„GLUT“: Neues rechtskonservatives Magazin sorgt mit investigativen Recherchen für Aufsehen

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(David Berger) Mit dem neuen Online-Magazin „GLUT“ wollen Jan A. Karon und sein Team dem rechtskonservativen Journalismus neue Impulse geben. Bereits in den ersten zehn Tagen hat die Redaktion eine beachtliche Zahl investigativer Beiträge veröffentlicht. Dabei geht es um Steuergeldverschwendung, politische Netzwerke, fragwürdige Behördenentscheidungen und die Einschränkung der Meinungsfreiheit.

„Wir definieren rechtskonservativen und zeitgeistkritischen Journalismus neu“, schreibt Gründer Jan A. Karon auf X. Und tatsächlich lässt sich das Programm der neuen Publikation sehen: Statt sich auf Kommentare zum politischen Tagesgeschehen zu beschränken, setzt GLUT auf eigene Recherchen, exklusive Informationen und die Aufdeckung politischer Verflechtungen.

Besonders brisant erscheint eine Recherche über das Hamburger Unternehmen „Fördern & Wohnen“, das unter anderem für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig ist. Nach Angaben des Magazins erhielt eine Geschäftsführerin für lediglich fünf Monate im Amt eine Vergütung von 453.000 Euro. Gleichzeitig dokumentiert die Redaktion, wie stark die Umsätze des städtischen Unternehmens seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 gestiegen sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verwendung öffentlicher Gelder für politisch aktive Organisationen. So berichtet GLUT über den Verein EOTO, der seit 2021 rund 17,1 Millionen Euro an Steuermitteln erhalten haben soll. Aufmerksamkeit erregte der Verein durch eine geplante Schwimmveranstaltung ausschließlich für Schwarze, die wegen angeblicher Bedrohungen abgesagt wurde. Die Polizei habe allerdings erklärt, dass ihr keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung vorgelegen hätten.

Steuergelder für linksradikale Verlage

Auch die staatliche Finanzierung linker Netzwerke, die Rolle politischer Stiftungen und die Vergabe des Deutschen Verlagspreises an linksradikale Verlage werden kritisch untersucht. Hinzu kommen Recherchen über die Zuordnung antisemitischer Straftaten zum rechten Spektrum und über die politischen Hintergründe der Proteste gegen AfD-Veranstaltungen. Mit grundsätzlichen Fragen der Demokratie und Meinungsfreiheit beschäftigt sich ein Interview mit dem Staatsrechtler Dietrich Murswiek. Dieser warnt vor einem „demokratiefeindlichen Ungeist“ und kritisiert insbesondere die Auswirkungen des europäischen Digital Services Act auf die Meinungsfreiheit.

Besonders brisant ist eine weitere Recherche über den Berliner Linken-Politiker Ferat Koçak und die rechtsextreme Anschlagsserie in Neukölln, deren Opfer er selbst wurde. GLUT hat die Ereignisse des Sommers 2020 rekonstruiert und dabei bislang wenig beachtete Verbindungen zur arabischen Großfamilie Remmo aufgezeigt. Demnach befinden sich mindestens zwei Immobilien, die damals mit Hakenkreuzen und rechten Parolen beschmiert wurden und über die Koçak öffentlich berichtete, auf einer Beschlagnahmeliste der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Familie Remmo. Das Magazin verweist zudem auf damalige Einschätzungen, wonach sich die späteren Taten in ihrem Muster von früheren Anschlägen unterschieden hätten. Wer für die betreffenden Schmierereien verantwortlich war, ist damit allerdings nicht geklärt. Die Recherche wirft die Frage auf, ob tatsächlich sämtliche Vorfälle derselben rechtsextremen Anschlagsserie zuzurechnen sind. Zugleich hinterfragt GLUT Koçaks Angaben über den Zeitpunkt seiner Bekanntschaft mit der Familie Remmo. Ein politisch wie kriminalistisch brisanter Komplex, dessen Hintergründe einer weiteren Aufklärung bedürfen.

Das thematische Spektrum reicht darüber hinaus von der Berliner Landespolitik über die juristische Verfolgung umstrittener Parolen bis zur Rückkehr ehemaliger Anhängerinnen des Islamischen Staates nach Deutschland. Auch gesellschaftliche Entwicklungen wie die Folgen künstlicher Intelligenz für den Arbeitsmarkt oder der wachsende Einfluss rechter Strömungen auf die Popkultur finden ihren Platz.

Interessante Neugründung

Nach Angaben Karons wurden die Veröffentlichungen bereits von etablierten Medien aufgegriffen und zitiert. Das zeigt zumindest, dass die neue Redaktion mit ihren Themen über das eigene politische Umfeld hinaus Aufmerksamkeit gewinnen möchte. Dass sie damit eine Lücke im Bereich der alternativen Medien schließt, ist sehr erfreulich. Gerade die Verbindung aus weltanschaulich klarer Positionierung und eigenständiger investigativer Arbeit könnte dem Magazin ein besonderes Profil verleihen. Ob es diesen Anspruch langfristig einlösen kann, bleibt abzuwarten. Der Start jedenfalls macht neugierig.

Weitere Informationen: GLUT-Magazin | Jan A. Karon auf X


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