(Patrizia von Berlin) Ein neuer Zensor mit Linksdrall schickt sich an, den Kampf gegen die Freien Medien aufzunehmen und, wie in einem schlechten Film, ist er gefährlicher als alle Bösewichter zuvor. Antonio Amadeu Stiftung, „Correctiv“ & Co waren gestern, jetzt kommt „NewsGuard“.

Es begann, wie jede Horrorgeschichte, ganz zivil, unscheinbar und harmlos mit einem Mail an Philosophia Perennis:

NewsGuard ist ein Online-Dienst, der Nachrichtenwebsites anhand von neun Kriterien überprüft und auf ihre Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit hin begutachtet. Der Dienst soll NutzerInnen damit Hinweise geben, wenn sie sich auf nicht vertrauenswürdigen Seiten befinden. Momentan arbeiten wir mit einem Team erfahrener JournalistInnen daran, die Bewertungen für deutschsprachige Seiten zu schreiben.

Aber bereits bei den uns gestellten Fragen war eine klare Stoßrichtung zu erkennen. Warum Dr. Berger keine

„Information, dass Sie der AfD nahe stehen und im Kuratorium der Desiderius Erasmus Stiftung sitzen“

abgibt, wollte man von uns wissen.

Tatsache ist freilich, dass kaum ein Medium seine Standpunkte und Verbindungen so transparent den Lesern offenlegt wie PP. Zahlreiche Artikel und unsere Leitlinien belegen das. Ganz im Unterschied zu Alpenpravda, Spiegel und all den anderen Mainstreammedien Oder haben Sie dort schon einmal bei den Angaben zu den Redakteuren gelesen, wer welches Parteibuch hat?

Woher bekommt Ihr Euer Geld?

Ganz wichtig anscheinend dann die Frage, wer PP finanziere. Wir waren kurz versucht mit „Mossad“ zu antworten, denn es ist eine völlig überflüssige Frage. Denn die Antwort ist bei nichtpublizierungspflichtigen Einzelwirtschaften nicht nachprüfbar. Die Frage zeigt, dass „unser“ NewsGuard-Prüfer Philosophia Perennis überhaupt nicht kennt.

Denn wir erklären immer wieder, dass wir ein Bürgerprojekt sind, Freiwillige ohne Bezahlung mit einem Minimum an Sachkosten, deren Begleichung komplett durch zahlreiche Kleinspender ermöglicht wird. Und weil es gerade angesprochen wurde: Vergelt’s Gott! Wir wissen, was es heißt, wenn uns jemand schreibt, dass er erst im nächsten Monat wieder 5€ frei hat und wir sind von Herzen gerade denen dankbar, die sich ihre 2€, 3€ oder 5€ „abzwacken“ müssen.

Dann aber wird es bei der Anfrage von NewsGuard spannend. Man wirft uns vor:

falsche und/oder falsch dargestellte Informationen oder sehr tendenziöse Darstellungen von Ereignissen oder Tatsachen

zu veröffentlichen. Ziemlich lustig sind dann die Belege für unsere „Fakenews“:

Meine Antwort:

Ich stimme Ihnen zu, dass tagesschau.de, spiegel.de und handelsblatt.com in „zahlreichen Veröffentlichungen“… „falsch dargestellte Informationen oder sehr tendenziöse Darstellungen von Ereignissen oder Tatsachen enthalten“.
Ich gehe davon aus, dass sich dies in einer künftigen Bewertung dieser Seiten durch Ihr Unternehmen widerspiegeln wird.
Aber warum stellen Sie uns in Bezug auf diese Medien die Frage nach unseren Qualitätssicherungen?

Nun, es hat sich wie erwartet aufgeklärt. Denn diese Links werden als Gegenmeinung zu unseren Artikeln verwendet und sollen allen Ernstes belegen, dass wir Fakenews produzieren.

Es geht also um nicht weniger als die Behauptung, NewsGuard wäre mit Hilfe parteiischer Medien in der Lage, sich in den Besitz absoluter Wahrheit zu setzen. Denn dass Medien sich widersprechen ist in einer nichtgleichgeschalteten und für eine demokratische Gesellschaft typischen Medienlandschaft der Normalzustand.

