Gut 17 Prozent für die Grünen in Bayern – alle Achtung, das muss man sich leisten können, das ist Dekadenz und Luxus pur. Einem Staat, dessen zentrale politische Weichenstellungen der letzten Jahre ausnahmslos Verträge zulasten Dritter darstellen (Leistungsträger, kommender Generationen, EU-Nachbarn), geht es offenbar noch immer viel zu gut. Ein Gastkommentar von Daniel Matissek

Sonst würde nicht ein knappes Fünftel der Wähler in Deutschlands größtem Flächenland – darunter die gebildeteren und bessergestellten Perzentilen der Bevölkerung – einer Partei die Stimme geben, die wie keine andere in feuchten Verbots-, Bevormundungs- und Umverteilungsträumen schwelgt.

Grüne Spitzenpolitiker markieren, wie weite Teile ihrer Stammwählerschaft, seit jeher die ultimative Benchmark in puncto politischer Heuchelei: Selbst vielfliegen, aber gegen den Ausbau des Münchener Flughafens kämpfen.

Grüne Bigotterie

ÖPNV, Spritpreiserhöhung, Senkung der Pendlerpauschale und Dieselfahrverbote propagieren, aber selbst in klimatisierten Dienstwagen durch die windradverschandelte Landschaft gondeln. Enthemmte Masseneinwanderung bejubeln, an die Integrationsbereitschaft der „Solidargemeinschaft“ appellieren und gegen Grenzen aller Art wettern – aber selbst in klimatisierten Nullenenergie-Eigenheimen der Vorstädte, mit Solardach, Carport und Bioobstgarten residieren, weit weg von den Hotspots der Erstaufnahmeeinrichtungen, Flüchtlingsheime und No-Go-Areas.

Solange der eigene Speckgürtel locker sitzt und das Kollektiv für die großen moralischen Weltentwürfe einsteht, lassen sich Energiewende, Zuwanderung, Grundeinkommen und Klimaneutralität trefflich predigen, Verzicht fordern und Grenzwerte strafbewehren. Zuerst kommt die Moral, Fressen gibt’s genug.

Verlegenheitsalternative heimatlos gewordener SPD-Wähler

Sicherlich profitierten die bayerischen Grünen unter trotz ihrer zwar sympathisch-attraktiven, aber erfrischend unfähig, weltfremd und altklug zugleich daherkommenden Spitzenkandidatin Katharina Schulze von ihrer Funktion als Verlegenheitsalternative heimatlos gewordener SPD-Wähler; doch das alleine erklärt noch nicht den bundesweiten Erfolgstrend einer Partei, deren Etatismus, Staatsverliebtheit und ideologische Durchdringung beängstigend sind.

Auch der Wahlkampf-Dauerbrenner der perpetuierenden diffusen Hetze gegen „Rechtspopulisten“ (worunter jeder noch so konstruktive Kritiker der deutschen Kamikazepolitik seit 2015 weiterhin undifferenziert subsumiert wird), mit der die Grünen bravourös von ihrer gänzlichen Konzeptlosigkeit beim Thema Innere Sicherheit ablenken konnten, kann nicht ursächlich sein für diesen Höhenflug.

Wolkenkuckucksheim Deutschland

Hinzu kommt bemerkenswerterweise, dass der Anteil grünen-affiner migrationsstämmiger Wahlberechtigter – jener Zielgruppe also, in der diese dem eigenen Volk stets abholde, exotischen Fremdeinflüssen gegenüber hingegen allzeit servile Multikulti-Mutterpartei ihre künftige Basis verortet – in Bayern mit am geringsten ist. Dennoch dieser gewaltige Stimmenzuwachs.

Was immer die Gründe dafür sein mögen, in dieser und den kommenden Wahlen: Niemand wird am Ende härter fallen als Grünen-Wähler, wenn dereinst die Realität ein bitteres Erwachen erzwingt – doch erstens ist das ein allenfalls schwacher Trost, und zweitens kann es dauern – denn dazu ist offenkundig noch zuviel Substanz da, im Wolkenkuckucksheim Deutschland.

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