Spaltung: Was Corona nicht geschafft hat, vollendet die Ukraine-Krise

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Kriegstreiberische Parolen auf einer "Friedensdemo"? (c) Screenshot YT

(David Berger) Zwei Jahre Corona-Kriegszustand und nun die Ukraine-Krise: Beides droht den Widerstand gegen eine Umwandlung unseres demokratischen Rechtsstaates in ein totalitäres Regime weiter zu schwächen; und so unsere letzte Hoffnung zu zerstören, nämlich dass bessere Zeiten die Hölle des „great reset“ verhindern könnten.

Die Nerven liegen blank: Zwei Jahre hat man uns unter dem Vorwand einer Epidemie wie Zwingerhunde mit Maulkorb eingesperrt und mit einer sadistischen Willkür wie Labor-Ratten behandelt.

Und nun der Ukrainekrieg, der bei uns den Corona-Krieg auf einer anderen Ebene fortführt. Aber mit analogen Mitteln:

Die machtgierigen und geldgeilen Politiker, die die Situation verängstigter und verunsicherter Bürger missbrauchen, um ihre Macht zu erhöhen und Vorhaben umzusetzen, für die sie sonst nie eine Mehrheit bekommen hätten oder im Knast gelandet wären. Die großen Medien, die zu reinen Propagandaorganen verkommen und mit dem perfiden Werk der einflussreichen Politiker in einem immer schneller rundenden, reziprok kausalen Teufelskreis tanzen. Wie ungeimpfte Prominente an den Pranger gestellt wurden, so werden nun Künstler und Sportler, die nur ihrer Berufung nachgehen, gemobbt und rausgeworfen, wenn sie sich nicht auf die „richtige Seite“ der Kriegsparteien stellen. Inzwischen wurden auch ganz normale Angestellte russischer Herkunft aus Betrieben gefeuert, russsischstämmige Jugendliche aus Jugendgruppen hinausgeworfen. Aber wenn selbst die „Bild“ auf ihrem Sender mehr oder weniger deutlich einen Mordaufruf an Putin veröffentlicht, wer wundert sich da noch?

Was bei Corona die klickträchtige Panikmache ist, das wird im Ukrainekonflikt die unverhohlene Kriegstreiberei. Und eine erschreckend große Mehrheit der deutschen Bevölkerung tanzt mit, scheint sich an den Phantasien eines totalen Kriegs aufzugeilen.

Die Russen sind die neuen Ungeimpften

Grautöne oder gar die bunte Vielfalt, die Multikultifanatiker einst propagierten und von der Liberale nur träumen konnten, gibt es nun nicht mehr, sondern nur noch Feindbilder. Bestimmte Menschengruppen werden zu Ungeheuern erklärt, vom sozialen Leben ausgeschlossen, dürfen bestimmte Restaurants und Läden nicht mehr betreten, Ärzte verweigern ihnen die Behandlung usw. Und so sind über Nacht die neuen Ungeimpften die Russen geworden.

Dies zeigt sich nun auch in der ohnehin stark bedrängten Gruppe der freiheitlich gesinnten Regimekritiker, die als „Spaziergänger“ ganz Deutschland beeindruckten und die ich noch vor wenigen Wochen für die große Hoffnung im Hinblick auf eine längst überfällige gesellschaftliche und politische Wende gehalten habe.

Ulrich van Suntum: „Stolz darauf, die Putin-Freunde endlich los zu sein!“

Doch die scheinen sich nun angesichts des Ukraine-Konflikts kräftig gegenseitig zu zerlegen. Nur ein Beispiel: Professor Ulrich van Suntum, der für Aufsehen sorgte, als er 2020 als Direktkandidat für die AfD bei der Kreistagswahl im Kreis Coesfeld antrat und in Sachen Covid19 als eine der wichtigsten Stimmen der Vernunft gilt, twitterte gestern Abend:

„Die Zahl meiner Follower sinkt in den letzten Tagen, und ich bin froh darüber und stolz darauf, die Putin-Freunde endlich los zu sein!“

Ein „Marces E.“ springt ihm bei:

„Mir sind in den ersten sieben Tagen des Krieges auch über 500 Follower entfolgt. Ich kann damit gut Leben. Putin ist ein Kriegsverbrecher und bei dieser Meinung bleibe ich auch. Dieser Krieg ist mit nichts zu rechtfertigen.“

Noch heftiger tönt ein Steinhöfel:

„Noch ein völlig durchgeknallter Nazi, der dem Kriegsverbrecher mit wirren Thesen die Stiefel ableckt,“ …

…wenn er sich über den rumänisch-deutschen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider äußert. Tillschneiders Vergehen: Er hatte auf auf einer Demo „für Freiheit und Frieden“ in Querfurt gesagt: „Wir haben kein Interesse an einer Konfrontation, wir haben Interesse an Frieden und Freundschaft mit Rußland!“ Und: „In diesem Fall gilt, wie so oft in der Geschichte, dass der Angreifer nicht der eigentliche Agressor ist. Russland ist von der NATO umzingelt.“ Harter Tobak sicher in Zeiten, in denen man „russischen Zupfkuchen“ und Wodka aus Kufhausregalen entfernt und Chefärztinnen sich weigern, russische Patienten zu behandeln.