Das aufzuheben bedeutet Gleichschaltung. In einer Demokratie ist aber nur Platz für die offene Debatte, das Ringen um demokratische Mehrheiten. Das Gegenteil ist leider trauriger Teil unserer Vergangenheit: Heimtückegesetz. Es ist auch interessant, welchen Themenkreis sich NewsGuard herausgesucht hat, um uns Fakenews zu unterstellen: Ausnahmslos Artikel aus dem Bereich Illegale Migration/Islam. Und das führt zum nächsten Punkt:

NewsGuard macht sich zur Partei

Das ganze System von NewsGuard ist so angelegt, dass es nicht objektiv sein kann. Dazu unten mehr. Aber bereits der „Prüfungsprozess“ gibt immer wieder Anlass zum Gefühl, dass das Ergebnis bereits vorher feststehen würde und dass wir, als führendes alternatives Medium in Sachen Social Impact, verurteilt werden sollen, nein müssen.

Die „Prüfungskriterien“ sind nicht valide und nicht objektivierbar

Grundsätzliches:

  1. Wahrheit ist im Regelfall bei politischen Themen nicht feststellbar und schon gar nicht so pauschal wie NewsGuard das tut. Die Berufung auf konkurrierende Medien, die selbst jede Menge Artikel publizieren, die man als Fakenews bezeichnen könnte, als Beleg für behauptete Fakenews ist komplett absurd und disqualifiziert NewsGuard zusätzlich.
  2. Die Auswahl der Artikel ist nicht statistisch signifikant und somit nicht repräsentativ. Aus über 8.000 Artikeln in 97 Kategorien wurden uns 4 Artikel aus einem besonders umstrittenen Themenbereich vorgehalten. Dafür gibt es nur ein Wort: Willkür. Das Verfahren ist offen für gezielte Manipulation von Ergebnissen durch Auswahl des Prüfgutes und der Referenzobjekte, also der Medien und Meinungen, die als „wahr“ dargestellt und als Messlatte definiert werden. Das alleine sorgt dafür, dass eine Einstufung durch NewsGuard nicht die Anforderungen an Validität erfüllt und somit keinerlei sachliche Relevanz für sich beanspruchen kann.

Zu den Kritierien von NewsGuard:

  1. Glaubwürdigkeit

    1. „keine regelmäßige Veröffentlichung von Falschinformationen“
      Neben der grundsätzlichen Frage der Wahrheitsfindung könnte das nur über eine quantitativ repräsentative Prüfung erfolgen. Das ist nach Aussage von NewsGuard nicht der Fall. Das wichtigste Unterkriterium misst also nicht, was es behauptet.
    2. „Journalisten recherchieren Informationen verantwortungsbewusst und nach klassischen journalistischen Kriterien“
      „Verantwortungsbewusst“ ist ein nichtobjektivierbares, subjektives Werturteil. „Klassische journalistische Kriterien“ – ein typischer Gummibegriff, den man auslegen kann, wie es gerade opportun ist. Völlig untauglich.
    3. „Unterlaufene Fehler werden regelmäßig richtiggestellt.“
      Ohne Quantifizierbarkeit: untauglich.
    4. „Klare Unterscheidung zwischen Nachricht und Meinung“
      Nach diesem Kriterium wäre der gesamte Mainstream nicht glaubwürdig. Die klassische Trennung wird durch Techniken der Haltungsjournalisten längst ad absurdum geführt. Auch mit einer Auswahl der Nachrichten kann man Meinung transportieren. Wir setzen bei PP auf einen „demokratischen Journalismus“, in dem wir unsere Standpunkte, die wie bei jedem anderen Journalisten das Geschriebene beeinflussen, offenlegen und geben dem Leser so die Chance, das Geschriebene für sich zu bewerten, im Wissen um den Standpunkt der Schreibenden. Ganz anders, als es der Mainstreamjournalismus mit seiner subtilen, auf scheinbare Objektivität getrimmten Propaganda betreibt.
    5. Vermeiden irreführender Überschriften
      Ein weiteres unsinniges Kriterium. Ein Boulevardmedium unterscheidet sich von einem theologischen Fachblatt und das ist gut so. Diversität nennt man das.
  2. Transparenz

    1. „Eigentumsverhältnisse und Finanzierung sowie ideologische Standpunkte werden veröffentlicht.“
      Kennt jemand ein Mainstreammedium, außer den Parteizeitungen, das dieses tut?
    2. „Werbung wird als solche gekennzeichnet“
      Überflüssig, weil Pflicht nach deutschem Recht
    3. „Offenlegen der redaktionell Verantwortlichen, einschließlich möglicher Interessenskonflikte“
      Erster Teil ist überflüssig, weil Pflicht nach deutschem Recht, Teil 2 ist nicht objektiv nachprüfbar.
    4. Informationen über Journalisten
      Kann man machen, aber die Art wie es geschieht, ist in der Praxis nicht objektivierbar, also untauglich. Und NewsGuard liefert für die Untauglichkeit selbst den besten Beweis, mehr im nächsten Absatz.

