oder : Wie man Fake-News über Fake-News generiert. Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

Der Papst hat zum „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 2018“ Fake News eine klare Absage erteilt. Eine gute Sache an sich. Welcher Mensch bei Sinnen kann da nicht zustimmen? Ein Interview mit Professor Klaus Meier von der Universität Eichstätt-Ingolstadt, Fachbereich Journalistik, zeigt jedoch, dass es angepasstem Journalismus bei Fake News nicht um die Problematik der Verifizierung oder Falsifizierung von Informationen geht, sondern um die Instrumentalisierung eines grundsätzlich richtigen Anliegens zugunsten der politisch und medial korrekten Denke.

Mein Bruder heißt Franz. Mein Papst heißt Franziskus. Mein Bruder ist Ingenieur. Mein Franziskus ist im Bereich „Religious Engineering“  tätig. Deepl.com, eine geniale Übersetzungsmaschine im Internet, übersetzt den Begriff mit „ Religiöse Ingenieurskunst“. Find ich gut.

Pastorale Kooperation mit politisch korrektem Systemdenken

Denn genau das ist es, was wir in Abständen immer wieder von Franziskus selbst, aber auch von seinen „Ingenieuren“ in der Verkündigung, d.h. seinen religiös korrekten Adlaten, zu hören bekommen. Nicht immer, aber immer öfter, sodass uns immer öfter das Hören vergeht. Beispiele gefällig?  … Alle Zuwanderer sind Jesus… das Flüchtlingsboot vor dem Kölner Dom als Altar… AfD – die neue Bezeichnung für Anti-Christ …

Nein. Es geht diesmal nicht um den Erzbischof aus Köln mit der Blechbrille, den Klassenclown Gottes. Mein Papst hat mehrere komische Freunde.

Einer davon sitzt in Eichstätt. Er ist Professor der Journalistik. Und er hilft uns endlich zu verstehen, was für einen Christen Fake News sind, und was man dagegen tun kann. Dazu gibt es jüngst ein Interview auf dem Kirchenkanal des Bistums.

Klar, Lügen gefallen vielleicht dem, der sie verbreitet, nicht aber dem, der sich nach ihnen irrtümlich richtet und eines Tages feststellen muss, dass er ihnen und ihren Verbreitern auf den Leim gegangen ist. Was also ist ehrenvoller, als sie, die Fake News, aus dem reißenden Fluss der Informationen zu fischen, damit sich die Wahrheit herauskristallisiert?

Fake News- ein Kampfbegriff zur Diskreditierung von Journalisten

Der Professor definiert zunächst korrekt, wie das jeder Kopf mit Hirnmasse kennt. Fake News, das sind Aussagen, die nur so aussehen wie Fakten, aber keine sind. Nun aber steigert der Professor deren Bedeutung.  Der Begriff werde als „Kampfbegriff“ verwendet, „vor allem von Politikern“, um „ Journalisten zu diskreditieren“, so dass mit der Aussage, etwas sei Fake News, keine „Diskussion“ mehr möglich ist.

Wir halten fest: Es geht bei Fake News um die Diskreditierung von Journalisten, die sich heute gerne, ihres Elitestatus’ bewusst, als „Dsch“ournalisten aussprechen. Dabei, so der Professor, „geht er [= P.F.] sehr konkret auf aktuelle Ereignisse, auf die konkrete politische Lage ein.“ (Konkretes, also von Papst Franziskus Gemeintes, erfahren wir in dem Interview leider nicht.).

Fake News – Handwerkszeug von Trump und Populisten

Doch wird die Realitäts-Lücke schnell geschlossen.  Was liegt näher, als endlich auf Trump zu sprechen zu kommen? Nein, so erfahren wir im Interview, Papst F. erwähne nicht explizit den amerikanischen Präsidenten, aber „viele Passagen kann man unmittelbar auf Donald Trump beziehen“. Man merke nämlich, dass in Europa und Deutschland Populisten „ein Hauptziel haben, nämlich die Gesellschaft zu spalten, und davor warnt Papst Franziskus“. (Zwischenruf:  Was hat das mit Fake News zu tun? ) Auf die Frage des (un)investigativen Journalisten nach Beispielen aus Deutschland hören wir… Na, was?

Natürlich finden sich Fake News, „wenn’s um das Thema Flüchtlinge geht“. Immer wieder seien „ Meldungen aufgetaucht, dass Flüchtlinge Verbrechen begehen, dass sie Vergewaltigungen begehen.“ Das, so der Professor, sei „nicht belegbar und erfunden“, werde aber „sehr gern und schnell verbreitet“. Das sei dann „ die Gefahr bei Fake News und sozialen Netzwerken.“

Das Wundermittel zur echten Wahrheit : Tagesschau und Radio

Doch weiß der Professor auch, wie man sich dagegen wehren kann. Sein Rezept liest sich so: Was von Journalisten überprüft wird, ist glaubwürdiger als das, was man in sozialen Netzwerken findet. Tagesschau und Radiosender sind verlässliche Informationsquellen. Man wird von ihnen in Deutschland sehr gut informiert. Sicherheit bieten all die Organe, die als Lügenpresse diffamiert werden.

Man darf unterstellen, dass der päpstliche Experte für Fake News nur „Tagesschau“ und „Radiosender“ konsumiert. Eine Prognose über die Qualität des zukünftigen Journalismus, der von solchen Ausbildern geformt wird, bedarf wohl angesichts der weitestgehend systemkonformen Medienlandschaft in Deutschland keiner Erläuterung.

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