Minderheiten als Mittel zum Zweck. Ein Gastbeitrag von A.R.Göhring

Dieser Satz stammt von dem weisen Mark Twain, der schon vor über hundert Jahren wusste, was die westliche Linke in Wirklichkeit umtreibt: der innergesellschaftliche Kampf um Ressourcen, den Gruppen gegeneinander führen. Revoluzzer und Rebellen sind meist Mittelschichtler, die an die Position der Oberschicht herankommen wollen („die Reichen“).

Ideologen jeglicher Couleur brauchen Mythen, eine Eigengruppe, Heilige Kühe, Mythen, und vor allem: ein Feindbild! In einem exzellenten Essay beschreibt Kacem El Ghazzali in der Neuen Zürcher Zeitung (das „neue Westfernsehen“) die tatsächliche Motivation von Linken, für Minderheiten zu streiten:

„Die Linke lässt keine Gelegenheit aus, Solidarität, Toleranz und Vielfalt zu beschwören und sich als Hauptverteidigerin der religiösen und ethnischen Minderheiten in Europa darzubieten, doch diese Solidarität unterliegt einem engmaschigen ideologischen Kalkül.“

Tatsächlich gehe es darum, die „Rechte und Reiche, Imperialisten und Kapitalisten“, also den innergesellschaftlichen Gegner der Linken, zu bekämpfen. El Ghazzali sieht als Beweis dafür die Weigerung der westlichen Linken, mit den muslimischen Islamkritikern zusammenzuarbeiten, und faschistoide, frauen- und homofeindliche Umtriebe der Immigranten auch nur zu erwähnen.

Da hat er mehr als nur Recht. Erinnern wir uns nur an den 1. Januar 2016: Haben da Polizei und Medien über die massenhaften Vergewaltigungen und Übergriffe von mohammedanischen Männern in Köln und weiteren Orten in 12 Bundesländern berichtet? Nein, es brauchte den Druck der Facebook-Kommunikation, bis sich ARD & ZDF am 4. Januar gezwungen sahen, das Thema anzusprechen.

Was taten die Feministinnen, die in der Brüderle-Affäre eine Talkshow nach der anderen bespielten? Die Netzfeministin Anne Wizorek beispielsweise erfand nach ihrer preisgekrönten Aktion #aufschrei (zur angeblich systematischen Verfolgung von Frauen durch europäische Männer) die neue Twitter-Aktion #ausnahmslos, in deren Rahmen sie allen Ernstes behauptete, dass einheimische Männer auf dem Oktoberfest regelmäßig in ähnlicher Weise und Menge über Frauen herfielen. Bei einem universitären Sexismus-Vortrag von Wizorek, vermied sie das Thema Islam und Immigranten fast ganz und verwies nur auf irgendeine historische Frauenbewegung in Ägypten. Fast unnötig zu erwähnen, dass Wizorek mit der „Kopftuch-Feministin“ Kübra Gümüsay, die den Islam als feministisch verklärt, zusammenarbeitet.

Wie steht es mit dem eigentlich altbekannten Antisemitismus der muslimischen Minderheit, die beispielsweise David Berger an dieser Stelle nach der Jerusalem-Entscheidung Trumps eingehend behandelte?

Spätestens nach dem Gaza-Konflikt 2014, als Araber in der Hauptstadt öffentlich „Juden ins Gas!“ brüllten, hätte man Bildungsaktionen seitens des Berliner Senats oder der Kahane-Stiftung erwartet; außerdem rigorose Abschiebungen von judenfeindlichen Mohammedanern, die kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht besaßen.

Was ist passiert? Nichts. Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Die Minderheit als Hebel gegen die Rechte war einfach zu wertvoll. Daher können die zahlreichen Türken und Araber in Großstadtschulen ungestraft jüdische Mitschüler terrorisieren.

Man könnte nun darüber philosophieren, ob das Problem wirklich bewusst ist und die westliche Linke aus lauter kalkulierenden Zynikern besteht. Ich glaube das nicht. Konkurrenzkampf-Ideologien sind vermutlich so alt wie die Menschheit, aber mindestens seit dem Beginn der Ackerbaukultur präsent, als Staaten entstanden und damit die Politik.

Man kann daher vermuten, dass die Vordenker und Strategen einer neuen Ideologie mehr oder weniger instinktiv auf ein „revolutionäres Objekt“ kommen, das zur Heiligen Kuh erklärt und für den eigenen Vorteil genutzt wird.

Die jüngeren Nachfolger der Alt-Ideologen wachsen dann mit den Mythen und Regeln des neuen Glaubens auf und stellen nichts mehr in Frage.

Da die bislang gehegte muslimische Minderheit in Westeuropa aber zunehmend gar nicht mehr Minderheit ist und ihre frühmittelalterlichen Traditionen immer deutlicher in den öffentlichen Raum stellt, merken hoffentlich bald auch die naiven „Millenials“, die um 2.000 geborenen Jung-„Progressiven“, dass der Migrantenschutz ohne Kritik und vor allem ohne drastische Konsequenzen äußerst gefährlich werden kann – auch für die eigene Unversehrtheit und das eigene Leben. Vielleicht trägt El Ghazzalis Artikel etwas zu einer wahrhaft fortschrittlichen Entwicklung bei.

