Während die Welt auf Papst Leo XIV. blickt, gibt es einen Mann, der den neuen Pontifex so gut kennt wie kaum ein anderer: den peruanischen Priester Edgar Rimaycuna. Der erst 36-Jährige gilt als persönlicher Sekretär und engster Mitarbeiter des Papstes – als dessen „rechte Hand“ und Vertrauter, dessen Loyalität über viele Jahre gewachsen ist.
Rimaycuna stammt aus der nordperuanischen Stadt Chiclayo, jenem Bistum, das Robert Francis Prevost – der heutige Papst Leo XIV. – von 2015 bis 2023 als Bischof leitete. Dort begegneten sich die beiden erstmals, als der junge Edgar noch Seminarist war. Aus der anfänglichen Beziehung zwischen Bischof und Priesteramtskandidat entwickelte sich rasch eine tiefe geistliche und persönliche Verbundenheit.
Für Rimaycuna war Prevost weit mehr als ein Vorgesetzter. Er spricht von ihm als seinem geistlichen Vater und zugleich als einem Freund. Dieses Vertrauensverhältnis sollte den weiteren Lebensweg beider Männer prägen. Als Prevost die Leitung des Bistums übernahm, zog er den jungen Priester in seinen engsten Mitarbeiterkreis. Über Jahre hinweg begleitete Rimaycuna seinen Bischof bei den täglichen Aufgaben der Diözesanleitung und gewann dabei tiefe Einblicke in dessen Arbeitsweise.
„Vor meinem Bischof, meinem Freund“
Als Papst Franziskus Robert Prevost im Jahr 2023 nach Rom berief und ihn zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe ernannte, schien sich zunächst ein gemeinsamer Lebensabschnitt zu beenden. Rimaycunas öffentliche Abschiedsworte machten jedoch deutlich, wie außergewöhnlich ihre Beziehung geworden war:
„Vielen Dank, Monsignore Robert Prevost, für alles, dafür, dass du mir erlaubt hast, an deiner Seite zu arbeiten, aber vor allem für deine Freundschaft und dein Vertrauen. Vor meinem Bischof, meinem Freund. Gute Reise und eine große Umarmung! Oremus ad invicem!“
Doch die Trennung währte nur kurze Zeit. Bereits wenige Tage später folgte Rimaycuna dem Ruf seines ehemaligen Bischofs nach Rom. Auch dort wurde er erneut dessen engster Mitarbeiter. Sein Abschied aus Chiclayo brachte diese Berufung eindrucksvoll zum Ausdruck:
„Ich verließ Chiclayo mit Wehmut, aber mit dem Trost zu wissen, dass ein Freund auf mich wartet, mit dem ich weiter für das Wohl der Kirche arbeiten werde.“
Diskretion, Loyalität und gegenseitiges Vertrauen
Heute arbeitet Edgar Rimaycuna im engsten Umfeld des Papstes. Als persönlicher Sekretär organisiert er nicht nur Termine und Korrespondenz, sondern gehört zu jenem kleinen Kreis von Mitarbeitern, die den Alltag des Heiligen Vaters unmittelbar begleiten. Diese Aufgabe setzt ein außergewöhnliches Maß an Diskretion, Loyalität und gegenseitigem Vertrauen voraus. Der Peruaner studierte am Päpstlichen Bibelinstitut (Biblicum) in Rom und gilt als Spezialist für die Heilige Schrift. Seine Ausbildung ist somit wissenschaftlich anspruchsvoll, doch auch aus dieser Zeit sind keine vielbeachteten theologischen Publikationen oder kontroversen Vorträge bekannt.
Gerade weil Leo XIV. für seine ruhige, überlegte und wenig spektakuläre Art bekannt ist, erscheint die Wahl seines langjährigen Weggefährten konsequent. Rimaycuna kennt den Papst nicht erst seit dessen Wahl oder seiner Zeit im Vatikan, sondern begleitet ihn seit fast einem Jahrzehnt. Er kennt dessen Spiritualität ebenso wie seine Arbeitsweise, seine Prioritäten und seine menschlichen Eigenheiten. Damit verkörpert Edgar Rimaycuna einen Typus von Mitarbeiter, der im Vatikan selten öffentliche Aufmerksamkeit erhält, dessen Einfluss im Hintergrund aber kaum überschätzt werden kann. Persönliche Sekretäre gehören traditionell zu den engsten Vertrauten eines Papstes. Sie erleben Entscheidungen aus nächster Nähe, koordinieren den Tagesablauf und fungieren häufig als erste Ansprechpartner für zahlreiche kirchliche und diplomatische Kontakte.
Ob Edgar Rimaycuna künftig auch über die rein organisatorische Rolle hinaus zu einem wichtigen Berater des Papstes wird, bleibt abzuwarten. Unbestritten ist jedoch schon jetzt: Kaum jemand genießt das persönliche Vertrauen Leos XIV. in einem vergleichbaren Maß wie der junge Priester aus Chiclayo, dessen Weg untrennbar mit dem seines ehemaligen Bischofs und heutigen Papstes verbunden ist.
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