(David Berger) Arbeitsmarkt, Migration, Geburtenentwicklung, Bildung, Energiepreise, Staatsverschuldung, Kriminalität und Meinungsfreiheit: Der hessische Landesverband der AfD hat die achte Ausgabe seiner umfangreichen „Faktensammlung“ veröffentlicht. Auf 80 Seiten trägt die Publikation Daten aus amtlichen Statistiken, wissenschaftlichen Untersuchungen, parlamentarischen Anfragen und Medienberichten zusammen. PP dokumentiert die wichtigsten Befunde.
Unter dem Titel „Deutschland im freien Fall? – Fakten statt Fake News 2026“ hat der AfD-Landesverband Hessen die inzwischen achte Ausgabe seiner jährlich erscheinenden Faktensammlung veröffentlicht. Verantwortlich zeichnet der hessische Landtagsabgeordnete Dr. Frank Grobe. Die erste Ausgabe war im November 2019 erschienen; die neue, 80 Seiten umfassende Publikation trägt die ISBN 978-3-00-087979-1 und erschien im Juli 2026.
Nach Angaben der Herausgeber sollen die Daten ein „breites Lagebild über die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Situation Deutschlands“ vermitteln. Als Quellen werden unter anderem Bundesbank, Statistisches Bundesamt, Eurostat, OECD und Vereinte Nationen genannt, daneben Bundes- und Landesministerien, parlamentarische Anfragen und Medienberichte. Die Autoren fordern die Leser ausdrücklich auf, die Angaben anhand der jeweils genannten Originalquellen selbst zu überprüfen.
Die Sammlung ist nicht als wissenschaftliche Studie konzipiert. Sie ist eine politische Publikation eines AfD-Landesverbandes und verbindet statistische Angaben regelmäßig mit Bewertungen und Forderungen von AfD-Politikern. Das sollte bei der Lektüre ebenso berücksichtigt werden wie der Umstand, dass ein erheblicher Teil des verwendeten Zahlenmaterials auf amtliche oder institutionelle Quellen zurückgeführt wird.
Neun Kapitel zur Lage Deutschlands
Die Publikation gliedert sich in neun große Themenfelder: Arbeit, Gesundheit, Rente und Soziales; Demographie und Migration; Bildung und Wissenschaft; Energie und Umwelt; Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit; Finanzen, Steuern und Europäische Union; Innere Sicherheit und Justiz; Meinungsfreiheit und Medien sowie Verteidigung.
Bereits diese Gliederung zeigt den Anspruch der Herausgeber: Es geht nicht um ein einzelnes Politikfeld, sondern um eine Gesamtschau der Entwicklung Deutschlands.
Arbeitsmarkt: Arbeitslosigkeit steigt
Einen Schwerpunkt bildet zunächst der Arbeitsmarkt. Für 2026 nennt die Sammlung für die Monate Januar bis April eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent. 2019 hatte sie bei 5,0 Prozent gelegen. Besonders ausführlich behandelt die Publikation den Migrationshintergrund von Arbeitslosen. Unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit und einen Bericht von „Nius“ heißt es, 52,6 Prozent der Arbeitslosen hätten einen Migrationshintergrund. 307.601 arbeitslose deutsche Staatsbürger hätten eine eigene Migrationserfahrung, seien also selbst eingewandert und später eingebürgert worden.
Dem stellt die Sammlung den stark gestiegenen Fachkräftezuzug gegenüber. Seit 2015 hätten 782.708 Menschen aus Nicht-EU-Staaten einen Aufenthaltstitel im Zusammenhang mit Arbeits- und Fachkräftezuwanderung erhalten. Allein 2025 seien es rund 205.000 gewesen, gegenüber 157.000 im Jahr zuvor. Die seit 2012 betriebene staatliche Kampagne „Make it in Germany“ habe bis 2025 mehr als 37,7 Millionen Euro gekostet.
Ein weiterer Befund betrifft die entgegengesetzte Wanderungsbewegung. Die Faktensammlung gibt an, Deutschland habe seit 2005 netto rund 1,14 Millionen Deutsche durch Abwanderung verloren; darunter befänden sich viele qualifizierte Arbeitskräfte. Für 2025 wird ein negativer Wanderungssaldo deutscher Staatsangehöriger von rund 97.000 genannt. Wichtigste Zielländer seien die Schweiz, Österreich und Spanien gewesen.
