(David Berger) Die Gralshüter der reinen Lehre des Systems Merkel unter dem Label „Correctiv“ sind weiter emsig in Sachen „Philosophia Perennis“ tätig. Am vergangenen Donnerstag erschien unter dem Titel „David Berger: Ein Theologe im Kampf gegen „Islamisierung” und „Nanny-Medien” (Untertitel: Über den Blog „Philosophia Perennis”) eine umfangreiche Abhandlung aus der Feder einer Praktikantin bei der roten Inquisition.

„Vor dem „Correctiv“-Tribunal werde ich nicht freiwillig erscheinen“

Aber zuerst einmal zur Vorgeschichte: Am 7.Juni 2018 bekam ich eine Mail von einer mir nicht näher bekannten Caroline Schmüser. In der Nachricht gibt sie sich als „Journalistin in der Faktencheck-Redaktion EchtJetzt von Correctiv.org“ aus. Sie arbeite gerade, so schreibt sie, „an einem Artikel über Ihren Blog ‚Philosophia Perennis’“. Und wolle nun ein Interview mit mir machen, zu dem ich mich spätestens bis zu einem bestimmten Datum zu melden habe.

Daraufhin erhielt sie von mir eine ebenso klare wie begründete Absage:

Nackte Männer im PP-Keller: Warum ich mit „Correctiv“ kein Interview führen werde

Eine Antwort auf dieses auf verschiedenen Wegen zugeschickte Schreiben habe ich nie erhalten. Stattdessen kam vor einigen Tagen eine mail, in der die Gute mit keiner Silbe auf die Gründe meiner Absage eingeht, sondern stattdessen im Stil der peinlichen Befragung und auf unangenehm fordernde Weise einen ganzen Fragenkatalog formuliert, den ich wieder bis zu einem bestimmten Datum (10. Juli) beantwortet bei ihr einzureichen habe.

Am Donnerstag dann erschien der Beitrag, für den Blog „Correctiv“, der zuvor  nie mit mir gesprochen hat.  Daher ist auch schon der Einleitungstext von einer Halbwahrheit („Fakenews „würde „Correctiv“ sagen) geprägt, wenn es dort heißt:

„EchtJetzt wollte herausfinden, wer hinter dem Blog steht. Und traf auf den Theologen David Berger mit Verbindungen zur AfD.“

Ganz viele Leser des Artikels werden durch diese wohl bewusst eingesetzte missverständliche Formulierung nun annehmen, dass ich tatsächlich vor der Richterbank der roten Gaubenswächter erschienen sei.

.An und für sich wäre es angesichts der extrem geringen Resonanz, die der Artikel bislang gefunden hat, überflüssig auf diesen Beitrag einzugehen. Da aber bereits profunde Repliken dazu verfasst wurden, hier eine kurze Info für unsere Leser.

„Correctiv“: Viel Geld für wenige Leser

Zunächst sollten alle Leser wissen: „Correctiv.org ist ein Hort derartig [von der Soziologie statt vom Journalismus geprägter] missionarisch Tätiger. Unter dem Titel „echt jetzt!“ klärt Correctiv fast täglich die wenigen, die den Blog von Correctiv lesen, darüber auf, welcher ideologische Feind heute aus ihrer Sicht eine Verfehlung begangen hat.

In der neuesten Variante dessen, was wir Diskreditierungsjournalismus nennen, geht es darum, David Berger, den Betreiber von Philosophia Perennis zu diskreditieren.

Warum?

Weil Bergers Blog zu den erfolgreichsten Blogs deutschlandweit gehört und Zugriffszahlen an einem Tag aufzuweisen hat, die Correctiv in einer Woche nicht aufzuweisen hat.“

Das das bei dem Wächterrat eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt, zeigt, dass es bereits im zweite Absatz heißt: „ Bergers Blog, online seit Juni 2016, ist heute ein Leitmedium in Kreisen der sogenannten „alternativen Medien“. Laut dem US-amerikanischen Statistikdienst „Alexa” hatte „Philosophia Perennis” in den vergangenen 30 Tagen zwischen 80.000 und 190.000 Besucher täglich. In sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook werden die Artikel von „Philosophia Perennis” bis zu hunderte Male geteilt.“

Wie befürchtet: Herumbohren im Privatleben politisch nicht gewollter Personen

Bei dem man sich zu allererst fragt: geht es jetzt um den Macher des Blogs, seine Vergangenheit im Vatikan, die Art seines Rauswurfs dort (wo man erstaunlicherweise die nachweislich halbwahre Version der kriminellen Hass-Seite kreuz.net übernimmt) und in der Homoszene – oder geht es um die Arbeit des Blogs, der man zunächst einmal zugestehen muss, dass sie nicht vollkommen deckungsgleich mit der Persönlichkeit und Lebensgeschichte des Autors ist?

Eine Frage, die bis zum Ende unbeantwortet bleibt, auch weil die Praktikantin wild mit verschiedenen Aspekten um sich wirft, die teilweise nur durch Stichwortasozziationen gedanklich zusammen gehalten werden.

Da gerade die biographischen Elemente des Blogbetreibers durch Bücher, Fernsehdokus, Radiosendungen und Reportagen in zahlreichen Zeitungen (von der SZ bis zum Spiegel) immer wieder aufbereitet wurden, ist die Länge, mit der hier erzählt wird, mit Sicherheit für viele Leser ermüdend, so dass sie bereits im ersten Drittel abspringen werden.

