„Gefahr für das Haus“: Julian Adrat Zugang zum Bundestag verweigert

(David Berger) Der Publizist Julian Adrat, nicht nur engagiert in der Berliner AfD, sondern auch bekannt als Künstler, Buchautor und Journalist – sorgt mit einem Beitrag in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. Nach eigenen Angaben sei ihm am Eingang des Deutschen Bundestages überraschend der Zutritt verweigert worden. In seinem Facebook-Post schildert Adrat einen ungewöhnlichen Vorgang bei der Sicherheitskontrolle und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen.

Demnach habe er gemeinsam mit einem Bundestagsabgeordneten aus Sachsen-Anhalt etwa eine Stunde in der Sicherheitsschleuse gewartet, während eine sogenannte Zuverlässigkeitsprüfung durchgeführt worden sei. Mitarbeiter vor Ort hätten ihm erklärt, einen derartigen Fall „noch nie erlebt“ zu haben. Schließlich seien zwei Polizeibeamte erschienen und hätten ihm mitgeteilt, er gelte als „Gefahr für das Haus“. Außerdem bestehe die Befürchtung, er könne sich nicht an die Hausordnung halten und stelle eine potenzielle Sicherheitsbedrohung dar.

Adrat zeigte sich darüber nach eigener Aussage fassungslos. Er habe die Entscheidung hinterfragt und darauf verwiesen, bereits mehrfach problemlos Zugang zum Bundestag erhalten zu haben. Zudem sei er „ein völlig unbescholtener Bürger“. Nach einem weiteren internen Telefonat sei die Entscheidung jedoch bestätigt worden. Der Publizist erhielt nach eigener Darstellung den Namen und Dienstgrad des verantwortlichen Beamten, bevor er das Gebäude verlassen musste.

„Jetzt bist du auf dem Radar“

In seinem Beitrag bezeichnete Adrat den Vorfall als „einer Demokratie unwürdig“ und sprach von möglicher „politisch motivierter Schikane“.

Unterstützung erhielt er in den Kommentaren unter anderem von dem Berliner AfD-Politiker David Eckert. Dieser vermutete einen Zusammenhang mit früheren Protestaktionen und Plakaten vor dem Bundestag (Adrat kandidiert für die AfD in der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhasu). „Jetzt bist du auf dem Radar“, schrieb Eckert und äußerte Sorge über mögliche Entwicklungen im bevorstehenden Wahlkampf. Wörtlich erklärte er: „Wo Recht der Willkür weicht, verabschiedet sich Demokratie.“

Eine offizielle Stellungnahme des Deutschen Bundestages oder der Bundestagspolizei zu dem geschilderten Vorfall lag zunächst nicht vor. Gründe für Sicherheitsentscheidungen werden von den Behörden in der Regel aus Sicherheits- und Datenschutzgründen nicht öffentlich erläutert.

Die nächste Stufe?

In den vergangenen Jahren hat die Bundestagsverwaltung mehrfach Hausausweise oder IT-Zugänge verweigert. Besonders bekannt wurden Fälle aus 2025 und 2026, in denen mehreren Mitarbeitern der AfD-Fraktion der Zugang zum Bundestag untersagt wurde. Die Begründung lautete jeweils, es gebe „sicherheitskritische Erkenntnisse“ oder die Gefahr, dass der Zugang „zu verfassungsfeindlichen Zwecken missbraucht werden könnte“. Die bekannten Fälle betrafen aber meist dauerhafte Hausausweise oder Mitarbeiterzugänge nach Sicherheitsüberprüfungen. Der von Julian Adrat geschilderte Fall klingt eher nach einer kurzfristigen Besuchsverweigerung trotz Begleitung durch einen Abgeordneten. Solche öffentlich bekannt gewordenen Fälle sind deutlich seltener.

Es gibt außerdem keine öffentlich bekannte Regel, nach der Menschen allein wegen einer AfD-Nähe generell keinen Zutritt zum Bundestag erhalten würden. Der Bundestag verweist offiziell stets auf individuelle Sicherheitsprüfungen und konkrete Erkenntnisse. So können hier linkspolitische Motivation und bewusst unverhältnismäßige Auslegung von Sicherheitsbedenken fröhlich Urständ feiern.

Der Fall Adrat wäre daher nicht völlig beispiellos, aber in seiner konkreten Form ungewöhnlich – vor allem, da tatsächlich keine strafrechtlichen oder sicherheitsrelevanten Erkenntnisse gegen ihn vorliegen. Eine Stellungnahme der Bundestagsverwaltung oder Bundestagspolizei liegt öffentlich bisher nicht vor.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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