Christian Lindner (FDP) macht deutlich, warum seine Partei als Opposition und noch mehr als Freiheitspartei hoffnungslos versagt. Ein Kommentar von Patrizia von Berlin.

Die Vielfalt im Land muss als Bereicherung empfunden werden und nicht als Gefahr. Der Weg dahin funktioniert nicht über Schlagbäume, Anti-Islam-Parolen und Kreuze an der Wand, sondern über eine rationale Einwanderungspolitik nach kanadischem oder französischem Vorbild. CL

So Lindner jüngst – Nein, Herr Lindner, ich muss nicht. Im Land des Grundgesetzes kann ich etwas empfinden, ich muss nicht. Und wenn ich liberal bin, dann schon gleich zweimal.

In was für einer Welt leben Sie, Herr Lindner?

Caro G., scheinbar eine Frau im besten Alter, schnittiger blonder Kurzhaarschnitt, sagt, was wir alle erleben (müssen):

Ja genau. Erleben wir ja täglich in unseren Städten. Fragen Sie doch mal die, die schon länger hier leben, ob sie die Bereicherung so toll finden.

Und was fällt Ihnen darauf ein?
„Ja, finden wir toll“ antwortet einer Ihrer Fans und Sie?

Ich weiß nicht, was an sexueller Belästigung oder der Tatsache zu einem Objekt degradiert zu werden oder zu einem minderen Rechtssubjekt herabgesetzt zu werden so lustig ist. Ich sage Ihnen Eines: Für die Betroffenen sicher nicht.

Aber Sie haben Glück. Sie zielen ja auf die „Richtigen“. Es droht Ihnen also kein Medien-Shitstorm wegen Sexismus.

Nicht alles ist eine Bereicherung für Christian Lindner

Aber man kann Ihnen jedenfalls nicht vorwerfen, dass Sie pauschal alles als Bereicherung empfinden. Bei der AfD, so widersprechen Sie einem Post, bei der sehen sie keine Bereicherung.

Islamkritiker sind auch keine Bereicherung für Christian Lindner

„Anti-Islam-Parolen“ finden Sie auch ganz schlimm? Was wollen sie stattdessen hören? Ein Loblied? In einer FDP, in der Radikalmuslime als Kandidaten aufgestellt werden, darf man eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Ideologie wohl nicht mehr erwarten.

Vielfalt, die wirklich eine Bereicherung ist

Jetzt kommen Sie nur in eine Zwickmühle, lieber Herr Lindner. Es gibt sie nämlich, die Vielfalt, die viele von uns als Bereicherung empfinden. Nein, ich spreche nicht von unseren zahlreichen europäischen Nachbarn, die hier leben. Über Selbstverständlichkeiten braucht man kein Wort zu verlieren.

Wir haben in der Tat eine enorme Vielfalt und zwar unter den Islamkritikern, die sie gar nicht mögen: Imad Karim, Ronai Chaker, Jaklin Chatschadorian, Leyla Bilge, Laleh Hadjimohamadvali und viele Weitere, darunter viele, die ihren Namen nicht öffentlich verwenden dürfen. Wie eine Freundin, auf die im Iran ein Todesurteil wartet.

Welche Bereicherung meinen Sie denn, Herr Lindner? Ist es für Sie nur schön bunt, wenn der Islam nicht kritisiert wird? Was machen wir mit den Menschen, die zu uns geflohen sind, weil sie durch diese Ideologie verfolgt wurden?

Weil, wie bei einer Freundin von mir, Kinder aus der Familie entführt und islamisiert wurden? Deren Familie vor vielen Jahren zu uns floh, mittlerweile längst Deutsche sind und sich davor fürchten, was bei uns passiert. „Nie Wieder“ sagen diese Menschen und kämpfen für unsere Werte und verstehen nicht, warum wir Eingeborenen so blind sein wollen.

Und dafür sind Sie, Herr Lindner, mitverantwortlich. Ihre Islamapologetik ist die Lebenslüge der Partei, die sich liberal nennt. Wer sich liberal nennt und für Freiheit und Menschenrechte eintritt, der muss klar Position beziehen.

Und wer das tut, empfindet Menschen als Bereicherung, wenn sie friedvoll und demokratisch gesonnen sind und unsere Werte lieben. So wie die Menschen in meiner Aufzählung. Die aber lassen Sie rechts liegen.

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