Elif Eralp: Erst mit Islamisten-Sympathisanten feiern, dann vor ihnen zittern?

(David Berger) Die mögliche künftige Regierende Bürgermeisterin fürchtet sich vor Hamas-Sympathisanten, mit denen ihre Parteifreunde feiern. Eine politische Groteske, wie sie wohl nur Berlin hervorbringen kann. 

Die Berliner Linke feiert mit Leuten, vor denen ihre eigene Spitzenkandidatin Angst hat. Elif Eralp will ins Rote Rathaus, fürchtet aber offenbar um die Sicherheit ihrer Familie, wenn sie bestimmte Namen aus dem Umfeld ihrer Parteifreunde öffentlich ausspricht. Die Genossen träumen von der Macht über Berlin, während ihre mögliche Regierungschefin schon beim Gedanken an die Kontakte ihrer Parteifreunde kalte Füße bekommt. Erst mit fragwürdigen Gestalten feiern, dann vor ihnen zittern – und anschließend eine Millionenstadt regieren wollen. Willkommen im Irrenhaus Berlin!

Wie der Spiegel berichtet, fürchtet Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp um die Sicherheit ihrer Familie. In versehentlich übermittelten internen Anmerkungen zu einem Interview erklärt sie, weshalb sie den Hamas-Sympathisanten Ibrahim Ibrahim nicht öffentlich beim Namen nennen möchte: „Ich kann mich und meine Familie für den Spiegel nicht in Gefahr bringen.“ Besonders pikant: Ebenjener Ibrahim feierte bei der Berliner Linken in Neukölln und ließ sich mit dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak fotografieren. Die einen feiern mit dem Mann, vor dem sich die andere fürchtet. Und diese Partei möchte Berlin regieren.

Die Linke will den Kapitalismus überwinden, Eigentumsverhältnisse umkrempeln und die Gesellschaft von Grund auf verändern. Aber wenn es darum geht, einen Hamas-Sympathisanten namentlich zu kritisieren, wird es plötzlich gefährlich. AfD-Fraktionschefin Kristin Brinker sieht darin ein alarmierendes Zeichen für die Sicherheitslage Berlins und die Verbindungen innerhalb der Linkspartei. Selbst der frühere SPD-Regierende Bürgermeister Michael Müller wirft inzwischen die Frage auf, ob Eralp unter solchen Umständen erpressbar wäre. Eralps Sprecher verweist auf monatelange Bedrohungen und Empfehlungen der Sicherheitsbehörden. Doch gerade deshalb stellt sich die politische Frage umso dringlicher: Wie frei kann eine Regierungschefin handeln, wenn sie sich aus Angst vor Extremisten nicht einmal traut, deren Namen auszusprechen?

Der Weg zum Kalifat?

Der frühere Sportmoderator Waldemar Hartmann kommentiert die Affäre mit einer drastischen Warnung:

„Welche Vorsehung. Vor sieben Jahren bin ich mit meiner Frau aus Berlin weggezogen. Spätestens jetzt die Erkenntnis: Richtig gemacht. Wenn eine mögliche Regierende Bürgermeisterin in großer Angst vor islamistischen Terroristen lebt, weil sie vorher mit ihnen gemeinsame Sache gemacht hat und jetzt möglicherweise Wechsel eingelöst werden sollen, dann ist der Weg zum Kalifat nicht mehr weit. Das müssen auch die Steigbügelhalter SPD und Grüne wissen.“

Die Berliner Linke will die ganze Stadt umkrempeln, bekommt aber offenbar nicht einmal die eigenen Verbindungen in extremistische Milieus politisch in den Griff. Während ihre Parteifreunde mit einschlägigen Gestalten feiern, fürchtet die Spitzenkandidatin um ihre Familie. In Berlin soll also eine Partei für Sicherheit sorgen, deren eigene Spitzenkandidatin sich nicht sicher fühlt. Vielleicht sollte die Linke erst einmal herausfinden, wer bei ihr eigentlich das Sagen hat – bevor sie das Rote Rathaus übernimmt.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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