(David Berger) Was passierte genau heute vor 100 Jahren? Das erfährt man – unterhaltsam aufbereitet – bei dem neuen Youtube-Projekt „Blick in die Zeit“ (BLIDZ). BLIDZ ist ein Bildungsprojekt für Geschichte, das fachlich korrekt recherchierte Vergangenheit relevant in die Gegenwart bringt. Mit Hilfe von AI generierten Avataren und Stimmen wird ein historisches Feeling erzeugt.
Wer in Deutschland historische Vergleiche zieht, bewegt sich – sofern er dies nicht nach den Vorstellungen linker Deutungshoheit wagt – auf dünnem Eis. Zumal, wenn es um das absolute Lieblingsthema der Deutschen geht, den Nationalsozialismus. Vergleiche mit der Weimarer Republik oder gar dem Kaiserreich sind schon etwas ungefährlicher. Dass es davor noch eine Geschichte des Abendlandes gibt, kommt im gängigen Weltbild ohnehin kaum vor und wird schlicht als „dunkles Mittelalter“ abgetan.
Das dünne Eis, von dem wir gesprochen haben, rührt zumeist daher, dass neben dem Verlust der Verwurzelung in der Vorzeit, die Fähigkeit zum analogen Denken und einer kontextuellen Schau auf die Vergangenheit weitgehend verloren gegangen sind.
Auf der Suche nach unseren Wurzeln
Vielleicht ist diese Leerstelle aber auch dazu geeignet, ein neues Interesse an unserer Vergangenheit zu entwickeln. Nicht umsonst boomen Online-Plattformen für Ahnenforschung und Familiengeschichte, auf denen man seine Stammbäume erstellen (Familienmitglieder, Daten, Fotos hinzufügen), historische Dokumente durchsuchen (z. B. Geburts-, Heirats-, Sterbe- oder Volkszählungsunterlagen) oder gar DNA-Tests machen (Herkunft/ethnische Zusammensetzung und genetische Verwandte finden) kann.
Die Geschichte des Einzelnen jedoch ist immer auch eingebettet in die jeweilige Zeitgeschichte. Und ist es nicht tatsächlich spannend herauszufinden, was heute genau vor 100 Jahren passierte? Daher haben sich zwei Historiker dazu entschlossen, auf ihrem Youtube-Kanal die Nachrichten von vor hundert Jahren (historische Eilmeldungen und Wochen-Nachrichten) als kompakte Nachrichtensendung zu produzieren.
Aus Zeitungen/Archiven rekonstruiert – fachlich korrekt, just news no nonsense. Sie schauen auf Politik, Wirtschaft, Kultur, Technik und Alltag der 1920er/1930er und ordnen Ereignisse kurz ein, damit Zusammenhänge sichtbar werden.
Was sagt die Depesche zum 2. Februar 1926?
Die Ereignisse werden in zwei verschiedenen Formaten präsentiert: Wochen-Ausgaben nach Kalenderwoche sowie Eilmeldungen („Depeschen) zu einzelnen Ereignissen, oft mit Ortsbezug (z. B. Berlin/Wien/Budapest/New York). So zum Beispiel für den 1.Februar vor 100 Jahren:
Was außergewöhnlich für Youtube ist: Für Geschichtsinteressierte, Doku-Fans sowie Schule/Studium finden sich genaue Quellen/Hinweise in den Beiträgen. Sie stammen aus Digitalen Archiven historischer Zeitungen.
Ein Vorschlag, wie es besonders spannend wird: Erst die Nachrichten beim KONTRAFUNK hören, dann anschließend die Depeche des Tages. Und sich wundern: Geschichte wiederholt sich nicht 1:1, aber die Strukturen wie Politiker handeln, sind immer sehr ähnlich.
Hier geht es zu dem kostenlosen Youtube-Kanal: BLIDZ
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