Zehn Jahre Philosophia Perennis – Ein Dank an unsere Leser und Unterstützer

(David Berger) Am 23. Juni 2026 wird Philosophia Perennis zehn Jahre alt. Zehn Jahre, in denen aus einem kleinen Blogprojekt eine feste Größe in der deutschsprachigen Medienlandschaft geworden ist. Zehn Jahre kontroverse Debatten, ungezählte Artikel, Millionen von Seitenaufrufen, Zustimmung, Widerspruch, Zuspruch und Anfeindungen.

Als Philosophia Perennis am 23. Juni 2016 – mit den Artikeln „Wenn einem Bischof das Minarett wichtiger ist als der Kirchturm“ und „Flüchtlingsdebatte: Die Religionsfreiheit steht auf dem Spiel“ – online ging, konnte niemand ahnen, welche Entwicklung dieses Projekt nehmen würde – und wie virulent die angesprochenen Punkte sich entwickeln wollten. Was mit dem Anspruch begann, Themen aufzugreifen, die nach Ansicht der Autoren in den etablierten Medien zu kurz kamen, entwickelte sich in jenen Jahren zu einem der meistdiskutierten politischen und gesellschaftlichen Blogs im deutschsprachigen Raum. Man darf nicht vergessen, dass es zu jener Zeit noch nicht die enorme Menge an alternativen Medien gab, die heute die Debatte weithin bestimmen.

Zehn Jahre gegen den Strom

In einer Zeit, in der die Medienlandschaft immer stärker von wenigen großen Akteuren geprägt wird, verstand sich Philosophia Perennis von Anfang an als unabhängige Stimme. Der Blog berichtete über Migration, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, gesellschaftliche Entwicklungen, Kultur und Politik aus einer Perspektive, die viele Leser anderswo vermissten. Unabhängig konnten wir auch deshalb sein, weil wir ganz bewusst auf Werbung, besonders auch von politischen Parteien, verzichtet haben. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass der Werdegang des Blogs eng mit dem Aufstieg der AfD zur Volkspartei verbunden ist. Von Anfang an waren wir bemüht, fair über die Partei zu berichten, ohne jemals Parteiorgan zu sein oder irgendwelche Gelder für unsere Berichterstattung anzunehmen.

Besonders in den Jahren der Migrationskrise, während der Debatten um Corona-Maßnahmen oder bei kontroversen kulturpolitischen Themen fanden zahlreiche Beiträge ein Publikum weit über die Stammleserschaft hinaus. Immer wieder gelang es, Themen frühzeitig aufzugreifen, die später in den allgemeinen gesellschaftlichen Diskurs und manchmal dann auch notgedrungen in die Mainstreammedien Eingang fanden.

Zu den Höhepunkten der vergangenen zehn Jahre gehörten zahlreiche Artikel, Interviews und Gastbeiträge, die hunderttausende Leser erreichten und intensive Diskussionen auslösten. Viele Beiträge wurden in sozialen Netzwerken breit geteilt und fanden ihren Weg in politische Debatten, Medienberichte und öffentliche Auseinandersetzungen.

Lob, das verpflichtet

Wer die Kommentarspalten, Zuschriften und E-Mails der vergangenen Jahre durchsieht, erkennt schnell ein wiederkehrendes Motiv: Viele Leser danken dem Blog dafür, Themen anzusprechen, die sie andernorts nicht ausreichend behandelt sehen.

Besonders häufig finden sich Rückmeldungen wie:

„Danke für Ihren Mut, auch unbequeme Themen anzusprechen.“
„Ich muss nicht jedem Artikel zustimmen, aber ich schätze die Vielfalt der Meinungen.“
„Ohne alternative Medien wäre die öffentliche Debatte deutlich ärmer.“

Solche Rückmeldungen waren und sind Ansporn und Verpflichtung zugleich. Sie erinnern daran, dass unabhängiger Journalismus und publizistische Arbeit nicht von einer Zwangsabgabe, sondern letztlich vom Vertrauen der Leser leben.

Kritik gehört zur Öffentlichkeit

Wo Positionen vertreten werden, gibt es auch Kritik. Philosophia Perennis blieb davon nie verschont.

