Die Stunde Null als heimliches Ziel: Krieg mit Russland, um anschließend den Great Reset leichter umzusetzen?

Mit einem einzigen Satz hat Friedrich Merz möglicherweise mehr über das Denken der politischen Klasse verraten als in unzähligen Sonntagsreden zuvor. Seine Aussage, eine wohlhabende Gesellschaft sei schwerer zu verändern als ein nach dem Krieg zerstörtes Land wieder aufzubauen, wirft eine beunruhigende Frage auf: Ist die fortwährende Eskalation von Krisen und Konflikten tatsächlich nur politisches Versagen – oder steckt dahinter die Hoffnung, durch den großen Bruch jene gesellschaftliche Transformation durchzusetzen, die demokratisch längst an ihre Grenzen stößt? Gastbeitrag

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einem Interview eine bemerkenswerte Aussage getroffen: „Eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, ist schwieriger, als ein Land nach dem Krieg wieder aufzubauen.“ Diese Worte erklären plötzlich so manches an der aktuellen deutschen und europäischen Politik echt schlüssig – vielleicht mehr, als dem Lügenkanzler, der hier wohl unfreiwillig die Wahrheit aussprach, selbst lieb ist. Merz’ Zitat wirft ein Schlaglicht auf die seit langem kritisierte Eskalationslogik der Transformationspolitik – und gibt einer bislang als Verschwörungstheorie geltenden provokanten These Nahrung: Treibt die regierende linke Transformationselite, die wegen fehlender demokratischen Mehrheit mangels Zuspruch der Bürger ihre Agenda nicht mehr verwirklichen kann, den Konflikt mit Russland bewusst in Richtung eines großen Krieges, um die anschließende völlige Zerstörung als Planfläche einer neuen Gesellschaft und Wirtschaftsordnung zu nutzen? Ist dies der nächste Versuch, durch eine vom Zaun gebrochene, am Reißbrett geplante oder bewusst provozierte Katastrophe Maßnahmen durchzuführen, die in Nichtkrisen- oder Friedenszeiten  am Widerstand der Bevölkerung zumindest auf Dauer scheitern würden? Dies wäre dann vier Jahre nach Ausklingen des – aus Sicht seiner Verursacher gescheiterten – Corona-Hypes der nächste, ultimative Versuch, einen zivilisatorischen Kaltstart durch Totalumbau der bestehenden Ordnung zu erzwingen. Mit dem Unterschied allerdings, dass nach diesem neuerlichen “Experiment“ womöglich keine Menschheit mehr da sein wird, die die verkommenen Eliten zur Verfügungsmasse ihrer totalitären Wahnvorstellungen machen können.

Der als Katalysator radikaler gesellschaftlicher Experimente –  das ist nicht neu. Die “Great-Reset”-Vision des Weltwirtschaftsforums – ihrerseits absurderweise bis heute teils immer noch als Verschwörung abgetan – liefert zumindest die rhetorische Blaupause: „You will own nothing and be happy.“ In Trümmern ist das leichter durchzusetzen als in einer bürgerlichen, eigentumsorientierten Gesellschaft. Merz’ Zitat klingt in diesem Kontext wie ein ungewolltes Eingeständnis: Die Eliten wissen, dass ihre Agenda im Normalzustand scheitert; deshalb die Dringlichkeit, den Konflikt nicht einzudämmen, sondern zur großen Schlacht zu machen. Natürlich ist das eine These, keine bewiesene Tatsache; es gibt durchaus auch noch rationale Sicherheitsinteressen, historische Verantwortung und echte Bedrohungsperzeptionen. Doch warum wird dann osteuropäischer Regionalkonflikt, in dem Deutschland rein gar nichts verloren hat, anstelle diplomatischer Handlungsoptionen zur existentiellen Konfrontation hochgefahren, während man gleichzeitig die eigene Energieversorgung, Wehrfähigkeit und gesellschaftliche Kohäsion systematisch plattmacht?

Whatever it takes

Stecken dahinter wirklich nur Naivität oder Moralismus – oder nicht vielmehr der wohlkalkulierte Wunsch, dass aus der Asche eine „bessere“ – nämlich radikal “transformierte” –  Ordnung entsteht? Und noch etwas kommt hinzu: Gerade die deutsche Geschichte lehrt, dass die “Stunde-Null”-Romantik gefährlich ist. Wer bewusst oder unbewusst auf den großen Bruch setzt, spielt mit dem Feuer. Statt Krieg als Hebel für Ideologie zu instrumentalisieren, sollte Politik auf Deeskalation, Diplomatie und Erhalt des Wohlstands setzen. Sonst riskiert Europa genau jene Zerstörung, die den Durchgeknallten in Berlin und Brüssel offenbar als “Chance” erscheint. Denn gerade die kartellparteiübergreifend “Superdemokraten“ und das Paradigma bestimmenden sozialismusaffinen Medien- und Kulturschaffenden sehnen sich nach “Überwindung” des Bestehenden, nach “Veränderung“ im Trugbild ihrer Elfenbeintürme, wie blutig und barbarisch sich diese Veränderung auch in der Realität konkret zeigt. Gerade Deutschlands Wohlstandslinken und -grünen ist seit jeher ein Dorn im Auge, dass in einer prosperierenden, weitgehend zufriedenen Gesellschaft, wie sie Deutschland vor Merkels Deformationsanstrengungen bis rund vor 20 Jahren noch war (cum grano salis jedenfalls), tiefgreifende Veränderungen ohne erkennbare Not und Nutzen nicht durchsetzbar sind.

