32 Kinder, drei Frauen, krimineller Clan: Was mitten in Leipzig möglich ist

(David Berger) Bis zu 1.000 Menschen rechnet das sächsische Landeskriminalamt inzwischen dem syrischen Clanmilieu im Raum Leipzig zu. Besonders im Fokus steht eine Großfamilie, deren Oberhaupt mindestens 32 Kinder haben soll. Fast zwei Drittel der Kernfamilie sind nach Angaben des LKA bereits wegen Straftaten aufgefallen.

Ein aktueller Bericht der „Bild“-Zeitung sorgt für Aufsehen: Ein syrischer Clan-Chef in Leipzig hat nach Angaben der Ermittler mindestens 32 Kinder und 25 Enkel. Nach islamischem Recht soll er mit mindestens drei Frauen verheiratet sein. Die AfD griff den Fall am Sonntag auf und stellte vor allem die Kosten für den deutschen Sozialstaat in den Mittelpunkt. Hinter der spektakulären Zahl verbirgt sich allerdings eine Geschichte, die weit über die Frage nach Kindergeld hinausgeht.

Bis zu 1.000 Personen im Leipziger Clanmilieu

Das Landeskriminalamt Sachsen beobachtet seit längerem die Entstehung krimineller Strukturen innerhalb syrischer Großfamilien. Raiko Märtins, Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität beim LKA, beziffert das entsprechende Milieu im Raum Leipzig inzwischen auf 700 bis 1.000 Personen. Vier Familienverbände stehen besonders im Fokus der Ermittler, rund 130 Personen sind bereits polizeilich wegen Straftaten bekannt. Das Deliktsspektrum reicht von Gewalt- und Drogendelikten über Geldwäsche und Steuerstraftaten bis zu Schleusung, Urkundenfälschung und Sozialleistungsbetrug.

Besonders auffällig ist die von den Medien anonymisiert als „Familie A.“ bezeichnete Großfamilie. Sie umfasst mehr als 60 Personen. Ihr Oberhaupt hat laut LKA mindestens 32 Kinder; hinzu kommen mindestens 25 Enkel. Fast zwei Drittel der Kernfamilie seien bereits strafrechtlich beziehungsweise polizeilich aufgefallen. Ein Leipziger Amtsrichter sprach in einem Verfahren von einer „Parallelgesellschaft ohne jedes Integrationsbemühen“.

Vier Tote – und weitere Straftaten

Zu den Söhnen des Familienoberhauptes gehört der inzwischen als „King Bilal“ bekannt gewordene Bilal A. Im März 2023 geriet der damals 18-Jährige ohne Führerschein mit einem Mercedes auf der B87 bei Eilenburg in den Gegenverkehr. Vier Menschen im Alter zwischen 67 und 72 Jahren starben. Das Amtsgericht Eilenburg verurteilte ihn zu dreieinhalb Jahren Jugendstrafe. Auch danach geriet der junge Mann erneut mit dem Gesetz in Konflikt. Gegen die Verurteilung wegen des tödlichen Unfalls hatte er zunächst Berufung eingelegt, zog diese jedoch kurz vor dem für November 2025 angesetzten Prozess zurück. Damit wurde das Urteil rechtskräftig.

Auch Halbbrüder Bilals wurden wegen schwerer Straftaten verurteilt oder aktenkundig. Einer erhielt nach einem Drogengeschäft mit rund fünf Kilogramm Crystal Meth eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren. In seinem Fahrzeug fanden Ermittler zudem Messer und einen Baseballschläger.

Besonders alarmierend sind die Aussagen des LKA über das Verhältnis dieser Strukturen zum deutschen Rechtsstaat. Märtins beschreibt gegenüber Medien eine ausgeprägte Abschottung der Familien. Clanmitglieder sagten nicht gegeneinander aus, Verfahren seien deshalb bereits gescheitert. Seine Einschätzung fällt drastisch aus: „Die akzeptieren unsere Justiz nicht, die setzen auf eigene Friedensrichter.“ Das Problem beschränkt sich damit aus Sicht der Ermittler nicht auf einzelne Kriminelle. Es geht um familiäre Strukturen, deren Loyalitätsregeln mit der staatlichen Rechtsordnung konkurrieren. Sachsen reagierte darauf bereits 2023 mit einer „Task Force Clan“, in der unter anderem LKA, Bundespolizei, Zoll und Finanzbehörden zusammenarbeiten.

Sozialbetrug als Teil des Geschäftsmodells

Brisant ist auch die finanzielle Seite. Das LKA nennt Sozialleistungsbetrug ausdrücklich als eines der Deliktsfelder. Märtins beschreibt Fälle, in denen unterschiedliche Namensvarianten den Behörden die Zuordnung von Personen zu Großfamilien erschweren. Das LKA versucht deshalb, Jobcenter und andere Behörden über die tatsächlichen Familienstrukturen zu informieren. Daher ist es müßig – wie in linksdominierten Netzwerken (treads) darüber zu diskutieren, ob die Familie jetzt exakt 100.000 Euro Kindergeld erhält. Es geht darum, wie sich mitten in einer deutschen Großstadt Strukturen etablieren konnten, bei denen das LKA von organisierter Kriminalität, Sozialleistungsbetrug und eigener Paralleljustiz spricht und ein Richter eine „Parallelgesellschaft ohne jedes Integrationsbemühen“ konstatiert. Wenn Ermittler inzwischen von bis zu 1.000 Personen im syrischen Clanmilieu allein im Raum Leipzig ausgehen, handelt es sich längst nicht mehr um einige wenige problematische Einzelfälle. Es ist ein Problem, dem der Rechtsstaat entschieden begegnen muss. Falls das seine Vertreter noch wagen bzw. es noch nicht längst zu spät ist.

**

Wenn Sie mithelfen wollen, dass PP auch weiterhin migrationskritisch berichten kann, dann können Sie uns hier unterstützen:

hier mit einem Klick:

PAYPAL (Stichwort Schenkung)

Oder per Überweisung auf

David Berger, IBAN: DE44 1001 0178 9608 9210 41 – BIC REVODEB2 – Stichwort: Schenkung

ÜBERWEISUNG (Stichwort: Schenkung)


Entdecke mehr von Philosophia Perennis

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

Trending

VERWANDTE ARTIKEL