Insbesondere Medienbeobachter, Journalisten und Organisationen wie Correctiv (wie das aussah, kann man sich nach den juristischen Niederlagen der NGO denken) haben den Blog wiederholt kritisch begleitet und seine publizistische Ausrichtung hinterfragt. Solche Auseinandersetzungen gehören zu einer offenen Gesellschaft und zu einer freien Presse. Wer publiziert, muss Kritik aushalten können. Ich habe mir dadurch die gute Laune nie verderben lassen und notfalls auch mit Humor auf die teilweise auch abstrusen Kritiken und Anfragen reagiert.

Gleichzeitig wurden manche Debatten von den Beteiligten als Ausdruck eines grundsätzlichen Konflikts über die Grenzen legitimer Meinungsäußerung verstanden. Während Kritiker dem Blog problematische Inhalte oder Zuspitzungen vorwarfen, sahen auch Kollegen aus den großen Medien darin den Versuch, missliebige Stimmen aus dem öffentlichen Diskurs zu drängen.

Versuche der Ausgrenzung und des Schweigens

Zu den Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre gehörten nicht nur inhaltliche Kontroversen, sondern auch praktische Herausforderungen. Sperrungen in sozialen Netzwerken, Einschränkungen der Reichweite, Werbeverbote, Kontokündigungen bei einzelnen Dienstleistern oder öffentlicher Druck auf Kooperationspartner wurden von vielen alternativen Medienprojekten als problematische Entwicklungen wahrgenommen.

Auch Philosophia Perennis sah sich wiederholt mit Maßnahmen konfrontiert, die als Versuche gewertet wurden, kritische oder oppositionelle Stimmen zu marginalisieren. Gerade in solchen Situationen zeigte sich die Bedeutung einer engagierten Leserschaft. Viele Unterstützer halfen durch selbstlose Spenden, technische Unterstützung, Weiterverbreitung von Artikeln und persönliche Ermutigung dabei, dass das Projekt fortgeführt werden konnte.

Ohne Leser gäbe es diesen Blog nicht

Der wichtigste Grund für das zehnjährige Bestehen von Philosophia Perennis liegt nicht in einzelnen Autoren, Gastbeiträgen oder Artikeln. Er liegt bei den Menschen, die den Blog täglich lesen.

Bei denjenigen, die Artikel teilen.

Bei denjenigen, die sachlich widersprechen.

Bei denjenigen, die Fehler melden.

Bei denjenigen, die finanziell unterstützen.

Bei denjenigen, die über Jahre hinweg treu geblieben sind.

Ein unabhängiges Medium existiert nur so lange, wie Menschen bereit sind, ihm Aufmerksamkeit, Vertrauen und Unterstützung zu schenken.

Der Blick nach vorn

Zehn Jahre sind in der schnelllebigen digitalen Welt eine bemerkenswerte Zeitspanne. Viele Projekte kommen und gehen. Philosophia Perennis besteht weiterhin – getragen von seinen Lesern, Autoren und Unterstützern.

Die kommenden Jahre werden neue Herausforderungen bringen: technologische Umbrüche, politische Veränderungen, neue Formen der öffentlichen Debatte und neue Fragen zur Zukunft der Meinungsfreiheit. Sich hier gegen eine immer perfider und technisch extrem aufgerüstete Zensurwut zu bestehen, wird sicher nicht ganz einfach sein.

Was auch kommen mag: Der Anspruch bleibt derselbe wie am ersten Tag – Themen aufzugreifen, Diskussionen anzustoßen und Raum für Stimmen zu schaffen, die gehört werden sollen und die man im Mainstream ganz bewusst verdrängt bzw. zum Schweigen bringt.

Danke!

Zum zehnjährigen Bestehen gilt daher vor allem ein Wort:

Danke.

Danke an alle Leser.

Danke an alle Kommentatoren.

Danke an alle Autoren und Gastautoren.

Danke an alle Unterstützer und Förderer.

Danke an alle Kritiker, die durch faire, teilweise sogar berechtigte Einwände zu einer lebendigen Debatte beigetragen haben.

Und danke an alle, die Philosophia Perennis in den vergangenen zehn Jahren begleitet haben.

Auf die nächsten zehn Jahre.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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