, was schon während der Coronakrise verheerende Ausmaße angenommen habe, etwa beim vieltausendfachen einsamen Sterben aufgrund menschenfeindlicher Lockdownmaßnahmen, Impfvorschriften und Aushöhlung von Grundrechten.

Eine wahre, echte Zivilisation könne man daran erkennen, so zitierte Hahne den (von linker Seite sonst gern bejubelte) Politiker Nelson Mandela, wie Staat und Gesellschaft mit ungeborenen Babys und sterbenden Menschen umgehen, ob sie Lebensrecht und Menschenwürde ohne Wenn und Aber schützen oder nicht.

Die Familie als Träger der Zukunft benötige keine billigen Sonntagsreden, sondern wirksame Anerkennung durch die Politik mit praktischer Unterstützung, statt Randgruppen mit Genderwahn und queeren Staatsprogrammen zur „sexuellen Vielfalt“ zu hätscheln und zu begünstigen.

Die Bibel bezeugt uns die Schöpfungsordnung Gottes und seine Zehn Gebote als unfehlbare Richtschnur für unser Leben, zugleich auch als Leitstern für Volk und Staat. Der HERR gab sie uns, damit unser Leben gelingt und seinen Willen entspricht. Gerade das Wort des Ewigen betone immer wieder, daß Kinder ein Segen Gottes sind, ein Geschenk des Himmels. Bereits im Alten Testament werde der Schöpfer in Psalmen und bei den Propheten (wie etwa Jesaja) dafür gepriesen, daß ER den Menschen „schon im Mutterleib“ gestaltet, geliebt und zum Heil berufen hat.

(Foto: Peter Hahne mit David Berger von PP)

Diese biblische Pro-Life-Botschaft könne und solle alle Lebensrechtler in ihrem Einsatz ermutigen und bestärken. Hahne erwähnte im Laufe seiner Rede mehrfach dieses CHRISTLICHE FORUM und würdigte unser Eintreten für Christus und sein Reich.

Unsere Gastautorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das das CHRISTLICHE FORUM  betreibt. Dort erschien der Beitrag auch zuerst.

**

Wir verzichten auf Paywall und aufdringliche Pop-Ups – Bitte vergessen Sie uns trotzdem nicht: Ohne Ihre Hilfe kann hier kein einziger Satz erscheinen:

PAYPAL (Stichwort Schenkung)


Entdecke mehr von Philosophia Perennis

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

Trending

VERWANDTE ARTIKEL