(David Berger) Jede Partei hat ihre leuchtenden Ausnahme-Gestalten, die selbst dann noch hell leuchten, wenn es rundum zappenduster geworden ist. Und um die es einem dann leid tut, wenn die Partei zunehmend in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Bei den Grünen ist das der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer.

Gestern hat er gewagt, was sich viele Deutsche inzwischen nicht mehr trauen. Er hat ein Erlebnis von einer Zugfahrt auf Facebook öffentlich gemacht:

„Sigmaringen. Bahnhof. Fünf junge Männer. Offensiver Auftritt. Kontrolle im Zug: Keiner hat einen Fahrschein. Zugfahrten haben sich verändert in den letzten Jahren. Ist es rassistisch, das zu beschreiben? Ist es fremdenfeindlich, sich dabei unwohl zu fühlen?“

Und weiter: PS: Warum so ein Beitrag mit Bild?

Ich glaube, dass sehr viele Menschen diese Veränderung spüren und negativ bewerten. Wenn man das aber zu erkennen gibt, passiert das, was man hier auf 200 Kommentaren nachlesen kann:

Massive moralische Verunglimpfung. Ich halte das für falsch. Probleme löst man nicht durch Wegsehen. Und diese Problem sind real.

Warum ein Foto? Weil es die Szene verständlich machen soll. Hätte ich stattdessen geschrieben, dass es fünf junge Männer waren, die aussahen wie aus dem Maghreb, arabisch sprachen, durch die Kontrolle als Asylbewerber erkennbar wurden – was wäre dann bitte los gewesen?

Diese selbstgerechten Empörungsstürme lösen kein Problem. Sie schaffen neue. 

Und wer mit Leuten spricht, die das täglich erleben, der erfährt: Gerade angelehnte Asylbewerber dieser Gruppe halten sich wenig an Regeln. Sie wissen, dass Ihnen nichts passiert. Das sollten wir hinterfragen.

Und ja, ich fühle mich da selbst unwohl. Ich könnte auf einen Dienstwagen umsteigen. Dann würde ich mich da ausklinken. Wer fährt dann aber noch Bahn? Ich finde, solche Entwicklungen muss man benennen und nach Konsequenzen fragen.

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Heute hat nun Palmer noch einmal auf Facebook nach gelegt und fragt: „Was bringen wir Asylbewerbern bei?“

„Wenn junge Männer mit Elternhäusern beim Schwarz fahren erwischt werden, kostet das Geld und macht Stress daheim. So lernt man, dass das nicht in Ordnung ist. Was passiert, wenn junge Asylbewerber, die aus Ländern kommen, die kaum eine Chance auf Anerkennung haben, schwarz fahren?“

Und Palmer zitiert dann direkt aus den Richtlinien:

„Sind die Personalien festgestellt, erhält die Person, die ohne Fahrausweis angetroffen wurde, eine Zahlungsnachforderung der Bahn in Höhe von 60 Euro. Im Falle, dass es sich bei dieser Person um einen Flüchtling handelt, wird die Forderung auf null gesetzt, weil die Wahrscheinlichkeit von dieser Person 60 Euro einzutreiben, als gering eingeschätzt wird.

„Die Bahn kann dann den Betrag von 60 Euro beim Bund geltend machen“, erläutert man in Stuttgart. Falls ein solcher Fall des Schwarzfahrens mehrfach einer Flüchtlingsperson zugeordnet werden kann, also ein Verdacht auf bewussten Missbrauch der Flüchtlingsregelung besteht, könnten die zuständigen Behörden Sanktionsmaßnahmen gegen diese Person ergreifen.“ (RNZ)

Ich halte das für ein Problem. Wir bringen diesen jungen Männern bei, dass es keine Rolle spielt, gegen unsere Gesetze zu verstoßen.

Das führt dazu, dass man eher verspottet oder angegriffen wird, wenn man auf die Einhaltung von Regeln pocht. Das traut man sich auch nicht mehr, wenn die Gruppe zu groß wird. Das beobachte ich und dabei fühle ich mich zunehmend unwohl.

Für die Zugbegleiter ist es besonders drastisch. Die müssen die Personalien aufnehmen, wissen, dass das für sie persönlich riskant ist, und sie wissen, dass die Forderung nachher nicht beigetrieben wird. Wer mit denen redet, erfährt eine Menge über Frust in Alltag.“

 

28 Kommentare

  1. Recht und Gesetz, so sie Sanktionen beinhalten, gelten nur noch für die Altbürger.
    Die Neubürger werden die „Rechte“, die sie sich täglich erobern, später nie mehr nehmen lassen. So verwest ein Rechtsstaat Monat für Monat.
    Unsere Zukunft liegt in Syrien.
    Wir verdanken unseren Untergang dem „Pack der Guten“!

