„Du bist das einzige Zeichen des Ew’gen über dieser Erde“

Zum 150. Geburtstag Gertrud von le Forts. Eine Würdigung von David Berger

Am 11. Oktober 2026 jährt sich der Geburtstag Gertrud von le Forts zum 150. Mal. Es ist ein Jubiläum, das Anlass gibt, eine der bedeutendsten katholischen Dichterinnen deutscher Sprache wiederzuentdecken. Denn während zahlreiche ihrer literarischen Zeitgenossen ihren festen Platz im kulturellen Gedächtnis behalten haben, ist es um Gertrud von le Fort merkwürdig still geworden. Vielleicht hat dieses Vergessen auch mit der Fremdheit zu tun, die von ihrem Werk für unsere Gegenwart ausgeht. Le Fort spricht von Dingen, deren Wirklichkeit eine weitgehend säkularisierte Kultur kaum mehr voraussetzt: von Gnade und Gericht, Sünde und Erlösung, Opfer und Berufung, Kirche und Vaterland. Und sie spricht davon nicht distanziert, ironisch oder unter dem Vorbehalt moderner Skepsis, sondern mit einer geradezu überwältigenden Ernsthaftigkeit. Ihr Christentum ist keine religiöse Zugabe zu einer ansonsten autonomen Existenz. Es ist jene Wirklichkeit, von der aus alles andere erst seinen Rang und seine Ordnung erhält.

Gertrud Auguste Lina Elsbeth Mathilde Petrea Freiin von le Fort wurde am 11. Oktober 1876 in Minden geboren und starb am 1. November 1971, dem Fest Allerheiligen, in Oberstdorf. Sie entstammte einer protestantischen Familie hugenottischer Herkunft. Aufgrund der militärischen Laufbahn ihres Vaters lernte sie schon früh unterschiedliche Gegenden Deutschlands und Europas kennen. Später studierte sie unter anderem bei dem evangelischen Theologen und Religionsphilosophen Ernst Troeltsch und gab nach dessen Tod seine Glaubenslehre nach ihren Vorlesungsmitschriften heraus. Ihr Weg führte sie schließlich nach Rom und in die katholische Kirche. Dabei verstand le Fort ihre Konversion bemerkenswerterweise nicht als „Übertritt“, sondern als „Eintritt“. Für sie bedeutete dieser Schritt die persönliche Überwindung jener Trennung der Christenheit, unter der sie seit ihrer Jugend gelitten hatte. Gerade dieser Weg macht ihr vielleicht berühmtestes lyrisches Werk so faszinierend.

Die „Hymnen an die Kirche“ – katholisch, bevor sie Katholikin war

1924 erschienen die Hymnen an die Kirche. Sie machten die damals bereits 48-jährige Dichterin mit einem Schlag bekannt. Und sie entstanden vor ihrer Aufnahme in die katholische Kirche. Der Zyklus ist als Zwiegespräch angelegt: Gott antwortet der suchenden Seele durch die Stimme der Kirche.

Man könnte sagen: Die Konversion ist hier dichterisch bereits geschehen, bevor sie äußerlich vollzogen wird. Diese Hymnen sind keine religiöse Gebrauchspoesie. Ihre Sprache erinnert an Psalmen, Liturgie und Mystik. Le Fort spricht von der Kirche in einer Größe, die uns heute fast erschrecken kann. Kirche ist hier nicht zuerst Verwaltung, gesellschaftliche Akteurin oder Gemeinschaft religiös interessierter Menschen. Sie steht sichtbar in der Geschichte und reicht doch über die Geschichte hinaus. Le Fort kann deshalb von der Kirche sagen: „Deine Lehre ist wie eine Feste auf uneinnehmbaren Bergen.“

Das ist ein Satz, der ein Jahrhundert später beinahe provozierend wirkt. Denn die Kirche besitzt ihre Bedeutung bei le Fort gerade nicht dadurch, dass sie möglichst schnell auf jede Veränderung der Gesellschaft reagiert. Sie ist groß, weil sie etwas bewahrt, das die Moden, Ideologien und politischen Systeme überdauert. Das Bild dafür ist von elementarer Kraft: Die Kirche steht wie eine Flamme über der Asche, wie ein Turm in den Wassern. Und schließlich fällt jener ungeheure Satz, der als Leitwort über le Forts gesamter Kirchendichtung stehen könnte: „Du bist das einzige Zeichen des Ew’gen über dieser Erde.“

