Unser Foto der Woche kommt aus Berlin. Dort haben heute Nachmittag Mitglieder des „Aktions-Künstlerkomitees“ (AKK) versucht, eine vom „Zentrum für politische Schönheit“ illegal aufgestellt Säule, die Asche von Holocaust-Opfern aus aller Welt enthalten soll, zu entfernen.

Juden in aller Welt reagierten damals schockiert und empört über die Störung der Totenruhe. Nun wollte das AKK ein Zeichen gegen die Instrumentalisierung des Holocausts setzen.

Der Blog „tapferimnirgendwo“ schrieb zur Aufstellung der Säule:

„Ich fasse mal zusammen: Um eine Partei im Deutschen Bundestag des Jahres 2019 zu kritisieren, hat das Zentrum für Politische Schönheit die Totenruhe von Opfern des Nationalsozialismus gestört und die Asche der Ermordeten als öffentliches Spektakel für ihre politische Agenda missbraucht.“

Das ZPS macht seine eigenen Judendeportationen

Und weiter: „Das ZPS hat unter anderem einen Damm bei Auschwitz geöffnet, der von Häftlingen aus Asche aufgeschüttet wurde. In dem Vernichtungslager Auschwitz wurden von den Nationalsozialisten europaweit gefangen genommene Menschen vernichtet. Etwa neunzig Prozent der Opfer waren Juden. Das Zentrum für Politische Schönheit hat die Asche der Ermordeten im Jahr 2019 nach Berlin deportiert, um mit den sterblichen Überresten Politik zu machen.“

„Auschwitz-Überlebende sind bestürzt, dass mit diesem Mahnmal ihre Empfindungen und die ewige Totenruhe ihrer ermordeten Angehörigen verletzt werden.“

Der Blog zeigt weiter auf, dass der Missbrauch der Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere der Juden eine gefährliche Tendenz in der gesamten deutschen Gesellschaft ist. Und fasst zusammen:

„Das ZPS instrumentalisiert die Opfer des Nationalsozialismus und deportiert sie für die Kunst und die eigene politische Idee.“

Ewige Totenruhe verletzt

Auch in der jüdischen Welt zeigt man sich empört. Der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees zu der Aktion: „Auschwitz-Überlebende sind bestürzt, dass mit diesem Mahnmal ihre Empfindungen und die ewige Totenruhe ihrer ermordeten Angehörigen verletzt werden.“

Wie man zu dem ehemaligen Grünenpolitiker Volker Beck auch stehen mag – es ist lobenswert, dass er hier Strafanzeige erstattet hat.

Die RRG-Berliner Polizei, die beim illegalen Aufbau der Säule nicht eingeschritten war, stoppte aber nach etwa einer halben Stunde den Abbau der illegal errichteten Säule. Das ZPS soll zudem Anzeige gegen die Aktivisten erstattet haben.

Jetzt bleibt es spannend, wer nun in Berlin vor einem Gericht landet: Die Aktivisten des ZPS oder die des AKK? Mir schwant dabei Schlimmes…

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