  2. Herr Palmer nimmt seine Aufgabe und seine Verantwortung als Politiker ernst: Hingucken, nachden, sich eine Meinung bilden und diese verbreiten. Und zwar: gucken in die Realität, in die Lebenswirklichkeit – und nicht in die Luft und die ideologisch gestalteten Träume.
    Es mag sein, dass andere Parteien andere Vorschläge für Problemlösungen hat – aber jede Partei sollte wenigstens die gleichen Probleme sehen, unterschiedlich vielleicht in der Reihenfolge wie sie angegangen werden müssen – aber einig darüber, dass sie existieren.
    Eine Partei, die dies nicht kann, sollte nicht gewählt werden .
    Mal sehen, wann Herr Palmer von seinen eigenen Leuten gechasst werden wird – denn es ist ja alts Sitte, den Überbringer schlechter Nachrichten zu stumm zu machen.

  3. Es ist der Unterschied in den Mentalitäten der zutage tritt, der ärmere Deutsche zahlt, weil er Angst hat, vom Amt abhängig zu sein,. bei der Schufa gemeldet zu sein usw.
    Der Nichtdeutsche hält es für selbstverständlich vom Amt abhängig zu sein und nimmt was er kriegen kann, was der Deutsche nur dann tut, wenn er soviel verdient, dass das Steuerhinterziehern sich lohnt.

  4. Ein Licht am Ende des Tunnels? Er ist in der falschen Partei.
    Wir müssen lernen draus. Wenn von Flüchtern kein Geld zu holen ist, müssen andere Strafen her. Handy weg, Hilfe kürzen,
    Im Wiederholungsfall abschieben!

  5. Im Übrigen ist zu ergänzen, dass diese Kerle das Geld für einen Fahrschein noch und nöcher haben, Kopfhörer-Handy-vernetzt, voll durchgestyled und gut in Futter wie sie sind.
    Angezeigt werden in unserem Land Verarmte und Obdachlose, die es wagen, aus einem für den Müll bestimmten Container Lebensmittel zu „klauen“.

  6. -Duldung und Anstiftung zu Straftaten
    -Förderung der bandenmäßigen Kriminalität
    -Untreue gegen den Steurerzahler
    -Finanzierung von Straftaten mit Steuergeldern, bewusste Abführung von Steuern zur Bezahlung von Schäden durch Straftaten
    -Strafvereitelung
    -Amtsmissbrauch
    -Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz
    -Nötigung von Angestellten, unrechtmäßige Handlungen zu dulden und die Ahndung dieser zu unterminieren
    – Bewusstes Aussetzen dieser Angestellten solchen Banden gegenüber, Verletzung von Fürsorgepflicht

    Soll ich noch mehr aufzählen?
    Das geht…

    • demokratie- und eu-kritiker, aber Europa-Liebhaber und Verfassungswünscher (Preußen, denn diese war bzw. ist einwohner-/menschenfreundlich)

      ja. da gibt es weit mehr Verstöße / Verbrechen.
      Die kleinen Amts-… ääh seit 2007 und sogar rückwirkend nur noch Diensthabenden (weil es keine Ämter und Beamten mehr in der früheren BRD Finanzagentur GmbH und nun Nichtregierungsorganisation BUND mit ihren Firmen POLIZEI Und JUSTIZ – von wegen Gewaltenteilung) wird es beim Crash wahrscheinlich nur leibhaftig treffen, aber die Unerreichbaren und mit Bodyguards ausgestatteten Politschauspieler und Volksverräter werden sich wohl dünn machen und anschließend aus ihren Löchern kriechen… Aber diesmal? Wird dann etwas anderes geschehen als das Wiedereinsetzen dieser indirekten Mörder und direkten Psychos?

  7. Stress beim U-Bahn, S-Bahn, Bus, Straßenbahn -fahren? Kleinigkeiten am Rande, weil : ein Teil eines grauenhaften Puzzles , das täglich mehr Teile bekommt und uns Deutsche am Ende alle verschlingen wird. Das ist versprochen. Und das wird garantiert nicht gebrochen.

  8. Es ist schlimm, was viele Asylbewerber meinen, sich herausnehmen zu können. Denen muss dringend das Handwerk gelegt werden. Und sie müssen endlich harte Konsequenzen zu spüren bekommen, für ihr unverschämtes Verhalten. Wir dürfen so etwas nicht mehr tolerant dulden und schon gar nicht wegsehen.

  9. Sarah Wagenknecht von der Linkspartei ist auch so eine rühmliche Ausnahme. Und Herr Bosbach von der CDU, der aber leider im Herbst nicht mehr für den Bundestag kanditieren wird.

      • Ich bedaure die Krankheit von Bosbach auch, aber er macht ja trotzdem weiter. Zu den ganz Aufrechten, die konsequent aus der CDU ausgetreten sind, zähle ich in erster Linie Erika Steinbach, dann Malte Kaufmann, Maximilian Krah, Steffen Heitmann, Norbert Mack………Es ist wie immer die Gretchenfrage zu stellen, will ich mit voller Überzeugung dabei sein oder mache ich faule Kompromisse. Bei zweitem ist es ehrlicher, die Farben zu wechseln oder sich ganz aus der Politik zu verabschieden. Wenn aber die Zwänge zu groß und die Gewissensbisse zu klein sind, lasse ich mich breitschlagen, mit halbem Herzen dabei zu sein, auch eine Realität des Lebens.
        Wobei in Politik und vielen anderen Bereichen, wo es um die Schalthebel der Macht und um Verdienst geht, immer Skrupel beiseite geräumt werden müssen. Nicht umsonst nehmen Konformismus, Lobbyismus, Manipulation und Korruption überhand.