Darin liegt beinahe eine ganze Ekklesiologie. Die Kirche ist nicht dazu da, von der Welt verwandelt zu werden. Sie soll die Welt verwandeln. Nicht weil ihre menschlichen Vertreter bessere oder vollkommenere Menschen wären, sondern weil ihr etwas anvertraut ist, das sie nicht selbst hervorgebracht hat. Die 2026 in zweiter Auflage erschienene Neuausgabe der Hymnen an die Kirche beim Würzburger Echter Verlag beschreibt deshalb treffend die „befreiende Verwandlung des Menschen durch den Glauben“ als eines ihrer Grundmotive.

Es wäre allerdings ein Missverständnis, in dieser monumentalen Kirchendichtung bloßen Triumph zu sehen. Die Kirche Gertrud von le Forts ist nicht nur die siegreiche, sondern ebenso die betende und leidende Kirche. Sie trägt die Welt vor Gott, gerade dort, wo diese Welt selbst Gott vergessen hat. Und schließlich führt alles zum Kreuz. Die Passionshymnen greifen Motive der Kreuzes- und Liebesmystik auf und sind zugleich tief in der Liturgie der Kartage verwurzelt. Gründonnerstag und Karfreitag, die Entblößung des Altares und die Kreuzverehrung bilden den liturgischen Hintergrund dieser Dichtung.

Hier wird deutlich, was für le Fort Kirche bedeutet: Sie ist nicht die Gemeinschaft der Erfolgreichen, sondern der mystische Leib des Gekreuzigten. Ihre Herrlichkeit ist deshalb ohne das Kreuz nicht zu verstehen. Gerade darin liegt eine eigentümliche Aktualität. Wo die Kirche heute Gefahr läuft, sich selbst hauptsächlich in den Kategorien gesellschaftlicher Relevanz, politischer Wirksamkeit oder medialer Zustimmung zu verstehen, erinnert le Fort an etwas viel Ursprünglicheres: Die Kirche besitzt ihren Sinn nicht darin, den Zeitgeist zu verdoppeln. Sie besitzt ihn darin, Christus in die Zeit hineinzutragen.

„Hymnen an Deutschland“ – Vaterland unter Gott

Neben den Hymnen an die Kirche verdienen zum 150. Geburtstag le Forts besonders die heute weit weniger bekannten Hymnen an Deutschland neue Aufmerksamkeit. Sie erschienen 1931. Bereits vor Jahren haben wir auf Philosophia Perennis an dieses fast vergessene Werk erinnert. Heute erscheint seine Wiederentdeckung vielleicht noch dringlicher. Denn Gertrud von le Fort kennt weder jenen Nationalismus, der die eigene Nation zum höchsten Wert erhebt, noch jene Form nationaler Selbstverachtung, die bereits die positive Rede von Heimat, Vaterland und geschichtlicher Herkunft unter Verdacht stellt.

Ihr Verständnis des Volkes ist ein religiöses. Völker sind nicht Gott. Aber sie stehen unter Gott. Sie besitzen Herkunft, Gestalt und geschichtliche Berufung. Gerade deshalb dürfen sie geliebt werden – und gerade deshalb dürfen sie nicht vergötzt werden. Diese Unterscheidung ist von entscheidender Bedeutung.

Christlicher Patriotismus bedeutet nicht, das eigene Volk für vollkommen zu halten. Im Gegenteil: Nur wer eine Berufung besitzt, kann diese Berufung verfehlen. Nur wer etwas empfangen hat, kann seinem Auftrag untreu werden. Das Deutschland der Hymnen ist deshalb keineswegs das selbstzufriedene Deutschland nationalistischer Selbstbespiegelung. Es ist Deutschland unter dem Anspruch Gottes: ein Land der Sendung, aber auch des Gerichts, der Größe, aber ebenso der Gefährdung. Das Vaterland steht nicht an Gottes Stelle. Es steht vor Gott.