„Gratulation an Ihren Altersstarrsinn“

Die sog. Putinfreunde freilich kontern nicht weniger pazifismusfremd: So ein „Robbie“, der Suntum antwortet:

„Weil Sie die Geschichte der sukzessiven Übernahme nicht verstanden haben. Bin froh Sie blockieren zu können.“

Ähnlich ein Andre von Alpigien:

„Wen Sie los werden, das sind die Freunde des Friedens, der Menschlichkeit, des hist. Denkens und des Denkens überhaupt – Gratulation an Ihren Altersstarrsinn.“

„Früher war mehr grau. War schöner.“

Und doch gibt es sie auch noch, die Wenigen, die zum Dialog im Interesse des Friedens und der Freiheit mahnen. So fragt der Twitter-User „Pareto“: Warum heute immer dieses schwarz-weiß denken? Früher war mehr grau. War schöner.“

Und Peter Schell twittert van Suntum zu: „Ich werde Sie nicht entfolgen, da Sie hier schon sehr viel Gutes und Richtiges geschrieben haben. Ich bin was den Ukrainekrieg betrifft nicht Ihrer Meinung.“

Ich habe mich bei PP – sehr zur wütenden Enttäuschung eines früheren Mitarbeiters – von Anfang an geweigert, in diesen virtuellen Bürgerkrieg einzusteigen. Schon vor vielen Jahren, im Herbst 2017 hatte ich anlässlich der Diskussionen um die Flüchtlingskrise, in einem Artikel für „telepolis“ geschrieben:

Vom virtuellen Bürgerkrieg

„Die Stimmung ist angeheizt, die Nerven liegen bei vielen bloß und schon eine „falsche Frage“ kann zu heftigen Ausfällen führen. Die Angst vor einem Bürgerkrieg in Deutschland wird im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise immer wieder als Menetekel an die Wand gemalt. Ob die Befürchtungen angebracht oder einfach eine Masche sind, um eine bestimmte Position in der Flüchtlingsdebatte zu stärken, indem man Ängste anheizt, kann ich nicht sagen.

Aber ein anderer Eindruck verstärkt sich bei mir zunehmend: Der virtuelle Bürgerkrieg ist längst ausgebrochen. Würde man die Aussagen in den sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, ernst nehmen, wäre schon die Hälfte aller Menschen, die sich derzeit in Deutschland aufhalten, nicht mehr am Leben. So schnell kann man nicht schauen, wie man zum Faschisten erklärt wird …“

Und am Ende des Artikels (man tausche Flüchtlinge durch „Ungimpfte“ oder „Russen“ aus): „Kurzum, das Internet wird wieder für jene kriegerischen Anliegen genutzt, für die man es einst erfand, der virtuelle Bürgerkrieg ist längst im vollen Gange und greift auf das reale Leben über. Mit den Flüchtlingen und den Aufgaben, die wir im Namen der Menschlichkeit zu bewältigen haben, hat das alles nichts mehr zu tun. Ganz im Gegenteil: Dieser Bürgerkrieg verhindert, dass endlich wirksam und konsequent geholfen wird und rationale Lösungen emotionale Betroffenheiten ablösen. Zensuren und Denkverbote werden dieses Problem nicht lösen, sondern nur ein rasches aktives Handeln, das der derzeitigen Bundesregierung keiner mehr zutraut.

Unser Feind ist nicht der Russe, sondern der „great reset“

Und so altmodisch das klingen mag: eine neue Kultur des Pazifismus. Ob die Menschen dafür noch die Kraft und die charakterliche Stärke haben, weiß ich nicht.

Vielleicht müssen wir auch erst ganz gewaltig gegen die Wand laufen, bis wir aufwachen.“ – soweit meine Zeilen aus dem Jahr 2017.

Bleibt mir aus heutiger Sicht nur noch zu ergänzen: Unser Feind ist weder Corona, noch Ungeimpfte, noch die die sich angesichts der Kriegspropaganda überhaupt nicht in die Schlacht werfen, und auch nicht „der Russe“ oder „der Ukrainer“.

Unser Feind ist der „great reset“, der die Zerstörung des Vorhandenen kaum erwarten kann und notfalls auch Pandemien und Kriege mit ihren enormen Kollateralschäden missbraucht, um endlich seine menschenverachtende „neue Normalität“ aufzubauen.

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