Umfrage-Schock für Merz: AfD baut Rekord-Vorsprung vor der Union weiter aus

(David Berger) Für die Union entwickeln sich die jüngsten Umfragewerte zu einem politischen Albtraum. Während die AfD in mehreren Erhebungen neue Höchststände erreicht, rutscht die CDU/CSU weiter ab, bei YouGov sogar auf 20 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Parteien ist inzwischen so groß wie nie zuvor gemessen worden, der Kipppunkt scheint erreicht.

Besonders brisant: Friedrich Merz hatte versprochen, die AfD im ersten Jahr seiner Kanzlerschaft zu halbieren, will mal halbstark politische Stabilität und einen Aufbruch herbeireden, mal weinerlich über die Faulheit der Bevölkerung klagen. Längst ist die große Mehrheit der Bevölkerung davon überzeugt, dass man von einer Koalition regiert wird, die ihre Versprechen bislang weder einlösen kann noch will.

Nach den neuesten Zahlen kommt die Union nur noch auf rund 20 Prozent Zustimmung, während die AfD ihren Vorsprung deutlich ausbaut. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits seit Wochen zu beobachten ist. Die Partei von Alice Weidel profitiert offenbar von der anhaltenden Unzufriedenheit mit der Bundesregierung und der wirtschaftlichen Lage des Landes. Gleichzeitig gelingt es der Union immer weniger, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Gefangen im Brandmauer-Irrsinn

Vor allem Bundeskanzler Friedrich Merz steht zunehmend unter Druck. Seine persönlichen Beliebtheitswerte befinden sich laut mehreren Umfragen auf einem Tiefstand. Selbst unter Anhängern der Union wächst die Skepsis gegenüber seinem Kurs. Die Hoffnung vieler CDU-Wähler, mit Merz werde nach Jahren der Orientierungslosigkeit wieder ein klarer konservativer Kompass sichtbar, hat sich nicht erfüllt. Und wird sich unter Merz auch nicht erfüllen: zu sehr hat er sich im Brandmauer-Irrsinn verfangen.  Die Union versucht seit Monaten, die AfD durch scharfe Abgrenzung und moralische Appelle zurückzudrängen.

Doch die Umfragen deuten darauf hin, dass dieser Ansatz kaum Wirkung entfaltet. Im Gegenteil: Je stärker die Debatte um die AfD geführt wird, desto mehr scheint die Partei davon zu profitieren. Viele Wähler nehmen die ständige Warnung vor dem politischen Gegner inzwischen eher als Ausdruck eigener Ratlosigkeit wahr. Und es setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, die Elon Musk schon vor der letzten Bundestagswahl den Deutschen ins Stammbuch schrieb: „Alleine die AfD kann Deutschland noch retten!“

Wann wird die Union Merz in die Wüste schicken?

Für die schwarz-rote Koalition ergeben sich daraus erhebliche Schwierigkeiten. Die Regierungsparteien erreichen gemeinsam nur noch Werte, die für eine stabile parlamentarische Mehrheit kaum ausreichen würden. Gleichzeitig bleiben alternative Bündnisse kompliziert oder rechnerisch unsicher. Die politische Landschaft fragmentiert sich weiter, während die AfD ihre Stellung als stärkste Oppositionskraft festigt.

Spahn & Co werden uns nun beschwichtigend zutwittern, dass Umfragen Momentaufnahmen und keine Wahlergebnisse sind. Dennoch lassen die Daten einen klaren Befund zu: Die AfD gewinnt seit Monaten an Zustimmung, während die Union unter Friedrich Merz immer mehr an Bindekraft verliert. Für den Kanzler wird die Lage zunehmend heikel, aber wie Merkel klebt er fest an seinem Kanzlersessel. Dass Merzel im Unterschied zu Merkel aber alles andere als eine Machtgarantie ist, könnte ihm in einer Partei, deren einziges Ideal noch die Macht ist, den Kopf kosten.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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