(David Berger) Neben Christen, Juden und Homosexuellen gibt es eine weitere Gruppe, die den wachsenden Einfluss des fundamentalistischen Islams zurecht fürchtet und davor mit aller Entschiedenheit warnt: die Atheisten und Freidenker. „Cyper Dschihadisten“ ist die virtuelle Existenz von „Ungläubigen“ ein Dorn im Auge und Facebook lässt sich immer öfter von Islamisten instrumentalisieren. Jetzt hat das so ganz und gar nicht soziale Netzwerk zum Rundumschlag gegen atheistische Facebookseiten in arabischer Sprache ausgeholt.

Wie das weltbekannte, weil schon seit dem 19. Jahrhundert aktive britische „Freethinker“-Magazin berichtet, hat Facebook einer Kampagne fundamentalistischer islamischer Gruppen nachgegeben und die wichtigsten 16 arabischsprachigen Atheistenseiten mit dem pauschalen Hinweis auf Verletzung der „Community Standards“ stillgelegt.

„The Freethinker“ schreibt:

„Die Schließung lässt mehr als 100.000 Atheisten in von den Muslimen beherrschten Ländern ohne irgendeine Möglichkeit, sich öffentlich zu äußern oder mit anderen Nichtgläubigen auszutauschen, zurück.“

Die Betroffenen gehen davon aus, dass die Grundlage für die Sperrungen wahrscheinlich das automatische Facebooksystem war, das bei einer bestimmten Zahl an Beschwerden die Seiten, gegen die der Shitstorm tobt, mit dem diffusen Vorwurf gegen Facebook-Community-Regeln verstoßen zu haben, aus dem sozialen Netzwerk nimmt. Deshalb möchte die Atheist Alliance – Middle East and North Africa (AA-MENA). mit dem Tag #FacebookVSFreeSpeech den facebookchef Mark Zuckerberg bewegen, die Seiten wieder freischalten zu lassen.

#FacebookVSFreeSpeech

Der Kosten sparende, aber extrem fragliche Automatismus, nach dem Facebook zensiert, wenn es genügend Beschwerden gibt, ist gerade für Freidenker und Randgruppen eine Katastrophe. Er öffnet, wie sich inzwischen weltweit zeigt, den Hassaktionen von „Cyper Jihadisten“ und „Cyper Queeriban“ Tür und Tor für ihre Aktionen gegen Presse- und Meinungsfreiheit.

© Foto: By Derzsi Elekes Andor (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons