Ein Gastbeitrag von Daniel Schweizer

Das Rennen von Lissabon ist entschieden. Es war mir eine Freude, einmal wieder bei vielen Wertungen über deutsche Punkte zu jubeln. Unserem Michael Schulte gilt große Anerkennung dafür, mit seinem sehr guten Auftritt Deutschland einmal wieder unter die Top 5 gesungen zu haben. Auch wenn ich mich hätte besser mit unserem Beitrag identifizieren können, wenn er in deutscher Sprache gewesen wäre.

Was das Gesamtergebnis angeht, verlief es für mich dieses Jahr nicht so optimal wie im vergangenen Jahr. Meine bisherigen Gastbeiträge zu diesem Thema machen deutlich, dass ich vor allem Wert darauf lege, dass man Beiträgen ihre nationale Herkunft durch Landessprache und Musikstil anhört. Da lief es letztes Jahr optimal, als Portugal mit einer wunderschönen Ballade in Landessprache gewann und mein Top-Favorit Ungarn mit einer Ethno-Pop-Nummer in Landessprache einen würdigen Top-10-Platz erzielte.

So in meinem Sinne gab es dieses Jahr keinen Erfolg beim Endergebnis. Und der Siegertitel aus Israel gehörte nicht annähernd zu meinen persönlichen Favoriten. Da ich vor vielen Jahren schon von einer guten Freundin aus Israel zwei Alben der israelischen Sängerin Sarit Hadad geschenkt bekommen habe, ist mir bekannt, dass die israelische Musikszene wesentlich besseres Liedgut zu bieten hat als den diesjährigen Siegertitel. Beispielsweise die Sängerin Sarit Hadad hat in ihrem Repertoire sehr schönen orientalisch angehauchten Ethno-Pop in hebräischer Sprache.

Aber bei alledem kann ich dem israelischen Siegertitel „ Toy” sehr viel Positives abgewinnen. Auch wenn ich nicht unbedingt glaube, dass er von seinen Autoren gegen das System Merkel gedacht war, so gibt es vor allem zwei gute Gründe, um zu sagen: Als Seitenhieb gegen das System Merkel tut dieser Beitrag gut. Als Ansporn, weiterhin auf der politischen Bühne das System Merkel zu bekämpfen.

Der eine Grund ist die Tatsache selbst, dass Israel zum vierten Mal den ESC gewonnen hat. Im Jahr seines 70jährigen Geburtstags war der Sieg Israels ein verdienter Denkzettel gegen alle, die diesem Staat ihr Existenzrecht absprechen wollen. Und das ist leider auch ein sehr aktuelles Problem in Deutschland wegen Merkels fahrlässiger Politik, bei der zahlreiche Antisemiten aus dem islamisch-arabischen Raum unkontrolliert nach Deutschland gelangen. Und hier in Deutschland auf diesem Weg immer mehr Antisemitismus importiert wird. Und bekanntlich fing dieses Problem nicht erst mit Merkels Grenzöffnung an, sondern antisemitische Übergriffe durch muslimische Täter sind seit langem ein prekäres Problem in Deutschland und in noch größerem Maße in Frankreich und Schweden. Seit Jahren darf in Deutschland der antisemitische und israelfeindliche Al-Quds-Tag unter dem Deckmantel des Demonstrationsrechts stattfinden. Ohne dass ausreichend große Bemühungen vonseiten der Politik erkennbar sind, diesen wegen Verfassungsfeindlichkeit zu unterbinden.

Anstatt diese Probleme ernsthaft zu lösen, erschien es Frau Merkel wichtiger, Donald Trump für seine – nach wie vor richtige –  Jerusalem-Entscheidung zu kritisieren. Umso erfreulicher ist, dass voraussichtlich Jerusalem wie schon 1979 und 1999 nächstes Jahr der Austragungsort des ESC wird. Wie ich von israelischen Freunden erfahren durfte, hat nur Jerusalem eine für die Größe des Events geeignete Halle vorzuweisen. Auch wenn es nur um die Austragung einer Unterhaltungssendung geht, so kann man das doch als Signal in die richtige Richtung erachten: Jerusalem als die Stadt, in der Israel nicht nur die Knesset untergebracht hat, sondern auch als Gastgeber internationale Events ausrichtet. Und somit als Hauptstadt untrennbar zu Israel gehört.

