Papst Leo XIV. an Lungenkrebs erkrankt – ein Horrorfilm von 2017 sorgt für unheimliche Spekulationen

(David Berger) Der Vatikan hat bestätigt, dass Papst Leo XIV. an bösartigem Lungenkrebs erkrankt ist. Eine Operation in der römischen Gemelli-Klinik verlief erfolgreich. Für zusätzliche Aufregung sorgt ein mexikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2017, der den Tod eines Papstes namens Leo XIV. nach einem Krankenhausaufenthalt schildert. Und noch ein Datum lässt aufhorchen: der 13. Oktober, der Fatimatag.

Es klingt wie das Drehbuch eines schlechten Horrorfilms. Und tatsächlich stammt die Geschichte aus einem solchen: Bereits 2017 wurde in dem mexikanischen Streifen El Habitante der Tod eines Papstes namens Leo XIV. verkündet. In einer fiktiven Fernsehnachricht ist davon die Rede, dass der Pontifex nach einem einwöchigen Krankenhausaufenthalt an einer Sepsis und einem irreversiblen Herz-Kreislauf-Versagen gestorben sei. Damals ahnte niemand, dass acht Jahre später tatsächlich ein Papst diesen Namen tragen würde.

Nun hat die Wirklichkeit die Fiktion zumindest teilweise eingeholt. Am 13. Oktober 2026 musste Papst Leo XIV. in der römischen Gemelli-Klinik operiert werden. Der Vatikan bestätigte anschließend eine ernste Diagnose: ein pulmonales Adenokarzinom, eine Form von Lungenkrebs. Die Ärzte entfernten mittels eines videoassistierten chirurgischen Verfahrens den unteren Lappen der rechten Lunge. Das bereits vor der Operation vermutete Lungen-Adenokarzinom, eine auch bei Nichtrauchern auftretende Form des Lungenkrebses, wurde während des Eingriffs bestätigt; da solche Tumoren lange unbemerkt bleiben und früh Metastasen bilden können, hängen die Heilungsaussichten und die Notwendigkeit weiterer Behandlungen vor allem vom Stadium und der Ausbreitung der Erkrankung ab. Über das genaue Stadium der Erkrankung und mögliche weitere Behandlungsschritte liegen bislang keine abschließenden Angaben vor. Vorgesehen ist ein Krankenhausaufenthalt von ungefähr einer Woche. Öffentliche Termine wurden zunächst bis zum 20. Oktober abgesagt. Ob geplante Reisen abgesagt werden müssen, ist noch ungewiss.

Eine Prophezeiung aus Hollywood?

Die Geschichte des Horrorfilms ist zweifellos verblüffend. Regisseur Guillermo Amoedo ließ in seinem 2017 veröffentlichten Film einen Papst Leo XIV. sterben, lange bevor Robert Francis Prevost im Mai 2025 unter diesem Namen den Stuhl Petri bestieg. Schon nach seiner Wahl hatte die Filmszene in den sozialen Netzwerken für Aufsehen gesorgt. Dass nun ausgerechnet dieser Papst schwer erkrankt ist und sich ebenfalls auf einen etwa einwöchigen Krankenhausaufenthalt einstellen muss, verleiht der Geschichte eine zusätzliche, beinahe gespenstische Aktualität.

Von einer echten Prophezeiung kann dennoch keine Rede sein. Die Filmhandlung beschreibt einen fiktiven Todesfall, während der wirkliche Papst eine nach bisherigen Angaben erfolgreiche Operation überstanden hat. Zwischen einer erstaunlichen Übereinstimmung und einer übernatürlichen Vorhersage besteht ein erheblicher Unterschied. Wer beides verwechselt, macht aus einer filmischen Kuriosität schnell eine makabre Spekulation über das Schicksal eines lebenden Menschen.

Fatima und die Päpste

Für gläubige Katholiken dürfte ein anderes Zusammentreffen von größerer Bedeutung sein. Die Operation Leos XIV. fand am 13. Oktober statt, dem Jahrestag der letzten Marienerscheinung von Fatima im Jahr 1917 (100 Jahre bevor der genannte Film Premiere hatte), bei der sich das berühmte Sonnenwunder ereignet haben soll. Unwillkürlich erinnert dies an Papst Johannes Paul II., auf den am 13. Mai 1981, dem Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima, auf dem Petersplatz ein Attentat verübt wurde. Der schwer verletzte Papst schrieb seine Rettung ausdrücklich der Gottesmutter von Fatima zu. Später ließ er eine der Kugeln, die ihn getroffen hatten, in die Krone der Marienstatue von Fatima einarbeiten. Hinzukommt noch, dass der letzte große Besuch des Papstes vor dem Krankenhausaufenthalt dem Erscheinungsort Lourdes galt, der für seine wunderbaren Krankenheilungen auf die Fürsprache Mariens bekannt ist. Nach Angaben des Heiligtums von Lourdes wurden seit 1858 mehr als 7.000 Heilungen gemeldet. Bis 2025 wurden 72 davon offiziell als Wunder anerkannt.

Natürlich wäre es vermessen, aus solchen Daten Gewissheiten über göttliche Absichten oder den weiteren Verlauf einer Krankheit ableiten zu wollen. Der katholische Glaube kennt keine magische Deutung des Kalenders. Er kennt aber das Vertrauen auf die Fürsprache der Gottesmutter, die Johannes Paul II. nach seiner Rettung mit so großer Dankbarkeit verehrte. Auch wer dem bisherigen Pontifikat Leos XIV. kritisch gegenübersteht und manche seiner Entscheidungen mit Enttäuschung verfolgt hat, wird angesichts einer solchen Diagnose zunächst an den Menschen denken, der dieses schwere Amt trägt. Die Sorge um seine Gesundheit steht nicht im Widerspruch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit seiner Amtsführung. Statt sich an düsteren Filmprophezeiungen zu berauschen, sollten Katholiken deshalb das tun, was ihrem Glauben entspricht: für den Heiligen Vater beten, für seine Genesung, für die Kraft zur Erfüllung seiner Aufgaben und für jene Weisheit, deren die Kirche gerade in diesen Zeiten so dringend bedarf.

Unsere Liebe Frau von Fatima, Heil der Kranken, bitte für ihn!

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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