Krankenhäuser, Pflege und Rente
Auch die Entwicklung des Gesundheitssystems wird ausführlich dargestellt. Die Zahl der Krankenhäuser sei langfristig deutlich zurückgegangen. Während es 2000 noch 2.242 Krankenhäuser gegeben habe, seien 2024 noch 1.841 gezählt worden. Gleichzeitig sank die Zahl der Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner von 681 auf 566. Die Gesamtzahl der Betten habe sich gegenüber 1991 um etwa ein Viertel verringert, während die Zahl der behandelten Patienten um rund 25 Prozent auf etwa 19,4 Millionen Fälle gestiegen sei.
Bei der stationären Pflege verweist die Sammlung auf stark gestiegene Eigenanteile. Unter Einrechnung der Leistungen der Pflegeversicherung beliefen sich die tatsächlichen Kosten eines Heimplatzes nach einer zitierten AOK-Auswertung durchschnittlich auf 5.033 Euro monatlich. Demgegenüber nennt die Publikation durchschnittliche monatliche Rentenzahlbeträge von 1.416 Euro für Männer und 1.194 Euro für Frauen.
Einen eigenen Vergleich widmet die Faktensammlung Beamtenpensionen und gesetzlichen Renten. Die durchschnittliche Altersrente nach 45 Beitragsjahren wird mit 1.836 Euro angegeben. Dem stehen beispielhaft Pensionen nach 40 Dienstjahren zwischen 2.789 Euro für einen Sekretär und 6.158 Euro für einen Museumsdirektor gegenüber.
Geburtenrückgang und demographischer Wandel
Besonders umfangreich fällt das Kapitel über Demographie und Migration aus.
2025 seien in Deutschland noch 654.241 Kinder geboren worden, 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 1946 nicht mehr. Die Fertilitätsrate wird mit 1,32 Kindern je Frau angegeben. Zum Bestandserhalt einer Bevölkerung wären langfristig etwa 2,1 Kinder notwendig. Für Kinder unter fünf Jahren nennt die Publikation unter Berufung auf die Bundeszentrale für politische Bildung für 2024 einen Anteil mit Migrationshintergrund von 42,6 Prozent.
Parallel behandelt die Publikation die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche: Für 2025 werden 105.710 Abbrüche genannt. Seit 1996 summiere sich deren Zahl auf mehr als 3,4 Millionen. Die Herausgeber stellen diese Entwicklung ausdrücklich in den Zusammenhang des deutschen Geburtendefizits.
Ende 2025 hätten nach den in der Sammlung wiedergegebenen Destatis-Zahlen 25,8 Millionen von insgesamt 82,7 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund gehabt. 2005 waren es demnach 14,4 Millionen. Der Anteil sei damit innerhalb von 20 Jahren um 79 Prozent gestiegen; 31,1 Prozent der Bevölkerung hätten inzwischen einen Migrationshintergrund.
Einbürgerungen auf Rekordniveau
2025 wurden laut den zitierten Destatis-Daten 332.500 Menschen eingebürgert. Das waren 14 Prozent beziehungsweise 40.500 Personen mehr als 2024. Seit 2015 erhielten der Faktensammlung zufolge knapp 1,8 Millionen Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit.
Die größte Gruppe des Jahres 2025 bildeten mit 65.600 Personen syrische Staatsangehörige, gefolgt von türkischen mit 34.100 und russischen Staatsangehörigen mit 19.700 Einbürgerungen. Die politische Bewertung dieser Zahlen verbindet die Publikation unter anderem mit der doppelten Staatsangehörigkeit und der von der AfD geforderten Rückkehr zu einem restriktiveren Staatsangehörigkeitsrecht.
Auch der Familiennachzug wird gesondert behandelt. 2025 seien rund 110.400 entsprechende Visa erteilt worden. Seit 2017 summiere sich die Zahl auf 971.151. Rund 20.800 Visa des Jahres 2025 seien an Angehörige von Personen aus Syrien, Iran, Afghanistan und Irak gegangen.
Bürgergeld und Migration
Nach den in der Faktensammlung angeführten Daten waren von rund 5,2 Millionen Bürgergeldempfängern 2,4 Millionen keine deutschen Staatsangehörigen, entsprechend knapp 47 Prozent. Als größte ausländische Empfängergruppen werden Ukrainer, Syrer und Afghanen genannt. Rund 660.000 ukrainische Staatsangehörige hätten 2025 Bürgergeld bezogen.
