Schweden wird von einer Serie sexueller Übergriffe auf hochbetagte Frauen erschüttert. Die Täter kommen vielfach ausgerechnet aus jenem Personenkreis, dem die Opfer zur Pflege und Betreuung anvertraut wurden. Zugleich stellt sich die Frage, welche Rolle der Migrationshintergrund von Tätern spielt und warum darüber bislang so wenig konkrete Daten vorliegen.
Wer im hohen Alter auf fremde Hilfe angewiesen ist, muss darauf vertrauen können, dass diejenigen, die ihn waschen, ankleiden und versorgen, seine Würde achten. Für zahlreiche ältere Frauen in Schweden wurde dieses Vertrauen auf erschütternde Weise missbraucht. Nach Angaben der schwedischen Polizei wurden zwischen 2022 und Januar 2026 insgesamt 143 Vergewaltigungen an Frauen über 60 Jahren angezeigt, bei denen der mutmaßliche Täter dem Opfer zuvor unbekannt war. Besonders häufig richteten sich die Vorwürfe gegen Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste und von Seniorenheimen. Noch umfangreicher ist eine andere polizeiliche Auswertung: Nach einem Bericht des schwedischen Rundfunks vom Juni 2026 wurden zwischen 2022 und 2025 rund 550 Vergewaltigungen angezeigt, bei denen Frauen über 60 Jahre in einem Pflege- oder Betreuungskontext betroffen waren. Es handelt sich um Anzeigen, nicht um 550 gerichtlich bestätigte Straftaten. Die tatsächliche Dimension könnte angesichts der besonderen Hilflosigkeit vieler Opfer allerdings noch größer sein.
Eines der Opfer war über 90 Jahre alt
Wie grausam solche Taten sein können, zeigt ein Fall aus Sundsvall. Dort musste sich ein ehemaliger Altenpfleger wegen sexueller Übergriffe auf vier ältere Frauen verantworten. Eines der Opfer war über 90 Jahre alt. Die Frauen befanden sich in einer Abhängigkeitssituation, die der Beschuldigte nach Darstellung der Staatsanwaltschaft für seine Übergriffe ausnutzte.
Doch die schwedischen Fälle werfen noch eine weitere Frage auf: Welche Rolle spielt die Herkunft der Täter? Eine wissenschaftliche Untersuchung von Ardavan Khoshnood und weiteren Forschern, die schwedische Registerdaten aus den Jahren 2000 bis 2020 auswertete, stellte eine statistische Überrepräsentation von Personen mit Migrationshintergrund unter den wegen Vergewaltigung Verurteilten fest. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung verschiedener sozialer und gesundheitlicher Faktoren bestehen. Allerdings untersuchte die Studie Vergewaltigungen an erwachsenen Frauen insgesamt, nicht speziell Übergriffe in Pflegeeinrichtungen. Aber: Wie stark die schwedische Altenpflege inzwischen von Zuwanderern geprägt ist, zeigen offizielle Regierungszahlen. Nach einer im März 2026 veröffentlichten Untersuchung sind landesweit mehr als 45 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege im Ausland geboren, in der Region Stockholm sogar 70 Prozent. Unter den männlichen Pflegekräften liegt dieser Anteil nach Regierungsangaben bei rund zwei Dritteln. Bereits 2022 stammten etwa 66.000 ausländisch geborene Beschäftigte aus Ländern außerhalb Europas.
Und in Deutschland?
Auch Deutschland hat allen Grund, genauer hinzusehen. Bereits jeder dritte Beschäftigte in der Altenpflege hat eine Einwanderungsgeschichte, während die Berliner Polizei in einer eigenen Untersuchung Hunderte Fälle von Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen dokumentierte. Besonders erschreckend ist dabei, wie häufig die Opfer aufgrund von Demenz, körperlicher Gebrechlichkeit oder eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit kaum imstande sind, sich zu wehren oder überhaupt Anzeige zu erstatten. Doch ausgerechnet bei der Frage, welche Rolle die Herkunft der Täter spielt, bleibt die Öffentlichkeit weitgehend im Dunkeln. Eine aussagekräftige bundesweite Statistik, die Sexualdelikte durch Pflegepersonal mit der Staatsangehörigkeit oder dem Migrationshintergrund der Beschuldigten verknüpft, fehlt. Das ist angesichts der Dimension des Problems nicht hinnehmbar.
Wer über Fachkräftemangel und die angebliche Unverzichtbarkeit ausländischer Pflegekräfte spricht, darf über mögliche Sicherheitsrisiken und die Herkunft der Täter nicht schweigen. Es kann nicht sein, dass Deutschland immer genauer erfasst, wie viele Zuwanderer in der Altenpflege beschäftigt sind, aber keine vergleichbar aussagekräftigen Zahlen darüber vorlegt, wer unter den Beschäftigten alte, wehrlose Menschen misshandelt oder sexuell missbraucht. Wo solche Verbrechen geschehen, müssen Täterherkunft, Kontrollversagen und institutionelle Verantwortung schonungslos offengelegt werden. Denn wer aus Angst vor politisch unerwünschten Erkenntnissen lieber schweigt, schützt nicht die Schwachen, sondern riskiert, dass die Täter unentdeckt bleiben. Unsere Alten haben ein Recht auf Schutz und Würde – und nicht darauf, dass ihre letzten Lebensjahre auf dem Altar einer beschönigenden Migrationspolitik geopfert werden.
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