Um angeblich zum Zweck des Klimaschutzes das CO2 reduzieren zu können, wird der Bürger mit planwirtschaftlichen Maßnahmen wie dem neuen Klimapaket gegängelt. Aber viel zu wenig wird über Maßnahmen debattiert, die zumindest nach entsprechender Weiterentwicklung in Vereinbarkeit mit der Marktwirtschaft möglich wären und uns Verbrauchern viel staatliche Gängelung ersparen würde. Ein Gastbeitrag von Daniel Schweizer. 

Auf Druck der Klimaproteste verabschiedete der Bundestag vor kurzem das Klimapaket. Ob der Mensch durch die Treibhausgase von Verbrennungsmotoren tatsächlich den maßgeblichen Anteil an der momentanen Erderwärmung hat, darüber bewahre ich mir als Historiker und somit Geisteswissenschaftler ein Mindestmaß an Zurückhaltung. Aber es gibt mir auch zu denken, dass anerkannte naturwissenschaftliche Experten wie Prof. Dr. Ulrich Kutschera vor einer Klima-Hysterie warnen, ohne dabei vom Menschen verursachte Treibhausgas-Emissionen als Teil der Ursache zu bestreiten.

Umso mehr ist mir als Historiker aber bewusst, dass staatliche gelenkte Planwirtschaft noch nie als Erfolgsrezept für das funktioniert hat, wofür sie die Lösung bieten sollte. Gerade in den ehemaligen Ostblockländern zeigte sich bekanntlich, dass der Kommunismus weder für die soziale Frage noch für die Umweltfrage die Lösung bot. Umso absurder ist, dass von breiten Teilen der Umweltbewegung sozialistische Methoden zur Klimarettung gefordert werden. Dabei wird ziemlich wenig darüber debattiert, welche Versuche es schon gab, die in Vereinbarkeit mit der Marktwirtschaft Lösungen zum Klimaschutz Chancen bieten könnten.

Für Normalverbraucher nur begrenzte Möglichkeiten zum Konsumverzicht

Von der Politik und von der Klimaschutz-Bewegung werden permanent Forderungen gestellt, die letztendlich uns als Verbraucher zum Verzicht auffordern. Solange keine bezahlbaren Alternativen geboten werden, sind Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen dazu gezwungen, ganz oder beinahe unbezahlbare Preise für Mobilität und Energieversorgung in Kauf zu nehmen. Sicher kann jeder einzelne Mensch auch einen kleinen Beitrag leisten, um sparsam mit Energie umzugehen. Das fängt bei Kleinigkeiten an, wie beispielsweise das eingeschaltete Licht in der Wohnung auf die Räumlichkeiten zu begrenzen, in denen man sich gerade aufhält.

In der Fahrschule hat man auch gelernt, wie sich energiesparender mit dem Auto fahren lässt und man trotzdem schnell ans Ziel gelangen kann. Allerdings sind ja diese energiesparenden Verhaltensweisen der Klimabewegung nicht gut genug. Es ändert auch am Grundproblem nichts, dass für Normalverbraucher die Energiepreise viel zu teuer werden. Diese Sorge haben wohl so manche Klima-Aktivisten mit naturwissenschaftlichem Hintergrund nicht, die aufgrund ihres guten Gehalts die verteuerten Energiepreise locker bezahlen können.

Möglichkeiten zur CO2-Reduktion – ohne Konsumverzicht

Gerade weil der Konsumverzicht für so manchen Verbraucher, vor allem für finanziell weniger privilegierte Menschen, ein unzumutbares Ausmaß annehmen kann, muss endlich über Maßnahmen offener gesprochen werden, die keinen Konsumverzicht bedeuten. Die großen Errungenschaften, die die Menschheit weiterbrachten, kamen gerade nicht in der sozialistischen Planwirtschaft zustande.

Sie waren viel mehr ein Ergebnis bahnbrechender wissenschaftlicher Erkenntnisse oder von einzelnen Geschäftsleuten mit Erfindungsreichtum. Um für die erforderliche naturwissenschaftliche Forschung die nötigen finanziellen Mittel zu haben und individuellem Erfindungsreichtum den Rahmen von wirtschaftlicher Freiheit zu gewähren, bedarf es somit gerade der Marktwirtschaft.