Die Publikation stellt daneben die Quote der Bürgergeldbezieher innerhalb einzelner Staatsangehörigkeitsgruppen dar. Für Ukrainer nennt sie 52,1 Prozent, für Syrer 45,3 Prozent und für deutsche Staatsangehörige 5,6 Prozent.
Ein weiterer Kostenblock betrifft unbegleitete minderjährige Ausländer. Zwischen 2015 und 2024 seien knapp 190.000 von ihnen registriert worden. Für 14 Bundesländer seien Unterbringungskosten von mindestens 12,2 Milliarden Euro ermittelt worden; Bayern und Hamburg hätten keine Angaben zu den finanziellen Folgen gemacht, für Hessen seien ebenfalls keine vollständigen Zahlen verfügbar gewesen.
Bildung: Millionen Menschen ohne Berufsabschluss
Im Bildungsbereich verweist die Sammlung auf 6,4 Millionen Menschen ohne Berufsabschluss im Jahr 2024. Unter den 20- bis 34-Jährigen seien es etwa 2,76 Millionen gewesen. 1,68 Millionen der Ungelernten dieser Altersgruppe seien Menschen mit Einwanderungsgeschichte.
Dabei weist die Publikation erhebliche Unterschiede aus: Bei Nachkommen von Eingewanderten habe die Quote ohne Berufsabschluss 21 Prozent betragen, bei selbst Eingewanderten 38,8 Prozent. Für einzelne Nationalitäten nennt sie noch höhere Werte: 86 Prozent der Somalier, 76 Prozent der Syrer und 72 Prozent der Afghanen verfügten demnach über keinen beruflichen Abschluss.
Zugleich wird die staatliche Prioritätensetzung thematisiert. Deutschland habe 2023 rund 41 Prozent seiner öffentlichen Gesamtausgaben für soziale Sicherung verwendet. Bei den öffentlichen Bildungsausgaben habe Deutschland dagegen mit 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts unter dem OECD-Durchschnitt von 4,7 Prozent gelegen.
Wirtschaft: schwaches Wachstum und steigende Insolvenzen
Im wirtschaftspolitischen Kapitel verweist die Faktensammlung auf die im Juni 2026 auf 0,4 Prozent gesenkte Wachstumsprognose des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Zum Vergleich wird für die Industrieländer insgesamt ein Wachstum von 1,8 Prozent und für die Weltwirtschaft von 3,1 Prozent angegeben.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg nach den angeführten Daten von 16.040 im Jahr 2020 auf 24.024 im Jahr 2025. Gegenüber 2024 entsprach dies einem weiteren Anstieg um 10,3 Prozent. Mehr als 80 Prozent der Fälle beträfen kleinere Unternehmen. Die Forderungsausfälle werden mit 57 Milliarden Euro beziffert; direkt oder indirekt seien 285.000 Arbeitsplätze betroffen.
Im IMD World Competitiveness Ranking 2025 verbesserte sich Deutschland allerdings von Platz 24 auf Platz 19 unter 69 untersuchten Volkswirtschaften. Die Faktensammlung verschweigt diese Verbesserung nicht. Sie verweist zugleich darauf, dass Deutschland 2021 und 2022 noch Rang 15 belegt hatte. Besonders gut werde die wissenschaftliche Infrastruktur sowie der Bereich Gesundheit und Umwelt bewertet; in der Steuerpolitik lande Deutschland dagegen auf Rang 61.
Deutschlands Energiepreise im europäischen Vergleich
Ein wesentlicher Teil der wirtschaftspolitischen Argumentation betrifft die Energieversorgung. Für das erste Halbjahr 2025 nennt die Faktensammlung einen Haushaltsstrompreis von 38,4 Cent je Kilowattstunde in Deutschland. Der europäische Durchschnitt habe bei 28,7 Cent gelegen, Frankreich bei 26,64 Cent und die Niederlande bei 23,42 Cent.
Auch bei der Industrie sieht die Publikation einen Standortnachteil. Unter Berufung auf das McKinsey Global Institute wird darauf hingewiesen, dass Strompreise im traditionellen Industriezentrum entlang des Rheins und um Rotterdam inzwischen im Durchschnitt über 150 US-Dollar je Megawattstunde lägen. Gerade für energieintensive Produktion sei dies ein Wettbewerbsnachteil gegenüber China und den USA.