    • Da wäre nicht so sicher, Edeltraut. Von Wolfgang Bosbach bin ich enttäuscht, ebenso wie von Horst Seehofer. Die hauen zwar ein paar gute Dinge raus, aber wenn es darauf ankommt, knicken sie vor Kanzlerin Raute ein. Bosbach wird ja nun Sicherheitsberater der CDU NRW und da ist er bei Armin Laschet wieder bei einem glühenden Merkel Jünger. Bei Sahra Lafontaine-Wagenknecht hört sich manches ganz vernünftig an, aber wer in der Linkspartei ist, kommt ganz gehörig ins Schleudern, wenn er eine andere Gesinnung zu offen vor sich herträgt. Dementsprechend waren ja auch schon die Kritiker auf dem Plan.

    • Boris Palmer hat viele Gene von seinem Vater mitbekommen.Der war früher als „Remstalrebell“bekannt und sein Sohn macht ihm heute alle Ehre.

    • @W. Brosche
      Und der Schulz-Zug ist letzten Wahlsonntag in das rote Signal gedonnert und seine verstandesfreien Lokführer torkeln sowjetische Trinklieder schmetternd sinnlos zwischen den Gleisen umher.

  10. Danke! <3 Als facebook Abstinenzlerin bin ich über solche Berichte immer besonders froh.
    Man fragt sich, wie eine Lichtgestalt wie Herr Palmer es mit seinen grünen Zeitgenossen überhaupt aushalten kann?!? Insbesondere wenn man sich die Kommentare zu seinem Post ansieht. Hat ein wenig was von… Selbstgeißelung? Damit möchte ich sein Engagement aber keinesfalls schmälern. Wir brauchen viel mehr Menschen mit Verstand & Rückgrat!

  11. „Zugfahrten haben sich verändert…“ sagt er….

    Kann man wohl sagen. Aber er MUSS es nicht.
    Was soll denn jemand sagen, der im Schichtsystem arbeitet und auf den ÖNV angewiesen ist?

    Er hat ja gute Einsichten, aber dann soll er, verdammt noch mal, als Politiker was dagegen unternehmen!!!! Zum Beispiel auf seine Parteigenossen einwirken und deren Restgehirnzellen reaktivieren.

    • Ich denke, das würde nichts bis wenig bringen (s.Bosbach)
      Die Parteigenossen haben ihre Scheuklappen derart fest umgeschnallt…und würden Herrn Palmer; denen gleich, die solche Klappen tragen; als lästige Fliege mit dem; eher nicht vorhandenen Schweif; davonwedeln…

  12. Gäbe es doch mehr von diesen Grünen. Das Bild zeigt ,sehr gut gekleidete junge Männer mit teurem Smartphone, die dauernd vernetzt sind, keiner Arbeit nachgehen und es sich gut gehen lassen und warscheinlich von einer Flüchtlingsunterkunft zur anderen fahren um das Geld abzuholen. Eine neue lukrativeTätigkeit, den Deutschen geht es derweil immer schlechter und Hilfe können die keine erwarten.

  13. Ich fahre öfter mit Regionalzügen (Bayernticket). Dabei fällt mir auf, wenn z.B. sonntags der Zug rappelvoll mit jungen Männern ist, die wie Zuwanderer aussehen, läßt sich kein Kontrolleur blicken, auch nicht, wenn die Strecke 200 km lang ist. Verständlich, denn es könnte u.U. Ärger geben. Und warum soll sich das Bahnpersonal so etwas antun?

    • Ich fahre schon seit dem Beginn der sogenannten „Flüchtlings“-Krise (ich stelle ganz speziell in diesem Fall den Begriff „Flüchtling“ in Zweifel…das hat eine ganz andere Grundlage) nicht mehr in Regionalzügen. Ist mir zu gefährlich. Hab ich der Bahn auch schriftlich mitgeteilt als ehemaliger guter Bahnkunde.

  14. Ich halte sehr viel von Hr. Palmer. Leider ist er der falschen Partei angehörig. Ich würde ihn gerne in einer anderen Parteim sehen,m nicht in einer, welche vom Untergang betroffen ist.
    Zu, Thema selbst: Was wäre einem deutschen Mitbürger passiert, hätte er keine Fahrkarte gehabt?? Strafe wegen schwarz fahren!
    Unsere neuen Problembürger brauchen sich über Repressalien keinerlei Gedanken zu machen, werden sie doch geschont. Auch die Presse wird mittlerweile bestochen, damit sie Berichte zurückhält, siehe Niederlande, aber sicher dürfte dies auch bei uns der Fall sein:

    http://www.journalistenwatch.com/2017/05/05/kriminalstatistik-niederlaendische-polizei-versucht-die-presse-zu-bestechen/

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