Sterben Sie endlich! Sie kosten uns zu viel!

271

Was wie die Parole eines menschenverachtenden Regimes klingt, könnte bald als freundliches Sparangebot der Krankenkassen daherkommen. Der Schweizer Gesundheitsökonom Tilman Slembeck schlägt in der NZZ vor, Menschen mit niedrigeren Versicherungsprämien zu belohnen, wenn sie auf lebensverlängernde Behandlungen verzichten.

Wer früher den Weg ins Grab freimacht, spart Geld – sich selbst und vor allem der Solidargemeinschaft. Besonders attraktiv dürfte dieses Angebot für jene sein, die ohnehin jeden Franken bzw. Euro zweimal umdrehen müssen. Der Tod als Geschäftsmodell, die Menschenwürde als Kostenproblem: Ist das die nächste Stufe einer Gesellschaft, die ungeborenes Leben immer leichter zur Disposition stellt und nun auch das Weiterleben der Alten zum Gegenstand finanzieller Anreize macht?

David Berger rechnet in seinem aktuellen Kontrafunk-Kommentar mit diesem neuen Zynismus im Gewand der Gesundheitsökonomie ab.


Entdecke mehr von Philosophia Perennis

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.