Mittwoch, 5. Oktober 2022

Polizist (?) zum Einsatz gegen Regierungskritiker: „Menschlichkeit war gestern…“ (Update)

(David Berger) Derzeit macht ein Video mit schockierenden Aussagen von Polizisten im Dienst die Runde. Während eine Demonstrantin abgeführt wird, fallen Aussagen wie: „Menschlichkeit war gestern.“ oder: „Wir führen hier nur Befehle aus.“ Ob diese Aussagen von Polizisten stammen, ist inzwischen allerdings fraglich (Update!)

Nein, dieses Video steht nicht repräsentativ für unsere Polizei. Erst vor Kurzem stand ich am Rand eines kleinen Montagsspaziergangs, es kam zum erfreulichen Wortwechsel mit einem Demonstranten, der den strategisch benutzten Verfolgungswahn Fesers vor rechtsradikalen Verschwörungen thematisierte.

Ich spontan, sicher etwas unüberlegt und mit fränkischer Rustikalität zu dem mutigen Demonstranten: „Das ganze Politikergesocks, das uns die Grundrechte stiehlt und unsere Verfassung bricht, muss vor Gericht!“ – worauf der Polizist, der das mitbekam, mich anlächelte und zustimmend nickte. Auch zahlreiche der zustimmenden Zuschriften, die ich erhalte, stammen seit Start des Blogs vor mehr als sechs Jahren von Polizisten.

UN-Beauftragter für Folter richtet strenge Mahnung an Deutschland

Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille: Die Polizeieinsätze gegen völlig friedliche, teilweise alte oder behinderte Demonstranten der Kundgebungen gegen die Corona-Diktatur, für unser Grundgesetz und die darin verbürgten Grundrechte, die in aller Welt für Verwunderung sorgten und selbst den UN-Beauftragten für Folter auf den Plan riefen: „Der langjährige UN-Sonderberichterstatter für Folter, Melzer, hat den Umgang Deutschlands mit Polizeigewalt kritisiert. Der Experte wirft den Behörden Systemversagen und Unverhältnismäßigkeit bei Einsätzen vor. Videos von Zwischenfällen bei Corona-Protesten in Berlin hatten Melzer dazu gebracht, die Bundesregierung um eine Stellungnahme zu bitten.“ (Quelle)

Freilich ohne dass man eine Gesinnungsänderung bei den zuständigen Politikern feststellen konnte – ganz im Gegenteil ist deren Angst vor einem angeblichen „Wutwinter“ und angesichts ihres kompletten Versagens im Hinblick auf die drohende Katastrophe so groß, dass man bereits verbal so sehr aufrüstet, dass Schlimmstes zu befürchten ist.

„Wir führen nur Befehle aus“

Ob die Antworten der Polizisten in folgendem Video, das derzeit die Runde macht, wirklich ernst gemeint oder zynisch sind, ist schwer zu beantworten. (eine Frage, die man bei den angeblichen, meist von interessierten linksextremen Politikern und Medien komplett herbeigeredeten rechtsextremen Umtrieben in der Polizei und Bundeswehr nicht stellt!).

Update 20.09.22: Inzwischen schreibt einer der PP-Leser sogar: „Das Video ist von Miro aufgenommen worden. Er hat dazu vor kurzem via Telegram Stellung bezogen und sich von der aktuellen Verbreitung distanziert, weil es nicht die Polizisten sind, die antworten sondern ein anderer Teilnehmer von der Seite.“

Sollte das so sein, wirft das Video weniger ein Licht auf unsere Polizei, sondern zeigt vielmehr, dass gelegentlich auch auf der Seite der Querdenker auf kontraproduktive, unredliche Weise gearbeitet wird. Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall. PP wurden immer wieder derartige Videos angeboten, immer gelang es uns, diese im Vorfeld auszusortieren. Diesmal ist das vielleicht schief gegangen. Deshalb löschen wir den beitrag hier nicht, sondern recherchieren weiter. Der PP-Leser, der uns diese Info geschickt hat, hat inzwischen seinen Account gelöscht, was weniger für seine Glaubwürdigkeit spricht.

Quelle: Twitter

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.

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