EIL: Linke zieht Eralp als Bürgermeister-Kandidatin zurück & Ferat Koçak nun im Rennen

Aus gewöhnlich schlecht unterrichteten, aber politisch bestens vernetzten Kreisen verlautet, dass die Berliner Linke über eine überraschende Personalrochade nachdenkt: Elif Eralp könnte als Bürgermeisterkandidatin zurückgezogen werden. Stattdessen soll Ferat Koçak ins Gespräch gebracht worden sein.

Ausschlaggebend seien, so die uns zu Ohren gekommene Version der Vorgänge, weniger klassische Verwaltungserfahrung oder wirtschaftspolitische Kompetenz als vielmehr die Fähigkeit, auch mit jenen Milieus im Gespräch zu bleiben, zu denen andere Politiker lieber einen gewissen Sicherheitsabstand wahren, gegen deren Willen aber der Hauptstadt-Slum nicht mehr regierbar sein soll. Besonders interessant sei dabei die Frage nach dem richtigen Umgang mit den arabischen Clanstrukturen der Hauptstadt. Während man im politischen Berlin noch immer vereinzelt darüber diskutiere, wie sich deren Einfluss zurückdrängen lasse, habe die Linke in dieser Personaldebatte einen anderen Ansatz entdeckt: Warum mühsam gegen bestehende Netzwerke arbeiten, wenn man sie auch in die politische Kommunikation einbeziehen könne?

Eralp habe sich, so jedenfalls die satirische Gerüchteküche, angesichts dieser neuen Anforderungen zunehmend unwohl gefühlt. In der zugespitzten Version soll sie inzwischen sogar Angst vor genau jenen Gesprächspartnern haben, mit denen ihre Partei künftig besonders intensiv kommunizieren möchte. Für diese Behauptung gibt es freilich ebenso wenig einen Beleg wie für die angebliche Personalentscheidung. Auch die Kontakte in die radikale propalästinensische Protestszene würden in dem Auswahlverfahren als zusätzliche Qualifikation gehandelt. Wo dabei die Grenze zwischen Dialogbereitschaft und politischer Nähe zu extremistischen Gruppen verlaufe, wolle man später in einem Arbeitskreis klären. Zusammen zünftig gefeiert habe man ja schon.

Eine offizielle Bestätigung der Personalie liegt nicht vor. Aber auch hier ist die Linke Avantgarde: sie hat gerade eine neue Definition von Integration erfunden: Nicht mehr die Parallelgesellschaft soll sich in die Stadtgesellschaft integrieren, sondern die Stadtpolitik in die Parallelgesellschaft.

****

PP ist auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Hier mit einem Klick:

PAYPAL (Stichwort Schenkung)

Oder per Überweisung auf

David Berger, IBAN: DE44 1001 0178 9608 9210 41 – BIC REVODEB2 – Stichwort: Schenkung

ÜBERWEISUNG (Stichwort: Schenkung)


Entdecke mehr von Philosophia Perennis

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

Trending

VERWANDTE ARTIKEL