Die Faktensammlung widmet sich ferner dem zeitweiligen Überangebot erneuerbarer Energien. Sie verweist auf installierte Leistungen von 117 Gigawatt Photovoltaik und 78 Gigawatt Windkraft bei einem maximalen Verbrauch von rund 85 Gigawatt. Bei hoher Produktion könne deshalb Strom zu sehr niedrigen oder negativen Preisen exportiert werden, während Deutschland bei sogenannten Dunkelflauten Strom importieren müsse.
Fast eine Billion Euro Steuereinnahmen
2025 nahmen Bund, Länder und Gemeinden nach den zitierten Destatis-Daten 989,8 Milliarden Euro an Steuern ein. Das waren 42,1 Milliarden Euro oder 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 388,7 Milliarden auf den Bund, 415,3 Milliarden auf die Länder, 150,9 Milliarden auf die Gemeinden und 34,9 Milliarden Euro auf die EU.
Gleichzeitig warnt die Faktensammlung vor steigender Staatsverschuldung. Unter Berufung auf den Bundesrechnungshof heißt es, im Bundeshaushalt und den Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaneutralität und Bundeswehr solle 2026 beinahe jeder dritte Euro kreditfinanziert werden. Die Finanzplanung sehe von 2025 bis 2029 mehr als 800 Milliarden Euro zusätzliche Schulden vor. Der Schuldenstand des Bundes könnte dadurch 2029 auf 2,7 Billionen Euro steigen.
Parallel sollen die Zinsausgaben nach dieser Planung von 30,3 Milliarden Euro 2026 auf 66,6 Milliarden 2029 anwachsen. Damit würden mehr als elf Prozent der Bundesausgaben für Zinsen benötigt.
Die Publikation verweist außerdem auf mögliche erheblich höhere deutsche Beiträge zum EU-Haushalt. Nach dem Vorschlag für den mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 könnten Deutschlands jährliche Zahlungen nach den wiedergegebenen Berechnungen von knapp 22 Milliarden Euro um bis zu 80 Prozent auf 49,3 Milliarden Euro steigen.
29 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe
Ein eigenes Kapitel gilt den internationalen Zahlungen Deutschlands. Für 2025 nennt die Faktensammlung mehr als 29 Milliarden US-Dollar öffentliche Entwicklungshilfe. Deutschland habe damit in absoluten Zahlen vor den USA gelegen; hinzu kommen Leistungen der EU.
Die Publikation referiert hierzu die politische Forderung der AfD, Entwicklungsprojekte stärker auf Wirksamkeit und deutsche Interessen zu überprüfen und den Etat deutlich zu reduzieren.
Kriminalität: hoher Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger
Breiten Raum nimmt die innere Sicherheit ein. Die Faktensammlung stützt sich hier vor allem auf die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025.
Von insgesamt 2,05 Millionen registrierten Tatverdächtigen seien 1,23 Millionen Deutsche und 823.609 Nichtdeutsche gewesen. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen befanden sich 297.401 Personen, die in der verwendeten Statistik als Zuwanderer erfasst wurden.
Die Publikation vergleicht diese Zahlen mit einem ausländischen Bevölkerungsanteil von rund 17 Prozent. Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen betrug der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger demnach 46,9 Prozent, bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung 38,5 Prozent, bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung 48,7 Prozent und bei Raubdelikten 42,6 Prozent.
Fast 30.000 registrierte Messerangriffe
Für 2025 weist die Faktensammlung 29.243 registrierte Messerangriffe aus. 2024 waren es 29.014. Rund 50,6 Prozent wurden der Gewaltkriminalität und 47 Prozent Bedrohungsdelikten zugerechnet. Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen sei bei 40,5 Prozent der entsprechenden Delikte ein Messerangriff registriert worden.
Auch Bahnhöfe und Züge werden gesondert betrachtet. 2025 seien dort mehr als 980 Messerdelikte und mehr als 2.200 Sexualdelikte registriert worden; 5.660 Gewalttaten hätten sich gegen Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei gerichtet.
Meinungsfreiheit und öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Ein weiteres Kapitel behandelt die subjektive Wahrnehmung der Meinungsfreiheit. Grundlage ist unter anderem eine dimap-Umfrage im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung. Danach erklärten zwar 72 Prozent der Befragten, ihre Meinung grundsätzlich frei und offen zu vertreten. Gleichzeitig sagten 60 Prozent, sie seien heute vorsichtiger als früher, weil sie negative Reaktionen befürchteten. Nur 41 Prozent waren der Ansicht, überall ihre Meinung äußern zu können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen.
Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk richtet die Sammlung den Blick sowohl auf dessen Finanzierung als auch auf die parteipolitische Zusammensetzung von Talkshows. Für 2025 werden für die politischen Gesprächssendungen von ARD und ZDF 40,4 Prozent Auftritte von Unionspolitikern, 25,2 Prozent von SPD-Politikern, 15,4 Prozent von Grünen und lediglich 2,8 Prozent von AfD-Politikern angegeben. Dem stellt die Publikation einen Sitzanteil der AfD im Bundestag von rund 24 Prozent gegenüber.
Die Faktensammlung referiert außerdem die Forderung der AfD nach Abschaffung des Rundfunkbeitrags und nach einem steuerfinanzierten, deutlich verkleinerten öffentlich-rechtlichen „Grundfunk“. Dabei verweist sie darauf, dass eine Reihe europäischer Länder ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunk inzwischen aus Steuermitteln beziehungsweise dem Staatshaushalt finanziert.
Bundeswehr und Ukraine
Das letzte Kapitel widmet sich der Verteidigung. Nach dem von der Publikation herangezogenen Global-Firepower-Ranking steht Deutschland 2026 auf Rang zwölf der militärisch stärksten Staaten. Genannt werden rund 184.300 aktive Soldaten, 296 Kampfpanzer, 127 Jagd- beziehungsweise Abfangflugzeuge und 49 Kampfhubschrauber. Frankreich liegt in dem Ranking auf Rang sechs, die Türkei auf Rang neun.
Die Faktensammlung gibt zugleich eine Umfrage zur Wehrpflicht wieder. Danach sprachen sich 2025 rund 59 Prozent für deren Wiedereinführung und 37 Prozent dagegen aus. Besonders hoch sei die Zustimmung unter Anhängern von Union und AfD gewesen. Die AfD selbst fordert die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht und eine stärkere materielle Ausstattung der Bundeswehr.
Zur Ukraine-Unterstützung beziffert die Publikation die rein bilateralen deutschen Leistungen seit Beginn des Krieges auf rund 47,2 Milliarden Euro. Rechne man Deutschlands Anteil an den EU-Hilfen hinzu, ergebe sich eine Gesamtsumme von rund 90,6 Milliarden Euro. Für die Vereinigten Staaten werden 119 Milliarden Euro bilaterale Unterstützung genannt.
Ein politisches Kompendium aus 80 Seiten Zahlenmaterial
Die „Faktensammlung 2026“ ist damit vor allem ein umfangreiches politisches Datenkompendium. Ihre Auswahl und Anordnung folgen erkennbar der politischen Perspektive des herausgebenden AfD-Landesverbandes Hessen; die Publikation trennt dabei nicht durchgehend zwischen statistischem Befund, Interpretation und parteipolitischer Schlussfolgerung. Zugleich nennt sie zu den einzelnen Schaubildern und Aussagen regelmäßig die zugrunde gelegten Quellen und greift vielfach auf Daten von Destatis, Bundesagentur für Arbeit, BKA, Eurostat, OECD, Bundesrechnungshof und anderen Institutionen zurück.
Der Herausgeber selbst formuliert den Anspruch entsprechend zurückhaltend: Die Sammlung solle den Lesern „lediglich zur Information“ zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich eine eigene Meinung bilden könnten. Zugleich fordert er ausdrücklich dazu auf, die Angaben anhand der aufgeführten Quellen zu prüfen.
In dieser Funktion liefert die achte Ausgabe einen ungewöhnlich breiten Querschnitt durch jene politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kennzahlen, auf die sich die AfD im Jahr 2026 in ihrer Kritik an der Entwicklung Deutschlands beruft.
Hier gibt es die gesamte Studie als PDF: Faktensammlung 2026 – Final
***
Dieser Blog berichtet seit 10 Jahren frei und fair über die AfD. Dafür bekämpft man uns bis auf den heutigen tag mit allen möglichen Mitteln. Deshalb sind wir weiterhin dringend auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen. Wenn Sie helfen könnten, die Finanzierung der Technik sicherzustellen, wäre dies ganz großartig:
Oder per Überweisung auf
David Berger, IBAN: DE44 1001 0178 9608 9210 41 – BIC REVODEB2 – Stichwort: Schenkung
ÜBERWEISUNG (Stichwort: Schenkung)
Entdecke mehr von Philosophia Perennis
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.