Und ja, leider wird der Sieg Israels gegen die derzeit bestehenden Probleme wie Antisemitismus und Israelfeindlichkeit so schnell nicht helfen. Aber er sollte Anstoß geben, ein klares Bekenntnis zu setzen: Israel existiert seit 70 Jahren als Staat, der völkerrechtlich anerkannt ist. Ob das den arabischen Nachbarstaaten passt oder nicht. Und Israel ist zudem neben der Republik Zypern der einzige freiheitlich-demokratische Rechtsstaat in Vorderasien. Und genau deshalb gehören diese beiden Staaten zur europäischen Wertegemeinschaft, trotz ihrer geografischen Lage in Vorderasien. Nebenbei: Wie es der Zufall will, lag Zypern übrigens in Lissabon auf Platz 2 hinter Israel. Die ersten beiden Plätze beim europäischen Sängerwettstreit wurden also von den beiden einzigen Demokratien Vorderasiens belegt.

Und gerade wenn jetzt Israel durch den Sieg beim ESC für einige Tage – und nächstes Jahr als Gastgeber – kurzzeitig im Blickpunkt der Öffentlichkeit ist, sollte dies auch dazu anstoßen, weiter auf die ernstzunehmenden Probleme Antisemitismus und Israelfeindlichkeit aufmerksam zu machen. Welche durch Merkels verantwortungslose Ich-lasse-jeden-rein-Politik nur noch schlimmer werden. Und umso lobenswerter ist es, dass Philosophia Perennis und die AfD seit langem diese Probleme offen anprangern und dadurch hoffentlich Veränderungen bewirken.

Noch in einem anderen Punkt konnte ich nicht anders, als gleich an das System Merkel zu denken. Der Songtext des Siegertitels richtet sich nämlich gegen Übergriffe auf Frauen. An welche männlichen Adressaten der Textautor und die Sängerin die Botschaft richten möchten, für eine Antwort darauf kann ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Aber aus den Lyriks sehr hellhörig machen muss doch zwangsläufig diese Textpassage: „I’m not your toy, you stupid boy“. Frau Merkel, haben Sie an dieser Stelle des Liedes hingehört? Frau Merkel, ist Ihnen klar, an welche männlichen Menschen man derzeit am nötigsten adressieren muss, dass Frauen nicht ihr Spielzeug sind? Es sind viele von den Männern, die dank Ihrer Fahrlässigkeit unkontrolliert in unser Land kommen. Viele Ihrer Gäste sind es, die hier in Deutschland Frauen wie ihr Spielzeug behandeln und übergriffig werden.

Passend wäre es auf jeden Fall, dieses Lied als Begleitmusik zu den Merkel-muss-weg-Demos abzuspielen, die in den nächsten Wochen und Monaten anstehen. Denn an viele von Merkels Gästen muss schlicht und ergreifend adressiert werden: „I‘m not your toy, you stupid boy“.

Bleibt also anschließend, Israel zu seinem ESC-Sieg herzlich zu gratulieren. Und den Siegertitel als weiteren Ansporn nehmen zum klaren Eintreten gegen Antisemitismus, Israelfeindlichkeit und Frauenfeindlichkeit. Und damit auch gegen das System Merkel, welches durch seine Ich-lasse-jeden-rein-Politik fahrlässig in Kauf nimmt, mehr davon zu importieren.

Freuen wir uns auf einen hoffentlich schönen ESC 2019 in Jerusalem. In der Stadt, die als Wiege unserer europäischen Kultur genauso eine wichtige Rolle spielt wie Athen und Rom.