Summarisch: Der Ansatz ist interessant, bleibt allerdings auf einem vorwissenschaftlichen Bauchgefühl- oder Boulevardniveau stecken. Die Kernbehauptung von NewsGuard …

NewsGuards grüne Label bestätigen die Vertrauenswürdigkeit einer Nachrichtenseite, die
roten Label warnen vor Seiten, die eine versteckte Agenda verfolgen, die Unwahrheiten oder Propaganda verbreiten.

…ist durch den Kriterienkatalog nicht beantwortbar, zumindest nicht annähernd objektiv. NewsGuard setzt sich also selbst dem Verdacht aus, Unwahrheiten oder pure Spekulation über eine Webseite in die Welt zu setzen.

NewsGuard: fest in linken Netzwerken integriert

NewsGuard verletzt zudem offensichtlich die eigenen Prinzipien. Schauen wir uns das anhand eines Beispiels an. Stephan Mündges, Analyst und Redakteur – so sein Profil auf newsguardtech.com:

Stephan Mündges ist freier Analyst und Redakteur bei NewsGuard. Er lebt und arbeitet in Deutschland, arbeitet als Reporter und Redakteur des ZDF und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Journalistik, TU Dortmund.
Stephan Mündges arbeitet momentan auch an seiner Dissertation über den Einsatz von Analytics-Software in Redaktionen.
Zuvor hat er frei für verschiedene Print- und Online-Medien gearbeitet. Er hat Journalistik und Geschichte an der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum studiert.

  • Ein „freier Mitarbeiter“ soll gleichbleibende Qualität sicherstellen? Ein Witz.
  • ZDF? Und den lässt man auf ein Medium los, das hochgradig kritisch gegenüber den GEZ-Medien ist?
  • Er verwendet das Binnen-I. Unser Transteam hat uns sofort darauf hingewiesen, dass es sich um eine transphobe Schreibweise handele, die üblicherweise nur von Gendergläubigen verwendet würde. Was natürlich hochkritisch ist, gerade in Bezug auf die Tatsache, dass Philosophia Perennis -einzigartig in der deutschsprachigen Medienlandschaft- über ein Team von einem halben Dutzend trans- und intersexueller Gastautoren verfügt und diese sehr häufig und sehr explizit die Genderideologie kritisieren.

Philosophia Perennis ist also wie ein rotes Tuch, nein: wie eine ganze Reihe von roten Tüchern und man muss niemandem bösen Willen unterstellen, um hier einen klaren Interessenskonflikt zu erkennen.

Aber es kommt noch besser. Viel interessanter als was bei NewsGuard über Mündges steht, ist was dort nicht steht. „Unser“ Prüfer ist aktiv bei „campfire“ und zwar laut deren Webseite als „Teil des Festival Teams“. Veranstalter dieses mehr als linkslastigen Kadertreffens von Medienschaffenden ist niemand anders als „Correctiv“. Und recherchiert man ein bisschen weiter, dann kann man nachweisen, dass unser -sich objektiv gebender- „Prüfer“ seit mindestens 2012 mit dem Gründer von „Correctiv“, David Schraven in Beziehung steht, wie ein gemeinsamer Artikel in „DER WESTEN“ belegt.

Spätestens jetzt stellt sich die Frage, ob das ein Zufall ist oder ob NewsGuard sich gezielt personell so aufstellt.

Zwei weitere Namen sind schon bekannt: Alina Fichter, die von der linken Zeit zu NewsGuard wechselt und dort nach Medienberichten die Leitung des deutschen Team übernimmt. Daneben taucht noch der Name Florian Meißner auf. Auch hier: „Correctiv“-Fan und entrüstet über den Vorwurf, linke Journalisten würde Gesinnungsjournalismus betreiben.

Da die Mitarbeiter von NewsGuard in Deutschland nicht annähernd transparent und leicht erkennbar gemacht wurden, kann man hier nichts mit hundert-prozentiger Sicherheit sagen: aber einen Hinweis auf ein politisch ausgewogenes Team, sprich auch liberale oder konservative Kollegen bei NewsGuard in Deutschland, konnten wir nicht finden.

Erste „Bewertungen“ – Leitlinie: politisch korrekt?

