Seit 2015 verzeichnen Antigewaltprojekte in den großen Städten Deutschlands eine explosionsartige Zunahme der Gewalt gegen Homosexuelle. So auch für das Jahr 2019, wo ein Antigewaltprojekt in Berlin eine Zunahme „homophober“ Gewalt um 32 % im Vergleich zum Vorjahr meldet.

Die „Berliner Zeitung“ dazu gestern: „Das Berliner Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat im vergangenen Jahr so viele Angriffe und Beleidigungen gegen Schwule, lesbische Frauen und Transsexuelle gezählt wie nie zuvor. 559 Fälle wurden in der Jahresstatistik 2019 registriert – ein Anstieg von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Maneo am Freitag mitteilte. Im Jahr 2018 waren 382 Übergriffe erfasst worden. In den meisten Fällen waren 2019 Schwule und männliche Bisexuelle betroffen (395 Fälle).“ (Quelle)

Frage nach Tätergruppen peinlich vermieden

Auf der Internetseite des Projekts sucht man die Informationen allerdings vergeblich, die letzten Pressemitteilung stammt vom November 2019. Die „Berliner Zeitung“ zitiert den Leiter der Stelle, Bastian Finke, der bemerkt, dass die Dunkelziffer weitaus höher liege und das v.a. Männer von der Gewalt betroffen seien.

Die Frage nach den Tätergruppen wird auch im Zeitungsartikel peinlich vermieden. Das Antigewaltprojekt ist dafür seit Jahren – so die Informationen, die wir bei PP von Betroffenen immer wieder bekommen – bekannt, dass man entsprechende Informationen von Opfern nicht oder nur unwillig zur Kenntnis nehmen möchte. Stattdessen klagt man über eine fehlende Sexualaufklärung an den Berliner Schulen und die Corona-bedingte Schließung der Grenzen:

Grüne beklagen geschlossene Grenzen

„Die Grünen im Abgeordnetenhaus warnten vor einer Abwicklung der Rechte queerer Menschen in Polen, Ungarn und an den EU-Außengrenzen in der Corona-Pandemie. „Wir sind solidarisch mit den queeren Communities europaweit“, erklärten die Sprecher für Queerpolitik, Sebastian Walter und Anja Kofbinger.“ – so die Berliner Zeitung weiter.

Ein solcher Umgang mit dem Problem ist die beste Garantie dafür, dass Stellen wie Maneo anscheinend – aufgrund weiter steigender Zahlen – nicht überflüssig werden. Und darum geht es ja, oder?