Ein Gastkommentar von Olaf Kroschke-Paulus

Unabhängig davon, dass der Landesparteitag der nordrhein-westfälischen Bündnisgrünen am heutigen Samstag in die zweite Runde geht, hat dieser gestern doch schon einmal eine Ära beendet. Die Ära des Volker Beck.

Die Ära eines Mannes, der sich Zeit seines Lebens und besonders in den Jahren seiner Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag, unbestreitbare Verdienste um die Gleichstellung von homo-trans-und intersexuellen Menschen in Deutschland erworben hat.

Was ist nun gestern in Oberhausen passiert? Volker Beck hat es trotz dieser Verdienste, glaubt man den Presseberichten, in einer leidenschaftlichen Bewerbungsrede, nicht vermocht, die Delegierten seines Landesverbandes davon zu überzeugen, ihn noch einmal auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die Bundestagswahl zu wählen.

Wenn man so will, hat man ihn sogar, trotz prominentester Unterstützung, krachend durchfallen lassen. Ihm unter Einhaltung der Kündigungsfrist ordentlich gekündigt, wie man in der Arbeitswelt sagt.

Warum nur?

Waren es die „Ungenauigkeiten“ in seinen Aussagen zum Thema „Pädophilie“? War es seine durch manche Zeitgenossen subjektiv wahrgenommene Arroganz? War es sein laxer Umgang mit der Crystal-Meth-Geschichte am Anfang diesen Jahres, seine teils nervige Omnipräsenz auf allen Kanälen? Oder war es alles zusammen? Ich weiß es nicht!

Die Ära des Abgeordneten Volker Beck ist für den Moment beendet!

Schlimm? Nein, denn so geht Politiker! Und ich bin mir sicher, dass die jetzt folgende und jüngere Generation bei Bündnis 90/ Die Grünen, die Lücke die Beck hinterlässt, sehr gut ausfüllen wird. Zu wünschen wäre es uns!

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Foto: Screenshot youtube