„Antifa“-Jagd auf Konservative: „Ich wollte einfach nur ein Schnitzel essen“

(David Berger) Schon wieder trifft es „Gemeinsam Deutschland gestalten“: Nachdem im Juni in Hamburg eine Gruppe aus ihrem Umfeld von Dutzenden Vermummten attackiert wurde, kam es nun in Mannheim zum nächsten Angriff. Ein Handwerker erlitt nach eigenen Angaben einen Armbruch und eine Platzwunde – und ausgerechnet ein Bericht aus dem Antifa-Milieu bestätigt, dass „Antifaschisten“ gezielt auf die Konservativen gewartet hatten.

Es ist ein Satz, der die ganze Absurdität linker politischer Gewalt in Deutschland auf den Punkt bringt: „Ich wollte einfach nur ein Schnitzel essen.“ Gesagt hat ihn ein Heizungstechniker, der am Samstagabend gemeinsam mit Mitgliedern und Freunden der konservativen Initiative „Gemeinsam Deutschland gestalten“ (GDG) auf dem Weg zu einem Restaurant in Mannheim war. Statt dort anzukommen, verbrachte er den Rest des Abends im Krankenhaus.

Nach einem Bericht der Jungen Freiheit wurde die Gruppe gegen 20 Uhr in Höhe der Bonifatiuskirche zunächst von rund 20 vermummten Personen gestellt. Die Angreifer hätten Schlauchschals, Kapuzenpullover und Kappen getragen und die Gruppe mit „Verpisst euch, ihr scheiß Faschos“ beschimpft. Kurz darauf sollen weitere rund 20 Personen hinzugekommen sein. Dann eskalierte die Situation. Nach Angaben eines Betroffenen setzten die Angreifer Pfefferspray und Teleskopschlagstöcke ein. Er selbst habe zunächst Pfefferspray ins Gesicht bekommen. Als er einen Schlagstockhieb mit dem Arm abwehrte, sei dieser gebrochen. Ein weiterer Schlag habe ihn am Kopf getroffen und eine Platzwunde verursacht.

Bis Mitternacht musste der Mann im Krankenhaus behandelt werden. Besonders bitter: Das Opfer ist kein Berufspolitiker oder hauptamtlicher Aktivist, sondern Heizungstechniker. Mit gebrochenem Arm kann er seinen Beruf vorerst nicht wie gewohnt ausüben. Darunter leide nun auch sein Arbeitgeber: „Dass diese Angreifer, diese tolle Antifa, mal weiß, wen sie da angegriffen hat“, sagte der Verletzte der Jungen Freiheit.

„Antifa“ bestätigt: Man wartete auf die Gruppe

Noch brisanter wird der Fall durch einen Bericht auf dem linksextremen Portal Indymedia. Dort wird die Gewalt zwar erwartungsgemäß aus einer völlig anderen Perspektive dargestellt. Doch ein entscheidender Punkt wird bestätigt: Das Zusammentreffen war offenbar keineswegs zufällig. Eine „größere Zahl lokaler Antifaschist“ habe „zwischen Treffpunkt und Brauhaus“ gewartet, heißt es dort. Die rund 20 Teilnehmer der GDG-Gruppe hätten auf offener Straße „umstellt“ werden können. Mit anderen Worten: Die politischen Gegner wurden offenbar nicht zufällig entdeckt. Man wusste von ihrem Treffen, kannte ihren Weg zum Restaurant und wartete auf sie.

Damit erhält die Darstellung der Betroffenen in einem zentralen Punkt ausgerechnet durch die Gegenseite zusätzliche Plausibilität. Die genaue Zahl der Angreifer, der geschilderte Schlagstockeinsatz und sämtliche Verletzungsdetails sind bislang allerdings nicht durch eine öffentlich auffindbare Polizeimitteilung bestätigt. Sie beruhen derzeit auf den Angaben der Betroffenen und dem Bericht der Jungen Freiheit.

Der Vorgang wäre bereits für sich genommen erschreckend. Doch es gibt eine Vorgeschichte. PP berichtete bereits am 22. Juni über einen Angriff auf Personen aus dem Umfeld derselben Initiative. Unter der Überschrift „‚Nazi-Schweine!‘ Fußballfans von Antifa angegriffen, weil sie Deutschland-Fahnen zeigten“ schilderte PP, wie in Hamburg eine Gruppe nach einem gemeinsamen Fußballabend von Vermummten angegriffen wurde. Damals waren wesentliche Teile des Geschehens auch von der Polizei bestätigt worden: Eine etwa zehnköpfige Gruppe wurde von 30 bis 40 dunkel gekleideten und vermummten Personen attackiert. Pfefferspray kam zum Einsatz, Menschen wurden verletzt. Aufgrund von Äußerungen während des Angriffs ging die Polizei von Hinweisen auf eine politische Motivation aus. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Wenn Schnitzelessen schon „Fascho“ist

Nun also Mannheim. Wieder dieselbe konservative Initiative. Wieder eine größere Gruppe Vermummter. Wieder der Vorwurf eines gezielten Angriffs. Und diesmal bestätigt ein Bericht aus dem antifaschistischen Milieu sogar selbst, dass man auf die Konservativen gewartet hatte. Damit stellen sich Fragen, die Polizei und Staatsschutz dringend beantworten müssen. Woher wussten die Mannheimer Angreifer von dem nicht öffentlich angekündigten Treffen? Woher kannten sie Treffpunkt beziehungsweise Weg zum Restaurant? Wer organisierte die Aktion? Und gibt es personelle oder organisatorische Überschneidungen mit dem Hamburger Angriff? Nach zwei derartigen Vorfällen innerhalb von gut zwei Monaten kann man jedenfalls nicht mehr einfach zur Tagesordnung übergehen. Politische Gewalt wird nicht dadurch weniger verwerflich, dass ihre Täter behaupten, auf der „richtigen Seite“ zu stehen.

Wer Menschen wegen ihrer politischen Überzeugungen auflauert, sie einschüchtert oder körperlich angreift, verteidigt keine Demokratie. Er greift eine ihrer elementaren Voraussetzungen an: dass Bürger unterschiedliche politische Auffassungen vertreten können, ohne deshalb fürchten zu müssen, auf dem Weg zum Abendessen von einem vermummten Mob gestellt zu werden. Und hinter dem gern gebrauchten Feindbild vom „Fascho“ stehen am Ende keine abstrakten Figuren, sondern Menschen: Arbeiter, Angestellte, Selbständige, Männer und Frauen, die nach einem politischen Treffen nach Hause oder gemeinsam essen gehen wollen. Der verletzte Heizungstechniker aus Mannheim hat dafür unfreiwillig einen Satz geliefert, der stärker wirkt als jede politische Analyse: „Ich wollte einfach nur ein Schnitzel essen.“

Die Gruppe schreibt auf Instagram: „Wir suchen dringend Zeugen! Wenn ihr den Angriff beobachtet habt oder über Fotos, Videos, Dashcam- beziehungsweise Überwachungsaufnahmen verfügt, meldet euch bitte direkt bei der Polizei: 👉 heidelberg.kd.k6@polizei.bwl.de.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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