(David Berger) Eine Gruppe traditionsverbundener Katholiken ist derzeit auf einer der außergewöhnlichsten Wallfahrten der Welt unterwegs. Auf dem Kilimandscharo feiern sie die traditionelle lateinische Messe – und sammeln zugleich Geld für die Priesterausbildung in Tansania.
Es sind Bilder von beinahe unwirklicher Schönheit: eine karge Vulkanlandschaft, darüber der tiefblaue afrikanische Himmel, am Horizont ein Meer aus Wolken – und mitten darin ein katholischer Priester am Altar. Vor ihm kniet ein Gläubiger auf dem nackten Fels. Hier, hoch am Kilimandscharo, wird die traditionelle lateinische Messe gefeiert.
Der amerikanische katholische Publizist Michael J. Matt, Herausgeber der traditionskatholischen Zeitung The Remnant, gehört zu einer Gruppe von rund 20 Pilgern, die derzeit den höchsten Berg Afrikas besteigt. Matt dokumentiert die Expedition auf seinem Facebook-Profil mit Bildern und kurzen Tagesberichten. Michael J. Matt auf Facebook Schon vor Beginn hatte er angekündigt, dass die etwa einwöchige Besteigung ausdrücklich als katholische Wallfahrt gedacht sei. Tatsächlich beginnt der Tag auf dem Berg mit der traditionellen Messe. Am ersten Tag meldete Matt: „TLM before we start Day 1 of the Kili Climb.“
Auch am folgenden Tag wurde zunächst die Messe gefeiert, anschließend betete der Priester, der bekannte Geistliche Fr. Joao Silveira, mit den Pilgern und segnete sie für den weiteren Weg. Mitgeführt wird sogar eine Marienstatue. „Our Lady is heading to base camp!“, schrieb Matt zu einem der Bilder. Das Motto der gesamten Unternehmung lautet „Adveniat Regnum Mariae“ – „Es komme das Reich Mariens.“
Für die katholische Priesterausbildung in Afrika
Hinter der spektakulären Bergtour steht allerdings ein sehr konkretes Anliegen. Die Pilger sammeln Geld für die katholische Mission in Tansania und besonders für das St. Benedict House of Studies, wo junge Männer auf das Priestertum vorbereitet werden sollen. Benötigt werden unter anderem Schlaf- und Unterrichtsräume sowie eine Kapelle. Bereits eine frühere Kilimandscharo-Aktion brachte nach Angaben der Organisatoren mehr als 100.000 Dollar für das Projekt ein.
Die diesjährige Expedition führt über mehrere Tage bis zum Uhuru Peak auf 5.895 Metern. Mit zunehmender Höhe werden Sauerstoffmangel, Kälte und körperliche Erschöpfung zu einer erheblichen Belastung. Trotzdem wird die Liturgie nicht zum gelegentlichen Begleitprogramm degradiert. Sie steht im Mittelpunkt der Unternehmung. Michael Matt bringt den Gedanken dahinter in einem Satz auf den Punkt: „This Mass is worth suffering for. It’s worth climbing mountains for: Diese Messe sei es wert, für sie zu leiden – und Berge für sie zu besteigen.“
Kurz vor der entscheidenden Gipfeletappe bat Matt seine Leser um Gebet: „Summit push tomorrow!“ Bemerkenswert sei, so Matt, welche Anziehungskraft die traditionelle Messe sogar auf andere Bergsteiger ausübe, denen die Gruppe unterwegs begegne. Inzwischen sind jene eindrucksvollen Bilder entstanden, die derzeit in den sozialen Medien verbreitet werden: der improvisierte Altar in der kahlen Hochgebirgslandschaft, der Priester im traditionellen Messgewand, die Pilger auf den Knien und unter ihnen das Wolkenmeer.
Tansania ist ein katholisches Land
Natürlich braucht niemand den Kilimandscharo zu besteigen, um seinen katholischen Glauben zu bezeugen. Und doch haben diese Bilder eine starke Symbolkraft. Während in Europa seit Jahren über Einschränkungen der traditionellen Liturgie gestritten wird, tragen Katholiken Messgewänder, Altargerät und eine Marienstatue auf den höchsten Berg Afrikas.
Dabei geht es nicht um die nostalgische Erinnerung an eine untergegangene katholische Welt. Die Expedition sammelt Geld, damit in Afrika junge Männer zu Priestern ausgebildet werden und diese Liturgie an eine neue Generation weitergeben können. Hier liegt die eigentliche Botschaft der Bilder vom Kilimandscharo: Eine Messe, die manche längst der Vergangenheit zurechnen, wird buchstäblich auf neue Gipfel getragen: Adveniat Regnum Mariae“.