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Ralf Pöhling
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Ralf Pöhling

@beware

Sie haben mit allem, was Sie da schreiben recht. Ein paar der Dinge davon habe ich persönlich beobachten können. Wenn das Öl und das Geld aber irgendwann ausgehen, und das ist absehbar, wird sich das ganze wieder drehen. Falls Sie ihn noch nicht kennen sollten, googeln Sie mal den Namen „Mohammed Bin Salman“. Und Erdogan hat es sich bereits mit dem Rest der Welt verscherzt, aber nur wenig eigene Bodenschätze, um das zu kompensieren.
Am Schluss wird die Welt wieder genau da investieren, wo es Einnahmen verspricht. In der Rüstungsindustrie.

beware
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beware

Ihr Optimismus in Ehren, Ralf, ich würde es begrüßen, wenn Sie Recht behielten. Aber das Risiko, dass Sie daneben liegen, erscheint mir doch außerordentlich groß. Überall wo der Islam bei seinen Eroberungskriegen in 1400 Jahren Fuß gefasst hat, lief es nach dem selben Strickmuster ab. Sonst wäre es nicht zu solcher Expansion, die rund 270 Mio. Opfer forderte, gekommen. Unterschätzen Sie nicht Taquiyya, die Wucht dieser todesmutigen Kämpfer, den Hass auf die Feinde und den Hunger nach Macht, zu beherrschen und nicht beherrscht zu werden. Frieden ist erst, wenn sich die ganze Welt Allah unterworfen hat. Europa bietet sich förmlich… Mehr lesen »

Ralf Pöhling
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Ralf Pöhling

Ihr Artikel, Herr Göhring, wie auch der verlinkte Artikel des Herrn Ghazzari, offenbaren des Pudels Kern: Es geht dem linken Establishment nicht um die Erhaltung der Rechte der islamischen Gemeinschaft im Westen. Im Gegenteil, man hält seine schützende Hand über den konservativ-theokratischen und nicht zuletzt radikalen Islam nur deshalb, damit dieser als Feind gegen den eigenen Feind, den Kapitalismus, in Stellung gebracht werden kann. Eine feige und verlogene Strategie, da man glaubt, auf diesem Wege eine weiße Weste zu behalten. Der dabei durchbrechende Antisemitismus der islamischen Welt wird nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern begrüßt, sagt man den Juden… Mehr lesen »

Markus aus Rosenheim
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Markus aus Rosenheim

Von Clemenceau: Wer mit 20 kein Sozialist ist hat kein Herz, wer es mit 40 immer noch ist hat kein Hirn. Und meine persönliche Erweiterung: Und wer noch ein sozialistisches Parteiamt Innehat hat kein Gewissen. Auch wenn er ein Linker war und ein Architekt der Versailler Verträge muss nicht alles falsch gewesen sein was er gesagt hat. Vielleicht ist das Akzeptieren einer Meinung, auch wenn die aus dem anderen Lager kommt, der Unterschied zwischen Links und den böhsen Rächten die alles niederschreien und Polizisten verletzen und Schaufenster im Schanzenviertel einschlagen und Läden plündern und Politiker anderer Parteien mit Holzlatten angreifen… Mehr lesen »

Wolf
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Wolf

Sozialisten lieben die Erfolglosen und hassen die Erfolgreichen. Gleich und gleich gesellt sich gern.

„Wir hassen das rechte Besitzbürgertum“
Josef Goebbels, Sozialist und Linker.

Und weiter:
„Der Idee der NSDAP entsprechend, sind wir die deutsche Linke“.
Josef Goebbels 1929 in „Der Angriff“ .

free yourself
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free yourself

Die Linken haben sich von ihrer ursprünglichen Klientel abgekehrt und diese verraten, um sich einer anderen zuzuwenden, von der sie sich nach ihrem Verrat Wählerstimmen erhoffen. Die Linken haben sich von der Nation abgekehrt, um das neoliberale Spiel der Globalisten mitzuspielen. Sie nennen sich Kosmopoliten, und verbünden sich deshalb mit Islamisten, weil diese die USA und Israel bekämpfen, die sie für die Ausgeburten der Ausbeutung halten. Die Muslime sind für die Linken so etwas wie Indianer, edle Wilde, ihrem romantisch verklärten Winnetou-Ideal gleich. Da der radikale Linke noch immer von der großen Revolution und der Diktatur des Proletariats träumt, statt… Mehr lesen »

Die Wahrheit tut manchmal weh
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Die Wahrheit tut manchmal weh

Menschen brauchen Sozialismus immer genau dann, wenn es ihnen mehrheitlich schlecht geht. Sozialisten wissen das.sehr genau 😉

Inge
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Diese ideologisch linksverstrahlten Gesellen vergessen eines,im Sozialismus und Kommunismus leben 20% wie Maden im Speck,80% krebsen unten rum, das sind dann die Typen die natürlich zu den 20% gehören.Der richtige Weg wäre die soziale Marktwirtschaft,leider wurde der verlassen.Was bei diesen linken Gesellen immer wieder auffällt,dass sie die Realität verweigern, multikulti ,grenzenlos die ganze Welt in Hartz IV einwandern lassen, Verweigerung dass durch diese überwiegend jungen Männer die hier zum Grossteil illegal aus total fremden Kulturkreisen eingewandert sind, Deutschlands Sicherheitslage drastisch nach unten geht .Eingezäunte Weihnachtsmärkte ,aber offene Grenzen.Irre!