(David Berger) Neue Plagiatsvorwürfe gegen Mario Voigt. Der Plagiatsfall ist noch viel größer als gedacht: ein neues Gutachten spricht von 125 weiteren Fundstellen. Selbst Mainstreammedien sprechen davon, dass die neuen Vorwürfe „schwerwiegend“ sind. Obwohl es spätestens jetzt geboten wäre, wird Voigt nicht zurücktreten.
Der österreichische Kommunikationswissenschaftler und sogenannte „Plagiatsjäger“ Stefan Weber hat neue Vorwürfe gegen den thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt erhoben. In einem am 20. Mai veröffentlichten Gutachten wirft Weber dem CDU-Politiker vor, in seiner Dissertation weitere 125 Plagiatsstellen verwendet zu haben. Nach Angaben Webers steigt die Zahl der beanstandeten Textpassagen damit auf insgesamt 265.
Das neue Gutachten wurde nach Angaben mehrerer Medien im Auftrag der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag erstellt und vorgestellt. Weber bezeichnete den Fall bei der Präsentation als „schwerwiegenden Plagiatsfall“ sowie als „Betrugsfall“. Zudem äußerte er Zweifel an der wissenschaftlichen Arbeitsweise im empirischen Teil der Dissertation.
In der Pressemitteilung auf seinem Blog formuliert Weber die Vorwürfe deutlich schärfer. Dort heißt es:
„Der Plagiatsfall ist noch viel größer als gedacht.“
Weiter schreibt Weber:
„Mario Voigt, Thüringens Ministerpräsident von der CDU, kämpft um sein politisches Überleben. Wie macht er das? Indem er der Bevölkerung die Unwahrheit sagt. Mehrfach.“
Nach Darstellung Webers habe die CDU zunächst erklärt, es gebe „überhaupt keine Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten“. Später sei argumentiert worden, „der wissenschaftliche Kern“ der Arbeit sei nicht betroffen. Auch das weist Weber zurück.
Schlimmer als bei Schavan
In der Mitteilung führt Weber außerdem aus:
„Ein neues Gutachten im Auftrag der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag zeichnet das Bild eines Ministerpräsidenten, der in seiner Doktorarbeit auf deutlich mehr Seiten als die CDU-Politikerin Annette Schavan abgeschrieben hat.“
Und weiter:
„Eine weitere Rekonstruktion von uns zeichnet das Bild einer Person, die schon seit mindestens 20 Jahren plagiiert.“
Die Technische Universität Chemnitz hatte bereits Anfang 2026 entschieden, Voigt den Doktortitel zu entziehen. Dagegen legte der CDU-Politiker Widerspruch ein. Nach Angaben seines Anwalts wird die Begründung des Widerspruchs derzeit noch ausgearbeitet.
Voigt selbst hatte zuvor erklärt, der „wissenschaftliche Kern“ seiner Dissertation sei von den Vorwürfen nicht betroffen. Weber widerspricht dieser Darstellung ausdrücklich. In seiner Veröffentlichung schreibt er:
„Und auch das ist eine Unwahrheit, wie wir nun zeigen konnten.“
Voigt muss spätestens jetzt zurücktreten
Bereits seit 2024 beschäftigt der Fall Politik und Öffentlichkeit. Damals hatte Weber zunächst 46 mutmaßliche Plagiatsstellen gemeldet, später entdeckte er 140 Fundstellen in der Dissertation sowie weiteren Auffälligkeiten in anderen Veröffentlichungen Voigts. Die Technische Universität Chemnitz hatte Mario Voigt den Doktortitel am 28. Januar 2026 aberkannt. Voigt kündigte unmittelbar danach an, juristisch gegen die Entscheidung vorzugehen. Nach den neuesten Erkenntnissen dürfte der Ausgang des Verfahrens zuungunsten von Voigt jedoch ausgehen.
Unterstützung erhält Voigt dabei noch immer von der gleichgeschalteten Presse, allen voran von der FAZ. Diese poltert im auch dort immer mehr um sich greifenden anti-jounralistischen Propgandastil: „Es geht der Höcke-Truppe vielmehr darum, das Thema wieder an die Öffentlichkeit zu zerren, um den Ministerpräsidenten in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken: als jemanden, der charakterschwach sei, lüge und betrüge. Es ist das altbekannte perfide Spiel der AfD, auf das leider viel zu viele Bürger hereinfallen.“
Was der komplett abgestürzten Zeitung entgeht: Politik ohne geistige Ehrlichkeit untergräbt die Grundlagen der Demokratie. Dieser Vorgang lässt keinen Raum mehr für Relativierungen oder weitere Ausreden. Nach der Aberkennung des Doktortitels und angesichts der nun bekannt gewordenen gravierenden neuen Vorwürfe ist ein Verbleib im Amt des Ministerpräsidenten nicht länger tragbar. Ein Rücktritt wäre die einzige noch glaubwürdige Konsequenz, wenn politische Integrität und Wahrhaftigkeit wieder gelten sollen. Da jedoch beide Tugenden bei Voigt, der sich menschlich und moralisch komplett disqualifiziert hat, und auch in seiner Partei praktisch nicht mehr vorhanden sind, dürfen wir diesen Schritt ausschließen.
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