Wenn man ein intransparentes Gebilde wie NewsGuard vor sich hat, dann greift man am Besten zum Lieblingswerkzeug der Sozialwissenschaftler: man betrachtet NewsGuard als unergründliche „Black Box“ und sieht sich an, welcher Input welches Ergebnis erzeugt.

Wie erwartet? 

Und jetzt der Schenkelklopfer:

Dass der taz erst kürzlich gerichtlich verboten werden musste, Lügen über David Berger zu verbreiten, also ausnahmsweise einmal ein objektives Kriterium vorliegt, scheint NewsGuard nicht zu stören. Bonus für Linksaußen?

Noch ein Beispiel gefällig? Eines der seltenen, das wasserdicht ist, weil Behauptungen zu Grunde liegen, die man ebenfalls objektiv nachprüfen kann? Hier bitte: Ein Artikel der Welt über angebliche Gesetzeskonflikte von AfD-Abgeordneten bekommt den grünen Haken von NewsGuard oben in der Adressleiste neben dem grünen Schloss für eine SSL-gesicherte Datenverbindung:

An dem Artikel stimmt so gut gar nichts. Er wurde zudem nicht korrigiert, als er als Fakenews entlarvt wurde, nämlich durch unseren PP Faktencheck. Aber er trägt die grüne Bewertungsmarkierung von NewsGuard, weil NewsGuard nur die ganze Seite bewertet und nicht einzelne Artikel. Was wiederum die Frage von oben aufwirft, wie man es wagt, eine ganze Seite zu bewerten, wenn man die Inhalte nur sehr willkürlich und selektiv ansieht. Klassischer Bullshit also: viel Rauch, wenig Feuer.

So weit so schlecht und man könnte NewsGuard in die Kategorie der linken Wahrheitsministerien einsortieren, die kein mündiger Leser ernst nimmt. „Correctiv.org“  hat laut alexa.com den weltweiten Rang Nr. 129.886, in Deutschland 5.733. Nur zum Vergleich: PP liegt weltweit auf Platz 23.106, in Deutschland auf 903.

Was nebenbei die Frage aufwirft, warum NewsGuard, die angeblich nur die 150 Topwebsites prüfen wollen, bereits vor Start zu uns kamen. Mir kommt da ein Verdacht – Ihnen auch? „Correctiv“ ist also nicht aus eigenem Können und aufgrund des Einflusses seiner eigenen Leser ein Machtfaktor. Es ist ein Machtfaktor durch den politischen Bereich, weil es aufgrund völlig intransparenter Hinterzimmerdeals über die Macht zur Zensur, direkt oder indirekt verfügt. Und genau das trifft auch hier zu.

NewsGuard: der SA Mann vor dem Eingang

NewsGuard selbst, eine Parallele zu Correctiv.org, ist beim Publikum herzlich erfolglos. Nein, newsguardtech.com ist nach dem objektiven Messinstrument alexa.com sogar noch erfolgloser. Platz 239.265 weltweit und 100.465 in den USA. Der Besucherstrom auf deren Website liegt also auf dem Niveau einer Saharasanddüne um Mitternacht.

Es kommt aber noch schlimmer aus Sicht von NewsGuard: das wenige Interesse bricht auch noch massiv ein. Kein Mensch interessiert sich für NewsGuard. Eigentlich der Tod für ein Internet-Startup.

Warum ist NewsGuard also gefährlich?

Ähnlich wie „Correctiv“ bezieht NewsGuard das Schadenspotential nicht aus selbst erarbeiteter Zustimmung der Internetnutzer, sondern aus der Macht einiger Großkonzerne. Microsoft jubelt den Nutzern der mobilen Version von Edge seit Januar diese Zensursoftware unter. Sie ist nicht deinstallierbar, muss aber derzeit noch aktiviert werden.

Das erinnert fatal an die, seinerzeit durch die EU Behörden gestoppte, wettbewerbsverzerrende Integration des Microsoft Internet Explorers im Betriebssystem Windows. Wie schnell die Möglichkeit einer Deaktivierung weg sein kann, dürfte jedem bewusst sein.

Auch behauptet NewsGuard derzeit keine entstehenden Nutzerdaten zu sammeln. Jeder Besuch einer Website mit aktiviertem NewsGuard führt nämlich zu einer Anfrage bei deren Datenbank und der zur Webseite passenden Anzeige des Zensurlämpchens im Browser des Internetnutzers. Protokolliert man diesen bereits heute anfallenden Datenstrom, dann ergibt sich ein lückenloses Bewegungsprofil des Internetnutzers. Über eine Backdoor für Geheimdienste ist bis jetzt nichts bekannt geworden. In allen öffentlichen Bibliothekscomputern des Staates Hawaii, so berichten US-Medien übereinstimmend, werden die Browser bereits mit NewsGuard bestückt. Ein Alptraum für „Free Speech“, wenn man sich das flächendeckend ausmalt.

