„Die Politiker kümmern sich null!“: Tina Ruland spricht aus, was Millionen denken

(David Berger) Lange galt in der deutschen Unterhaltungsbranche eine unausgesprochene Regel: Wer Karriere machen will, hält sich politisch bedeckt – oder übernimmt die gerade herrschenden Narrative. Umso bemerkenswerter ist, was sich jetzt auf einer Berliner Veranstaltung ereignete. Gleich mehrere prominente Schauspielerinnen übten ungewöhnlich scharfe Kritik an Politik und gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland.

Allen voran Schauspielerin Tina Ruland, die seit ihrem Durchbruch als Uschi in Manta, Manta zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Films gehört. Ihre Worte dürften in der Branche nicht überall auf Zustimmung stoßen.

Tina Ruland: „Es gibt keine Ehre und kein Gewissen mehr“

Ruland zeichnete ein düsteres Bild des politischen Zustands Deutschlands. Die gegenwärtige Entwicklung bezeichnete sie als „extrem beängstigend“. Politiker hätten sich, so ihr Eindruck, weit von den Bürgern entfernt. Wahlversprechen würden abgegeben und anschließend ohne jede Konsequenz gebrochen. Verantwortliche säßen Affären einfach aus, während sich in der Bevölkerung längst Resignation breitgemacht habe.

Besonders deutlich wurde sie mit ihrer Forderung, Politiker müssten endlich wieder begreifen, wem sie dienten. Der eigentliche Arbeitgeber sei der Souverän – also die Bürger. Genau dieses Bewusstsein sei jedoch verloren gegangen. Ruland beklagte eine immer größere Entfremdung zwischen politischer Klasse und Bevölkerung. Es dürfe gar nicht erst ein Gegensatz zwischen „denen da oben“ und „uns hier unten“ entstehen. Politik müsse wieder ein gemeinsames „Wir“ schaffen.

Besonders hart fiel ihr Urteil über den Umgang mit politischen Skandalen aus. Während normale Arbeitnehmer für Fehlverhalten hafteten, blieben Politiker nach ihrem Eindruck selbst bei schweren Affären häufig ohne ernsthafte Konsequenzen. Als Beispiel nannte sie den Umgang mit der Maskenaffäre und stellte die Frage, weshalb politische Verantwortung in Deutschland offenbar nach anderen Maßstäben bewertet werde als im übrigen Berufsleben.

Den Kern ihrer Kritik fasste sie in einem Satz zusammen, der wohl vielen Bürgern aus der Seele spricht: „Es gibt scheinbar keine Ehre und kein Gewissen mehr in der Politik.“ Nach ihrer Einschätzung gehe es vielen Berufspolitikern heute weniger um das Gemeinwohl als um die eigene Karriere und eine lebenslange Versorgung auf Kosten der Steuerzahler.

Ebenso deutlich äußerte sich Ruland zum Erfolg der AfD. Nicht die Wähler oder die Oppositionspartei seien verantwortlich für deren Aufstieg, sondern die Politik der etablierten Parteien selbst. Wer Bürger dauerhaft ignoriere, dürfe sich nicht wundern, wenn diese ihr Wahlverhalten änderten. Die eigentlichen Ursachen lägen in schlechter Regierungsarbeit, gebrochenen Versprechen und einer Politik, die immer weniger Menschen das Gefühl vermittle, überhaupt noch gehört zu werden.

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Caroline Beil: „Solche Pfeifen braucht keiner“

Auch Caroline Beil sparte nicht mit deutlichen Worten. Mit Blick auf die Berliner Politik kritisierte sie Verantwortliche, die nach ihrer Auffassung versagt hätten, und erklärte unmissverständlich: „Solche Pfeifen braucht keiner.“

Vor allem aber beklagte sie eine politische Klasse, die sich kaum noch um die wirklichen Probleme der Bevölkerung kümmere. Während Unternehmen Arbeitsplätze abbauten und die wirtschaftliche Lage schwieriger werde, verliere sich die Politik in Symboldebatten. Ihr vernichtendes Fazit: „Die Politiker kümmern sich null!“ Besonders kritisch äußerte sich Beil auch über die fachliche Qualifikation mancher Spitzenpolitiker. Dass Personen ohne nennenswerte berufliche oder akademische Voraussetzungen über das Schicksal des Landes entschieden, sei für viele Bürger kaum noch nachvollziehbar.

Simone Thomalla: Erinnerungen an die DDR

Auch Simone Thomalla schlug ungewohnt kritische Töne an. Als in der DDR aufgewachsene Schauspielerin erklärte sie, sie erkenne Entwicklungen wieder, die sie aus ihrer Jugend kenne. Immer häufiger entstehe der Eindruck, bestimmte Meinungen könnten nicht mehr frei ausgesprochen werden. Wer von der herrschenden Meinung abweiche, werde rasch moralisch ausgegrenzt oder mit Hass überzogen.

Besonders bemerkenswert war ihre Haltung zur Debatte um ein AfD-Verbot. Anstatt ständig neue Verbote zu fordern, müsse sich die Politik endlich ehrlich fragen, weshalb Millionen Bürger diese Partei überhaupt wählten. Wer die Ursachen ignoriere und stattdessen lediglich politische Konkurrenz verbieten wolle, löse kein einziges Problem.

Das Schweigen der Prominenten bekommt Risse

Dass ausgerechnet drei seit Jahrzehnten etablierte Schauspielerinnen derart offen Kritik an der politischen Entwicklung äußern, ist bemerkenswert. Über Jahre hinweg entstand der Eindruck, prominente Stimmen aus Film und Fernsehen seien nahezu ausschließlich auf Regierungslinie zu hören. Umso größer dürfte das Echo auf diese Aussagen sein. Selbst im Kulturbetrieb wächst offenbar die Bereitschaft, das auszusprechen, was viele Bürger seit Jahren empfinden – dass zwischen Regierenden und Regierten eine Kluft entstanden ist, die immer größer wird.

Wenn sogar etablierte Schauspielerinnen öffentlich beklagen, Politiker hätten das Vertrauen der Bürger verspielt und kümmerten sich kaum noch um deren Sorgen, dann dürfte dieses Unbehagen längst weit über die politische Opposition hinausreichen.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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