Vielleicht liegt darin eine der stärksten Botschaften Gertrud von le Forts an unsere Gegenwart. Zwischen nationaler Selbstvergötzung und nationaler Selbstverleugnung gibt es eine dritte Möglichkeit: die dankbare, geordnete Liebe. Man kann das Land der eigenen Väter, seine Landschaften und Städte, seine Sprache und Kultur, seine christlich geprägte Geschichte lieben, ohne daraus einen Götzen zu machen. Für le Fort ist Deutschland deshalb niemals nur eine politische oder administrative Größe. Hinter dem geschichtlichen Deutschland steht immer die Frage nach seiner geistigen Berufung. Was geschieht mit einem Volk, wenn es seine Herkunft vergisst? Was bleibt von einer Kultur, wenn sie die Quellen verschüttet, aus denen sie jahrhundertelang gelebt hat? Das sind 2026 keineswegs antiquarische Fragen.

Würzburg: „Du warst wie ein Altar“

Gerade an dieser Verbindung von Heimatliebe und christlicher Geschichtsdeutung führt eine besondere Spur Gertrud von le Forts nach Würzburg – und damit in Geburtsstadt des Verfassers dieser Zeilen, der die ersten Werke Le Forts schon im Alter von 8 Jahren in der Bibliothek seiner Großmutter entdeckte. Es gibt zunächst eine biographische Verbindung: Le Forts Großmutter mütterlicherseits stammte aus Würzburg. Weitaus eindrucksvoller aber ist, dass die Dichterin für die Zerstörung der alten Bischofsstadt Worte fand, die bis heute zu den bewegendsten dichterischen Zeugnissen über deren Untergang gehören.

Am Abend des 16. März 1945 wurde Würzburg durch einen britischen Luftangriff innerhalb weniger Minuten nahezu vollständig zerstört. Die barocke Stadt der Kirchen, Kuppeln und Türme versank im Feuer. Gertrud von le Fort machte daraus ein geradezu liturgisches Bild:

„Du warst wie ein Altar, der Tag und Nacht brannte,
und deine Kirchen lagen da, wie offne Weihgefäße“

Und sie lässt vor dem inneren Auge die Türme der Stadt im Feuer sich neigen, bevor aus dem Untergang ein Bild christlicher Hoffnung hervortritt:

„wie Abendrot gingst du vor unseren Tränen unter, wie Morgenrot
gingst du vor unseren Seelen wieder auf.“

Am Ende steht die trotzige Frage:

„Wer will uns das Geliebte aus der Seele reißen?“

Kaum eindringlicher lässt sich die Katastrophe Würzburgs in Worte fassen. Die katholische Stadt erscheint selbst wie ein geopfertes Heiligtum: die Stadt als Altar, ihre zerstörten Kirchen wie geöffnete heilige Gefäße. Und dennoch bleibt le Fort nicht beim Untergang stehen. Aus dem Abendrot wird Morgenrot. Aus dem vernichteten sichtbaren Bild erhebt sich etwas, das der Zerstörung entzogen bleibt. „Wer will uns das Geliebte aus der Seele reißen?“ – in dieser Frage steckt vielleicht mehr über Heimatliebe als in manchem politischen Traktat. Denn Häuser können zerstört, Kirchen niedergebrannt und Städte in Trümmer gelegt werden. Die Liebe zu dem, was sie bedeuteten, lässt sich nicht bombardieren. Für jemanden, der selbst aus Würzburg stammt, besitzen diese Verse selbstverständlich einen besonderen Klang. Sie zeigen aber zugleich exemplarisch, was Gertrud von le Fort unter Geschichte verstand: Geschichte wird sub specie aeternitatis betrachtet. Das Grauen wird dadurch nicht verharmlost. Aber es erhält auch nicht das letzte Wort.

Die Letzte am Schafott: Die Kraft der Schwachen

Wer aus den Hymnen an Deutschland eine nationalistische Dichterin konstruieren wollte, müsste wesentliche Teile von le Forts Werk ausblenden. Zu ihren berühmtesten Schöpfungen gehört Die Letzte am Schafott, ihre 1931 erschienene Novelle über die Karmelitinnen von Compiègne. Der Stoff wurde später von Georges Bernanos aufgegriffen und durch Francis Poulencs Oper Dialogues des Carmélites weltberühmt. Doch die eigentliche Größe der Erzählung liegt tiefer. Le Fort widerspricht darin einem oberflächlichen Verständnis des Heroischen. Blanche de la Force ist keine geborene Heldin. Sie ist von Angst erfüllt. Gerade an ihr zeigt sich deshalb, dass christlicher Mut etwas anderes ist als natürliche Furchtlosigkeit.

