(David Berger) Frontal21 hat sich gestern auf die Suche nach der Reichsbürger-Verschwörung gemacht. Gefunden hat man nichts. Und sich deshalb mit einem von obskuren, von Soros finanzierten Fakenewsjägern unterstützen AfD-Bashing zufrieden gegeben.

Die ZDF-Sendung Frontal21, bei der man nicht weiß, ob sie mehr für ihre journalistischen Fauxpas oder für ihre peinliche gleichgeschaltete Hofberichterstattung bekannt ist, hat gestern wieder ein Meisterstück für Propaganda-Journalismus abgeliefert, das seinesgleichen sucht:

Zunächst hat man sich auf die Suche nach Reichsbürgern gemacht und in der Schweiz undercover ein angebliches „Reichsbügerseminar“ besucht. Das was uns Frontal21 als Originalzitate, die dort gefallen sein sollen, verkaufen will, liest sich wie aus einem Amadaeu-Antonio-Propagandapamphlet über „Rechte“. Und es handelt sich auch nicht um nachprüfbare Zitate.

Gedankenprotokolle von linken Journalisten statt Originalzitaten

Das Erstaunliche ist: Obwohl man offensichtlich alles mitgefilmt und mit-aufgenommen hat, bringt die Reportage ausschließlich Zitate aus einem von einem ZDF-Sprecher vorgetragenen „Gedankenprotokoll“. Daneben lässt man einen Film mit dem Seminarleiter laufen, der insinuiert, er würde gerade eben das sagen, was die Stimme aus dem Off vorliest.

Da fragt man sich doch: Warum diese Zitate, die rein aus der Erinnerung von einem oder zwei Journalisten stammen? Warum hat dieser die Zitate nicht direkt mitgeschrieben, was in diesem Zusammenhang völlig unauffällig gewesen wäre? Und warum das ganze Theater, wenn man Originalaufnahmen hat?

Wie die Macher des Stücks politisch so drauf sind, zeigt sich dann schön, wenn als erster Experte ein Mitarbeiter der häufig als linksradikal charakterisierten Amadeu-Antonio-Stiftung zu Wort kommt. Aus dem Infotext erfahren wir weiterhin, dass in die Recherche das Soros-finanzierte, auf die Verbreitung merkelaffiner Fakenews spezialisierte „Correctiv“ involviert war.

Wenn aus dem Gedächtnis von Hirnen zitiert wird, die geradezu besessen sind vom Kampf gegen Rechts, kann man ungefähr erfassen, wie wahrheitsgemäß das ist, was da rauskommt.

Polizisten mit Bananenkartons, in denen Waffen sein könnten

Kombiniert werden die Aussagen mit Filmaufnahmen von Polizisten, die zwei Bananenkartons aus einer Berliner Wohnung tragen, die angeblich voll von Reichsbürgerwaffen sind.

Dann wird zurück auf das Seminar geschwenkt, an dem tatsächlich ein Unternehmensberater, der Kontakte zur Spitze der SVP haben soll, teilgenommen haben soll. Was er angeblich gesagt haben soll, erfahren wir wieder nur aus einem Erinnerungsprotokoll des Amadeu-Antonio/Correctiv-Journalisten.

Er soll sich – welch ein Skandal! – gegen das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgesprochen haben. Und ihm soll zudem kein Reichsbürger bei dem Seminar aufgefallen sein. Was natürlich für die Redaktion besonders unverständlich ist, da sie sich vermutlich in jeder Lebenslage von Reichsbürgern bedroht sieht.

Linke Verschwörungstheorien

Da darf in dem Bedrohungsszenario der linken Aluhutträger natürlich auf keinen Fall die AfD fehlen. Und nach angestrengtem Suchen ist man dann auf eine kleine Anfrage der AfD gestoßen. Weidel, Gauland & Co hatten dort nachgefragt, wie viele Bundestagsabgeordnete einen Staatsangehörigkeitsausweis haben. Eine Frage, die – wie selbst Frontal21 kurz zuvor einräumen musste – juristisch durchaus eine Berechtigung hat, auch wenn sie derzeit rein praktisch nicht von Bedeutung ist.

Deshalb schwenkt man auch schnell auf die mit höchstem investigativem Know-how gewonnene Erkenntnis, dass der AfD-Bundestagsabgeordnete Udo Hemmelgarn mal in einem Verein war, der einen alternativen Wissenskongress veranstaltet. Bei diesem Kongress traten Referenten auf, die „auch bei Reichsbürgern“ gut ankommen. Fazit: Es gäbe also Schnittstellen zur Reichsbürgerbewegung. Was immer das genau heißen soll.

Ein Bundestagsabgeordneter wird gejagt

Und weil das alles so wenig hergibt, sodass sich der Text der Reportage auf Allgemeinplätze, die juristisch aussagelos sind, beschränkt, krönt man seine Reportage noch mit einer Journalisten-Hetzjagd auf den mehrfachen Großvater Hemmelgarn quer durch die Räume des Bundestags. Linker Propaganda-Journalismus von seiner besonders menschenverachtenden Seite.

Beendet wird die Verschwörungsreportage durch den Hinweis darauf, dass sich die Reichsbürger als „ganz normale Leute, wie Tierärzte, Elektroniker“ etc. tarnen. Man muss kein Schelm sein, um sich hier an Aussagen des „Stürmer“ über die jüdische Weltverschwörung erinnert zu fühlen.

Ex-Verfassungsschutzchef Roewer einig mit Hemmelgarn

Das Bizarre an der ganzen Geschichte: Während die Reportage ausgestrahlt wurde, war ich mit Hemmelgarn und dem Ex-Verfassungsschutz-Chef Roewer in einem Raum. Und es ging um die Frage der Überwachung der Reichsbürger durch den Verfassungsschutz: Roewer fand diese mehr oder weniger lächerlich, da es sich bei den Reichsbürgern schlicht um meist harmlose Spinner handele.

Hemmelgarn applaudierte zu dieser Einschätzung sehr kräftig.

Wer PP liest, weiß, dass wir uns immer wieder deutlich von Reichsbürgern und Reichsbürger-Thesen distanziert haben. Aber gerade die paar wenigen gefährlichen Reichsbürger, die es tatsächlich gibt, haben sich neben ihren linksextremen Kollegen vermutlich am meisten über diese Reportage gefreut.

Hat Frontal21 – vermutlich mehr aus Dummheit als aus Berechnung – die Aufmerksamkeit doch auf völlig harmlos erscheinende Personen gelenkt, die in der großen Mehrheit mit den Reichsbürgern nichts zu tun haben. Damit ist der Beitrag besonders gut dazu geeignet, das Problem verfassungsfeindlicher Gruppen und Institutionen zu verharmlosen bzw. den sinnvollen Einsatz gegen Extremisten lächerlich zu machen. Frontal21 ein Fall für die Überwachung durch den Verfassungsschutz?

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