(David Berger) Am Samstag Abend (27.10.) feiern diejenigen, die sich für die progressive Elite von Deutschlands Architekten halten, in der Berliner Volksbühne das Hochamt ihrer endgültigen Gleichschaltung: Sie sind fest entschlossen, den Kampf gegen „rechte Räume“ aufzunehmen.

Was macht ein besonders erfolgreiches faschistoides Gesellschaftsmodell aus? Dass sich alle scheinbar freiwillig und möglichst rasch von selbst gleichschalten. Das gilt auch für den in Deutschland traditionellerweise so beliebten linken Faschismus.

Im besten Deutschland aller Zeiten bzw. dem System Merkel gingen in diesem jetzt sehr rasch voranschreitenden Prozess der Gleichschaltung die Medien bzw. der Staatsfunk voran. Nun folgen die untergeordneten Bereiche, bei denen man schon etwas Phantasie braucht, um zu ergründen, wie diese sich im Kampf gegen rechts gleichschalten (lassen) könnten.

Originell und mutig: Die „besseren Architekten“ haben „Rechts“ den Kampf erklärt

Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg: Morgen Abend (27.10.) feiern diejenigen, die sich für die progressive Elite von Deutschlands Architekten halten, in der Berliner Volksbühne (wo sonst?) das Hochamt ihrer endgültigen Gleichschaltung. Hier soll der Kampfesschwur geleistet werden in dem bereits vor einiger Zeit erklärten Krieg der guten bzw. linken Architekten gegen rechts.

Künstlich erschüttert stellen die Veranstalter des Abends, an dem man bereits für fünf Euro teilnehmen kann, fest:

„Der Aufschwung rechtspopulistischer Politik hat auch die Architektur und Fragen nach spezifisch ‚Rechten Räumen‘ ins Visier der Rechtsnationalen geraten lassen. Vor allem, aber nicht nur, in ländlichen Gebieten machen sich zunehmend „rechte Räume“ breit, die damit zugleich oft „No-Go-Areas“ für Menschen etwa mit Migrationshintergrund werden.“ (Ortographie und Zeichensetzung so aus dem Original übernommen)

Schuld an der Entstehung solch rechter Räume sollen der thüringische, derzeit von Rechts- wie Linksextremen besonders bedrängte AfD-Politiker Björn Höcke und der AfD-Außenseiter André Poggenburg sein. Beleg dafür: Sie fordern doch tatsächlich frecherweise Ästhetik auch für Denkmäler! Wenn wir schon beim Thema Ästhetik sind: Warum wurde eigentlich der Sänger von „Feine Sahne Fischfilet“ nicht eingeladen? Doch ein bisschen Albert Speer hängen geblieben oder was?

Ungeheuerlich, dass da Menschen von Architekten fordern, dass das auch noch schön aussehen soll, was sie da hinbauen. Und klar, dass sich da Linke und die Ihren nicht mehr so recht wohlfühlen wollen, wenn es ästhetisch ansprechend wird… Wenn das mit dem Rechtsrutsch nicht nur auf dem Land, sondern auch in Berlin so weitergeht, kommen solche „Nazis“ dann auch noch an und fordern von Architekten, dass Flughäfen auch für den dafür gedachten Betrieb geeignet sein sollen.

„Nie wieder“ dürfe es in Deutschland zu solch einer Stimmung kommen, so die Architekturtheoretiker, denen mal ein langjähriger Einsatz als Bauleiter auf einer ganz normalen Baustelle nicht schaden würde.

Philipp Ruch als Experte für den Architektenkampf gegen rechts

Um zu zeigen, welche Dimensionen dieses Umsichgreifen „rechter Räume“ schon angenommen hat, sind „Expert*innen“ geladen, „die auf verschiedene Art und Weise theoretisch, künstlerisch, aktivistisch Erfahrungen mit rechten oder rechtsradikalen Räumen gemacht haben oder machen mussten.“

Da darf natürlich Philipp Ruch (Zentrum für politische Schönheit) als Stargast nicht fehlen. Ob er von den zahlreichen, ihm zugegangenen Spendengeldern, deren Verbleib derzeit unklar ist, anreist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Rekonstruktion ist sowas von „Nazi“

Das ganze pseudointellektuelle Theater wird von der Architekturzeitschrift „Arch+“ veranstaltet, die bereits vor geraumer Zeit den „Kampf gegen Rechts“ mit missionarischem Eifer auf die Architektur auszudehnen trachtet:

Nachdem der Architekturtheoretiker und „Arch+“-Autor Stephan Trüby, unter seinen Kollegen spöttisch „Retter der autogerechten Stadt“ genannt, ausgerechnet in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ die These aufgestellt hatte, dass Ideologie und Personalien der Rekonstruktionsbefürworter der sogenannten Neuen Frankfurter Altstadt mit der rechten Szene verquickt sind, gab es kein Halten mehr:

Mit Blockwartmentalität gegen die Konkurrenz

„Arch+“ startete eine Petition, die die „Gründung eines Rekonstruktions-Watch“ fordert. Auch hier zeigt sich also wieder sehr schnell die faschistoide Blockwartmentalität bei den angeblich antifaschistischen Kämpfern. Sie wird auch die Veranstaltung in der berüchtigten „Volksbühne“ wie ein roter Faden durchziehen. Schlechte Zeiten für die Freiheit der Kunst und Architektur!

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