So gelang es in einem Kohlekraftwerk in Indien 2017, Kohlestrom ohne CO2-Emmission zu erzeugen. Der Kraftwerkbetreiber hatte gar keine Klimarettung zum Ziel, sondern wollte einfach nur mit seinem Geschäftsmodell erfolgreich sein. Sein Geschäftsmodell war ein Katalysator, der das im Kohlekraftwerk anfallende CO2 in Natriumcarbonat umwandelte. Dieses fand wiederum seinen wirtschaftlichen Nutzen als Rohstoff für die Industrie, etwa in der Herstellung von Backpulver und Seifen. Die Technik fand auch zuvor schon bei Kohlekraftwerken Anwendung, in diesem Fall jedoch erstmals ohne staatliche Subvention.

Es berichtete auch 2016 bereits die WELT von israelischen Wissenschaftlern, denen durch Gentechnik die Zucht spezieller Bakterien gelungen ist. Diese mutierten Bakterien wandeln das als Klimagas verschriene CO2 in Zucker um – wie das bekanntlich auch Pflanzen und Algen bei der Photosynthese machen. Warum findet dies keine breitere Debatte? Wären nicht in der Weiterentwicklung solcher Maßnahmen Fördergelder besser aufgehoben als in die ideologisch aufgeladenen Gender Studies?

Ebenso berichtete N-TV 2017 über ein Versuchsmodell in der Schweiz, mit welchem CO2-Reduktion zum Zweck des Klimaschutzes mit wirtschaftlichen Interessen in Verbindung gebracht werden kann. Die Gebrüder Meier im Züricher Oberland erhoffen sich als Gewächshausbetreiber eine hohe Ertragssteigerung, indem sie mit Filtern CO2 aus der Umgebungsluft beziehen und damit ihre Pflanzen düngen. Der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Ulrich Kutschera verwies in mehreren Publikationen – darunter auch als Gastautor bei Philosophia Perennis – auf die Bedeutung von CO2 als Pflanzennahrung für die Photosynthese. Auf diesen naturwissenschaftlichen Grundlagen plädiert er für mehr Aufforstung und setzt auf natürliche CO2-Reduktion durch Pflanzen.

Ein Appell an naturwissenschaftliche Experten

Diese Beispiele zeigen, dass die zielgerichtete wissenschaftliche Erforschung und die freie Kreativität und Innovation im Rahmen einer selbstregulierten Marktwirtschaft viele Chancen bietet, ohne einschneidenden Konsumverzicht für den Klimaschutz Maßgebliches bewegen zu können. Sowohl naturwissenschaftliche Laien als auch naturwissenschaftliche Experten könnten durch Eigenverantwortung mehr zum Klimaschutz beitragen als die wirtschaftsfeindlichen Regulierungen durch den Staat.

Mit Sicherheit gibt es viele naturwissenschaftliche Experten, die gewinnbringende Ergebnisse erzielen, was wir Sinnvolles für den Klimaschutz tun können. Aber mir fallen unter ihnen leider auch einige negative Beispiele auf, die schwerpunktmäßig von anderen Verantwortung verlangen, mit der sie bei sich selbst anfangen können. Der bekannte Physiker Harald Lesch und die FFF-Aktivistin Leonie Brenner – sie belegt immerhin einen naturwissenschaftlichen Studiengang, der sich mit Klimaschutzmaßnahmen beschäftigt – sind dafür bekannt, für den Klimaschutz viele Schritte von der Politik zu fordern. Schritte, die von der Politik gemacht werden, bedeuten bekanntlich Bevormundung und Gängelung von uns Normalverbrauchern. Wir naturwissenschaftliche Laien tun durch so manche Achtsamkeit auf energiesparenden Konsum das, was wir mit unserem Kennen tun können. Wir müssen uns aber keine Bevormundung durch den Staat gefallen zu lassen.

Anstatt von anderen Konsumverzicht zu verlangen, wäre gerade genannten naturwissenschaftlichen Experten viel mehr zu empfehlen: Setzen Sie doch bitte Ihr Expertenwissen ein, um die tatsächlich sinnvollen Maßnahmen zum Klimaschutz weiter zu entwickeln. Beispiele für CO2-reduzierende Techniken, die gleichzeitig der Wirtschaft etwas bringen, wurden doch schon einige genannt. Wenn solche Techniken weiter entwickelt werden, dann können auch diejenigen Menschen weiterhin in wirtschaftlichem Wohlstand ohne staatliche Gängelung leben, die nicht das privilegierte Gehalt eines Naturwissenschaftlers verdienen.

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für ‚Philosophia Perennis’“