Deshalb haben sie früh den Notstand als Werkzeug zur Durchsetzung ihrer illegitimen Machtausweitungspläne für sich entdeckt. Dies ist die Politik der angeblichen “Alternativlosigkeiten“, die nicht zufällig eben von Merkel eingeleitet wurde und nun in Merz‘ “Whatever it Takes“ kulminiert: Von der “Energiewende“ (wegen eines drohenden Klimakatastrophe) über die Migrationsagenda (begründet mit einer humanitären Krise von Syrien bis zum Hauptbahnhof Budapest) und Corona (zur Abwendung des millionenfachen Virentods) bis hin jetzt zur nibelungentreuen Ukraine-Solidarität (zwecks Verteidigung des freien Westens gegen den russischen Satan) – die Methodik ist durchschaubar. Doch überall in Europa zeigt sich, auch in Deutschland: Die Menschen spielen bei dieser Inszenierung nicht mehr mit. An den Wahlurnen wählen sie die Verantwortlichen dieser Agendapolitik ab – und ersetzen sie durch freiheitliche, ideologiefreie Parteien.

Keine Paranoia, sondern reale Gefahr

Diese Compliance-Verweigerung des Patienten – die Renitenz der anderswählenden Bürger, die sich darin auch nicht mehr durch Steinmeier’sche Wählerbeschimpfung, Nazi-Keulung, Dauerkriminalisierung und Ausgrenzung beirren lassen –, bedroht nicht nur die bisherigen Machthabenden und Great-Reset-Vollstecker in den Richtung Einstelligkeit abstürzenden einstigen Volksparteien, weshalb sie immer mehr Sozialkontrolle, Zensur und Überwachung der Medien und Oppositionsbekämpfung bis hin zu Verbotsanstrengungen vorantreiben. Sie stellt auch alles in Frage, was sie bereits “erreicht” haben – in Sachen Klimasozialismus, “Vielfalt” und Umerziehung. Bevor sie das endgültige Scheitern ihrer destruktiven “Errungenschaften” und das endgültigeZurückdrehen der Uhr (besser: des Zerstörungscountdowns) gewärtigen, greifen sie zum letzten Strohhalm. Stimmt die Vermutung, dann soll nun offenbar Plan B greifen – und Fakten geschaffen werden, die am Ende um jeden Preis einen Neustart erzwingen: Durch einen großen Krieg. So sehr hassen sie die Welt, in der sie selbst sozialisiert wurden und Karriere gemacht haben, so sehr verachten sie die eigene Kultur und Identität, die freie Gesellschaft, den Meinungspluralismus und die Marktwirtschaft, dass sie lieber einen Weltenbrand entfesseln, um bei Null beginnen zu können, statt den (absehbar aussichtslosen) Kampf um “Veränderung“ im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten fortzusetzen.

Betrachtet man die Eskalation gegenüber Russland und die Unversöhnlichkeit linker Demagogen gegen Andersdenkenden unter diesem Aspekt, ergibt auf einmal alles einen Sinn. Und Merz‘ Zitat – “Eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, ist schwieriger, als ein Land nach dem Krieg wieder aufzubauen” klingt auf einmal nach einer Roadmap, der die uns (noch) Regierenden folgen. Das ist keine Paranoia, sondern eine reale Gefahr – und den meisten ist sie nicht einmal im Ansatz bewusst. Shakespeares Satz “Verrückte führen Blinde“ war nie treffender als heute. Wenn dem so ist, stellt sich nur noch eine einzige Frage: Gelingt es uns noch rechtzeitig, diesen Verrückten in den Arm zu fallen? “Warum nur müssen wir soviel Geist in die Zerstörung friedlicher Verhältnisse aufbringen? Wer hält die Wahnsinnigen auf?”, fragte Nikolai Wassiljewitsch Gogol vor 200 Jahren. Und Alexander Puschkin antwortete ihm: “Nur das Volk, das sich seines besten Ziels erinnert: Frei zu sein!” Dass es ausgerechnet dieser Dialog zweier großer russischer Nationaldichter ist, der uns in unserem Widerstand ermutigen sollte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Der Beitrag erschien zuerst bei ANSAGE.ORG.


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PP-Redaktion
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