Aber es gibt noch weitere Anwendungsmöglichkeiten, über die weltweit in Fachmagazinen spekuliert wird. Neben der Möglichkeit, NewsGuard fest in allen Browser- bzw. Betriebssystemversionen zu verankern, wird vor allem ein Szenario diskutiert:

BrandGuard: wirtschaftliche Vernichtung von Websites inklusive

Im November 2019 kündigte NewsGuard einen neuen Service an: BrandGuard. Dieser Service ermöglicht es Anzeigenkunden Websites aufgrund einer Einstufung durch NewsGuard von einer Anzeigenschaltung auszuschließen. Vollautomatisch.

Ein wirtschaftlicher Vernichtungsfeldzug gegen unpassende Medien liegt damit in der Hand einer intransparenten Firma, die -wie oben gezeigt- mehr als fragwürdige Ergebnisse liefert.

Fatale Einschränkung der Meinungsfreiheit

NewsGuard behauptet nicht zu zensieren. Stöbert man auf deren Webseite, so findet man die Erklärung:

We do not block any news, which would violate free speech values.

Die amerikanische Verfassung, ebenso wie Art. 5 GG würde ein Blockieren nicht erlauben. Aber man hat das Problem gelöst, lässt NewsGuard wissen:

Instead, we simply bring more information to news consumers.

Was auf gut deutsch bedeutet: wir warnen vor Websites, die wir als gefährlich einstufen. Philosophia Perennis hat folglich NewsGuard auf den Konflikt mit dem Grundgesetz hingewiesen.  Denn Art. 5 GG garantiert das Recht

…sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten

„Ungehindert“ ist hier das Schlüsselwort.

NewsGuard verneinte recht lapidar die Existenz des Konflikts. Vielleicht sollte NewsGuard einmal eine von ihr bezahlte Untersuchung durch Gallup lesen. Bei einer roten Zensurlampe brach die Lesebereitschaft um 54%, die Bereitschaft den Artikel zu teilen um fast 2/3 ein. Die Schlussfolgerung ist ganz klar: eine rote Warnlampe stellt de facto eine Zutrittsbarriere dar, bevor der potentielle Leser auch nur eine Zeile gelesen hat. Betreutes Lesen. Orwells „1984“ in der Realität.

Und an etwas Anderes erinnert es noch, hier eine Schilderung der „Welt“ vom 1.April 2013:

Bewusst ging der Schriftsteller zu einem Geschäft, vor dem zwei Braunhemden standen: „Beim Betreten des Ladens sagt der SA-Mann in durchaus höflichem, diszipliniertem Ton: ,Jüdisches Geschäft!’

Und das Bild trifft es. Man muss den Zutritt gar nicht mit Gewalt verwehren, blockieren. Viel charmanter ist es, die Blockierung unterschwellig psychisch, anstatt offensichtlich und physisch zu machen.

Noch einmal ganz unzweideutig: Es geht nicht um das Recht von NewsGuard andere Websites zu bewerten. Und es geht schon gar nicht darum, NewsGuard das Recht abzusprechen, ihre Meinung als Wahrheit zu verkaufen. Das ist deren Recht und von unserer Verfassung geschützt. Und es ist gut, dass es so ist.

Aber: Wer von einer falschen Tatsachenbehauptung betroffen ist, dem steht der Rechtsweg offen. Es ist nicht Sache eines Privatunternehmens diese staatliche Aufgabe zu übernehmen und über Abkommen mit einigen Großkonzernen direkt auf Webseiten Dritter flächendeckend Einfluss zu nehmen.

Kern unserer Ablehnung ist also, dass in dem Zugangswerkzeug zum Internet, dem Browser, eine -augenscheinlich politisch korrekt justierte- offensichtlich wirksame Blockadeeinrichtung angebracht wird. Von einem Privatunternehmen. Mit welchem Rechtsschutz für von dieser Zensur Betroffene? Ich sehe da schwarz. Auch für unsere Freiheit.

Eine Demokratie kennt kein Wahrheitsministerium und braucht auch keines. Nie wieder! Wehret den Anfängen!

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