Die Gnade kann sich gerade des Schwachen bemächtigen. Das ist ein zutiefst katholischer Gedanke. Der Heilige ist nicht notwendig derjenige, der von Natur aus am stärksten ist. Das Übernatürliche setzt die Natur voraus, aber es ist nicht mit natürlicher Größe identisch. Die Stunde der äußersten Schwäche kann deshalb zur Stunde der Gnade werden. Auch darin zeigt sich le Forts eigentümlicher Blick auf den Menschen: Sie interessiert weniger, wie groß der Mensch aus eigener Kraft sein kann, als vielmehr, was Gott aus ihm machen kann.

Dieses Motiv begegnet in immer neuen Gestalten: in Das Schweißtuch der Veronika, im Papst aus dem Ghetto, in der Magdeburgischen Hochzeit, in Die Frau des Pilatus oder in Die ewige Frau. Historische Stoffe sind bei le Fort niemals bloße Kulissen. Geschichte wird durchsichtig auf eine Wirklichkeit, die jenseits der Geschichte liegt. Alexander Lohner weist in seinem anlässlich des 150. Geburtstages erschienenen Beitrag in Theologisches zu Recht auf diese Dimension hin. Besonders Der Papst aus dem Ghetto behandelt lange vor den großen kirchlichen Debatten der Nachkriegszeit das Verhältnis von jüdischer Herkunft und christlicher Berufung. Ebenso zeigt Lohner, wie le Fort unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Herrschaft historische Stoffe nutzte, um über Macht, Gewalt, Gewissen und Glauben ihrer eigenen Gegenwart zu sprechen.

Auch ihre Frauengestalten sind niemals bloße literarische Figuren. In ihnen erscheinen Hingabe, Mutterschaft, Jungfräulichkeit, Brautschaft und Stellvertretung als geistliche Kategorien. Schon der Titel ihres 1934 erschienenen Essays Die ewige Frau würde heute vermutlich Irritation hervorrufen. Vielleicht ist gerade das ein Grund, dieses Buch wieder zu lesen. Denn le Forts Welt ist eine Welt vorgegebener Ordnungen. Der Mensch erschafft sich nicht selbst. Mann und Frau, Volk und Kirche, Natur und Gnade, Geschichte und Ewigkeit sind keine beliebig verfügbaren Konstruktionen. Der Mensch findet eine Wirklichkeit vor, deren Sinn er nicht erzeugt hat und auf die er antworten muss.

Barmherzigkeit ohne Aufhebung der Wahrheit

Dabei darf ein Wesenszug le Forts nicht übersehen werden. Die Größe ihrer Begriffe – Kirche, Ewigkeit, Gericht, Volk, Opfer – macht ihre Dichtung keineswegs hart. Im Gegenteil. Alexander Lohner macht in seinem Beitrag auf die zentrale Bedeutung der Barmherzigkeit aufmerksam. Gerade Die Frau des Pilatus zeigt, dass das Böse nicht dadurch überwunden wird, dass der Mensch selbst böse wird. Die Liebe erstreckt sich auch auf Schuldige. Sie hebt Wahrheit und Gerechtigkeit nicht auf, verweigert aber dem Sünder nicht die Möglichkeit der Erlösung.

Hier liegt einer der fundamentalen Unterschiede zwischen christlichem und ideologischem Denken. Ideologien neigen dazu, die Welt in Gerechte und Verdammte einzuteilen. Das Christentum nimmt die Wirklichkeit des Bösen keineswegs weniger ernst – aber es weiß zugleich um eine Macht, die größer ist als die Schuld: die Gnade. Le Fort war deshalb im eigentlichen Sinne keine politische Dichterin. Selbst dort, wo sie von Deutschland, Revolution, Krieg, Verfolgung oder geschichtlichen Katastrophen schrieb, interessierte sie zuletzt eine größere Frage: Was geschieht mit der menschlichen Seele in der Geschichte?

