(David Berger) Als ich vorhin mein E-Mail-Postfach öffnete, war das einer jener Momente, die zugleich erhebend und voller Wehmut sind: Gestern hat sich der langjährige Grünenpolitiker und Bundestagsabgeordnete Volker Beck über den E-mail-Verteiler für seine Pressemitteilungen von den Medienvertretern verabschiedet:

In der Mail heißt es: „Ich bin dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, 23 Jahre als Parlamentarier unsere Demokratie mitzugestalten und einiges bewegen zu können; dankbar auch für viele bereichernde Begegnungen, Erfahrungen und Chancen dazuzulernen. Nun sage ich Ihnen auf Wiedersehen!“

Zeit auch für Journalisten „Danke“ zu sagen: Lieber Herr Beck, es dürfte keinen Politiker der Bundesrepublik geben, der – jedenfalls gefühlt – so viele Pressemitteilungen wie Sie verschickt hat. Und das nicht nur an Wochentagen, sondern selbst an den Wochenenden. Damit haben Sie gerade dem journalistischen Nachwuchs eine Freude gemacht, der für die Onlineausgaben des Wochenendes oder die Montagsausgabe verzweifelt nach einem unkompliziert erreichbaren und mit der Meinung eines deutschen Durschnschnittsjournalisten deckungsgleichen Politkerstatement suchte.

Zeit auch für Journalisten „Danke“ zu sagen: Lieber Herr Beck, durch ihren geradezu missionarischen Homo-Aktivismus waren wir stets auf dem Laufenden, wie viel Homohass in Deutschland nach wie vor existiert. Da gab es tatsächlich einen Bürgermeister in Mecklenburg Vorpommern, der sich weigerte am „Christoper Street Day“ die Regenbogenfahne vor dem Rathaus zu hissen. Oder das berühmte Spaß-Bad von Bad Laasphe, in dem eine angestellte Kassiererin einem lesbischen Paar die Auskunft gegeben haben soll, für „Regenbogenfamilien“ gäbe es keinen Familenpass.

Zeit auch für Journalisten „Danke“ zu sagen, wenn sie selbst homosexuell sind: Lieber Herr Beck, als echter Sympathieträger, der seine Anliegen mit einer ruhigen Gelassenheit und einer kräftigen Portion Sexappeal vorträgt, wurden sie zu einem perfekten Sprecher der „Community“. Selbst im kleinsten Dorf in Deutschland, wo ARD oder ZDF glücklicherweise empfangbar waren, wusste man: so sieht also ein echter Schwuler aus. Als dann die Sache mit den 0,7 Gramm am Nollendorf passierte, wussten auch alle, was unsere absolute Lieblingsdroge ist. Wen wundert es da, dass es in der Folge ihrer Öffentlickeitsaktionen immer wieder zu Spontan-Konversionen von heterosexuellen Männern kam … Dass Sie sich daher so sehr für die Immigration einsetzten, ist nur schlüssig: Irgendjemand muss ja für den Nachwuchs sorgen, damit wir uns an der hoffnungsfrohen Jugend delektieren können.

Zeit auch für Journalisten „Danke“ zu sagen, dass sie uns rechtzeitig auf wichtige Dinge hinwiesen: Dass wir für unsere Zukunft besser Arabisch lernen, uns an Kinderbeschneidung und Schächten gewöhnen sollten. Damals waren Sie echter Trendsetter und erst jetzt, wo das Schächten als Stabbing von Tieren durch das tägliche Stabbing von Menschen ergänzt wird, wissen wir, wie sehr Sie Ihrer Zeit voraus waren.

Zeit auch für Journalisten „Danke“ zu sagen, dass Sie sich in Ihrer Abschieds-Mail völlig selbstlos bereit erklärt haben, uns weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen: „Ich bin nicht aus der Welt. Bei Bedarf können Sie mich künftig wie folgt erreichen: …“

Danke, danke, danke, Volker …