19 Kommentare

  1. Das Lied hat mir gar nicht gefallen. Aber das Israel gewonnen hat finde ich fantastisch. Ich glaube die Abstimmung war ein PRO der Europàer fùr Israel.

  2. Ich finde diese Neuauflage des Chicken-Dance geschmacklos. Wie kann sowas gewinnen?
    Mir gefielen das englische Liedgut und die Wikinger aus Daenemark. Frau moechte schliesslich zur Musik auch was fuers Auge haben.
    Etwas was NICHT arabisch oder afrikanisch aussieht.

  3. Also ich finde das Lied grauenhaft und nicht mit qualitativ hochwertigen israelischen Beiträgen zu vergleichen, jedoch ist es eine stille politische Ansage gegen die korrupte Politik der Weltherrschaft der UNO, des Vatikans und der EU, was mich freut. Das System Merkel, Macron wird sich warm anziehen müssen, denn die afrikanische Umsiedlung nach Europa ist ein Verbrechen an den eigenen Völkern!

  4. Wahrscheinlich muss man dieses Lied irgendwie künstlerisch sehen 😉
    Neulich nach dem Durchlauf der Interpreten sagten wir, jetzt ab ins Bett, Israel gefiel uns am schlechtesten (unsere 8 Jährige fand es gut). Am nächsten Tag fragten wir uns wer eigentlich dort abstimmt? Damit hatten wir nicht gerechnet! Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden! Oder war es politische Entscheidung der Jury?

  5. Wenn man Schnitt, Kameraführung, Inszenierung, Tonübertragung der ESC-Sieger der letzten Jahre mit den jeweiligen Konkurrenten vergleicht, dann wird klar, dass der jeweilige Sieger schon vorher ausgewählt wurde

  6. Mir gefällt der Song ausnehmend gut. Er hat Pepp, Rythmik,moderne Anklänge orientalischer Musik und eine Stimme mit beeindruckende Dynamik. Dagegen kommen die Beherrscher der vier Töne nicht mit. Und hunderttausendmal,nein millionenmal, besser als der Shit einer monotonen Atonalität eines antisemitischen Songs a la Kollegah & Farid Bang.

  7. „Passend wäre es auf jeden Fall, dieses Lied als Begleitmusik zu den Merkel-muss-weg-Demos abzuspielen, die in den nächsten Wochen und Monaten anstehen.“

    Hoffentlich nicht. Wir haben unsere eigene Lieder. „Die Gedanken sind frei.“ Nur so als Beispiel.

  8. Ich hab zufälligerweise das Lied der Israelis gesehen.
    Wie konnte was derartiges nur gewinnen, unter jeder Sau.
    Schrecklich dieser Klamauk.
    Ich mache mir Sorgen um eine Gesellschaft die sowas zum Sieger kürt.

    Aber in allem anderen gehe ich mit ihnen einig.
    Das Israel den ESC ….“nächstes Jahr in Jerusalem“ austragen kann, super.
    So trifft der alte Jüdische Gruss quasi erneut ein.

  9. Ich weiss nicht ob es so gut ist, ein Lied bei PEGIDA aufzuführen, das (meinen Ohren nach) hauptsächlich dadurch auffällt dass es Hühnergackern mit Musik unterlegt.
    Wehmütig denke ich an Ofra Haza zurück, diese grossartige Künstlerin die leider viel zu früh verstarb!
    Und wer heute Musik hören möchte und muslimische Nachbarn hat: schön laut anhören!

    • „Lass jeglichen Hass und jegliche Unterdrückung von der Erde verschwinden …“

      Wunderschönes Lied – großartige BARBRA STREISAND!!

      DANKE fürs Einstellen!

  10. Der Siegertitel spricht für diesen „Wettbewerb“. Es braucht keine Blondinenwitze und was es sonst noch so an Stammtischen gibt. Schaut in ihr Gesicht und ihr entdeckt alles worüber Männer verdeckt oder offen lachen. Wie Innen so Außen.

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