Eine Dichterin, die unserer Zeit fehlt

Vielleicht erklärt gerade dies, weshalb Gertrud von le Fort heute so wenig gelesen wird. Ihre Sprache ist zu groß für eine Kultur, die Pathos fast nur noch ironisch erträgt. Ihr Begriff der Kirche ist zu übernatürlich für einen Katholizismus, der bisweilen Gefahr läuft, sich selbst als religiöse Nichtregierungsorganisation zu missverstehen. Ihre Liebe zu Deutschland ist zu selbstverständlich für ein Land, dem bereits die positive Rede vom Vaterland schwerfällt. Und ihre Rede von Sünde, Opfer, Gnade und Erlösung widerspricht einer Kultur, die den Menschen zunehmend auffordert, sich selbst zum Maßstab seiner Wahrheit zu machen.

Gerade deshalb brauchen wir Gertrud von le Fort. Sie gehört zu jener beinahe versunkenen katholischen Geisteswelt des 20. Jahrhunderts, in der Literatur und Theologie, Schönheit und Wahrheit noch selbstverständlich aufeinander bezogen waren. Sie musste den Glauben nicht banalisieren, um ihn dem modernen Menschen nahezubringen. Sie traute vielmehr dem modernen Menschen zu, sich von der Größe des Glaubens ergreifen zu lassen. Dass ausgerechnet der Würzburger Echter Verlag ihre Hymnen an die Kirche zum Jubiläumsjahr in zweiter Auflage zugänglich hält, ist daher eine erfreuliche Fügung. Wer Gertrud von le Fort zum 150. Geburtstag ehren will, sollte sie deshalb nicht nur würdigen.

Er sollte sie lesen. Ihre Bücher gehören nicht ins Museum einer vergangenen katholischen Kultur. Sie stellen Fragen an uns. Was ist uns heilig? Was bedeutet uns die Kirche? Können wir unser Vaterland lieben, ohne es zum Götzen zu machen – und ohne uns seiner zu schämen? Glauben wir noch daran, dass die Gnade stärker sein kann als menschliche Schwäche? Und gibt es für uns noch etwas, das die Macht des Todes übersteigt? Gertrud von le Fort antwortete darauf mit ihrer ganzen Dichtung. Vor hundert Jahren besang sie die Kirche als etwas, das mitten in den Strömungen der Zeit steht und dennoch nicht von ihnen fortgerissen wird. Und deshalb soll am Ende jener Vers stehen, der vielleicht wie kein anderer das geistliche Vermächtnis dieser großen deutschen Katholikin zusammenfasst: „Du bist das einzige Zeichen des Ew’gen über dieser Erde.“

Am 11. Oktober 2026 wäre es höchste Zeit, diese Stimme wieder zu hören.


Literaturhinweis: Wichtige biographische und werkgeschichtliche Anregungen verdankt dieser Beitrag auch dem lesenswerten Aufsatz von Prof. Dr. Alexander Lohner, „Zum 150. Geburtstag der Schriftstellerin Gertrud von le Fort“, erschienen in Theologisches. Lohner bietet einen konzisen Überblick über Leben, Konversion und literarisches Werk der Dichterin und arbeitet insbesondere deren christliches Geschichtsverständnis, ihre Auseinandersetzung mit den totalitären Erfahrungen des 20. Jahrhunderts sowie das Motiv der Barmherzigkeit heraus. Der vorliegende Beitrag setzt demgegenüber bewusst eigene Schwerpunkte bei den Hymnen an die Kirche, den Hymnen an Deutschland und le Forts besonderer Beziehung zu Würzburg.

Die „Gertrud von le Fort-Gesellschaft zur Förderung christlicher Literatur e.V.“ hält bis heute das wertvolle Erbe der Dichterin lebendig. Hier können Sie mehr zu deren Arbeit erfahren: Gertrud von le Fort-Gesellschaft.

Die zweite Auflage der Hymnen an die Kirche. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gundula Harand, die im Würzburger Echter-Verlag erschienen ist, können Sie hier bestellen: ECHTER-VERLAG.

***

Philosophia Perennis bemüht sich die Erinnerung an große deutsche Dichter und Dichterinnen aufrecht zu erhalten, die sonst in Vergessenheit zu geraten drohen. Wenn Sie das unterstützen wollen, dann können Sie das hier mit einem Klick: 

PAYPAL (Stichwort Schenkung)

Oder per Überweisung auf

David Berger, IBAN: DE44 1001 0178 9608 9210 41 – BIC REVODEB2 – Stichwort: Schenkung

ÜBERWEISUNG (Stichwort: Schenkung)


Entdecke mehr von Philosophia Perennis

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

Trending

VERWANDTE ARTIKEL