Das akademische Magazin Sciencefiles schreibt unter dem Titel „Diskreditierungsjournalismus: Ein Denkmal für David Berger“
in diesem Zusammenhang:

„Nachdem ein geraffter Teil der Lebensgeschichte von David Berger, den man mit, von der katholischen Kirche über das Outing als schwul zum Kritiker des Islam, überschreiben kann, dem Leser zugemutet wurde, und sich der Leser fragt, was dieses Wühlen im privaten Leben anderer, was dieser pseudo-journalistische Voyeurismus soll, wird schnell klar, worum es Schmücker mit diesem Beitrag geht: Diskreditierung.“

Im Unterschied zu „Correctiv“ analysiert dann Sciencefiles die Vorwürfe sorgfältig und weist sie stringent zurück:

„Berger treibe seine Kritik am Islam mit seinen Schlagzeilen auf die Spitze.

Wir haben bislang immer gedacht, Schlagzeilen seien dazu da, einen Beitrag pointiert zu überschreiben. Aber scheinbar ist man bei Correctiv der Ansicht, Überschriften dürften nicht pointiert sein. Warum Schmücker den eigenen Beitrag über Berger mit „Ein Theologie im Kampf gegen ‚Islamisierung‘ und ‚Nanny-Medien‘ auf die Spitze getrieben hat, ist so betrachtet entweder ein Mysterium oder ein Widerspruch oder der Ausdruck von Heuchelei.

Berger verbreite Falschmeldungen und Spekulationen

Der Vorwurf ist wie ein Boomerang, er kommt zurück, denn die nächste Zwischenüberschrift bei Schmücker lautet: „Fehlende Unabhängigkeit, große Beliebtheit?“ Das ist mindestens eine Spekulation, vielleicht auch eine insinuierte Falschmeldung. Dazu gleich mehr.

Zunächst zu den Falschmeldungen, die Berger vorgeworfen werden (die Spekulationen lassen wir aus, das ist wirklich zu lächerlich. Wenn man alle Aussagen, die als Spekulationen gelten, von Tagesschau oder Correctiv streichen wollte, hätten beide so gut wie nichts mehr zu sagen).

Falschmeldungen sind so alt, wie die Medien. Früher haben Zeitungen regelmäßig Gegendarstellungen gedruckt, weil sie eine Ente verbreitet haben. Dass man ausgerechnet einem Ein-/Zweimannblog vorwerfen will, dass sich unter den vielen Meldungen, die Berger pro Tag verbreitet, auch einmal eine oder zwei Falschmeldungen befinden, ist so als wollte man einem Nachrichtensprecher jeden Versprecher als Kriminalität gegen die deutsche Sprache auslegen.

Hinzukommt, dass Blogs, alternative Blogs, bei weitem nicht die Ressourcen haben, auf die z.B. Correctiv zurückgreifen kann, das eine lange Liste von institutionellen Spendern hat, die mit ihren Spenden eigene Agenden verfolgen, von der Bundeszentrale für Politische Bildung, über Open Society von George Soros bis zur Stiftung Vielfalt und Partizipation. Wer mehrere 10000 Euro spendet, der will auch Einfluss auf die Themen nehmen, vielleicht sogar bestimmte Diskreditierungsartikel bestellen. Aber natürlich ist das rein spekulativ. Nur sind manche Spekulationen glaubwürdiger als andere.

Vorwurf: „Fehlende Unabhängigkeit, große Beliebtheit?“

Wenn aus der intoleranten Ecke der Ewiggestrigen, die sich nicht an die neue Zeit gewöhnen können, ein Vorwurf kommt, von dem sich die Vorwerfenden versprechen, dass er diskreditierend wirkt, dann lautet dieser Vorwurf: Nähe zur AfD. Schmüser gibt sich einige Mühe, die Nähe von David Berger zur AfD herbeizuschreiben und quasi als Coup de Grace seiner öffentlichen Diskreditierung zu benutzen.

Ewiggestrig eben.

Selbst wenn Berger AfD-nahe sein sollte, wäre der Schluss von seiner AfD-Nähe auf eine fehlende Unabhängigkeit ein Schluss, der zu belegen wäre. Belege fehlen. Schließlich geht es um Diskreditierung, nicht um fairen Umgang.

Wären wir nicht der Fairness verpflichtet, dann könnten wir darauf hinweisen, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass David Berger von der AfD finanziell unterstützt wird, aber es Belege dafür gibt, dass Correctiv von der Open Society Foundation von Soros finanziert wird.

Wenn man versucht, andere mit Bewertungen zu diskreditieren, wie Schmüser das tut, dann muss man sich im Klaren darüber sein, es mit einem zweischneidigen Schwert zu tun zu haben: Den Claqueuren, denen es ausreicht, wenn man ihnen AfD zuruft, damit sie was auch immer und wen auch immer ablehnen, stehen die gegenüber, auf die der Name Soros denselben Effekt hat. Deshalb ist es immer besser zu argumentieren. Deshalb haben Sozialwissenschaftler versucht, Werturteile aus ihrem Gegenstandsbereich herauszuhalten. Deshalb haben sich Journalisten einen Ethos gegeben.

Heutige Journalisten-Darsteller scheinen davon noch nie gehört zu haben: Sie bewerten und diskreditieren als Berufszweck, vielleicht auch deshalb, weil sie nicht argumentieren können.

„[A] Es wirkt widersprüchlich: Während Berger die etablierten Medien für ihre angebliche Regierungsnähe kritisiert, scheint Berger selbst zum Sprachrohr einer Partei zu werden.

[B] Während er Medien der Verzerrung der Wahrheit beschuldigt, verbreitet er selbst über seinen Blog Falschmeldungen.“

[A] ist kein Widerspruch, denn der Mittelterm des Syllogismus ist einmal Regierung und einmal Partei. Korrektes logisches Folgern setzt einen identischen Mittelterm voraus. Nachzulesen in jedem Lehrbuch der Aussagen-Logik.

[B] ist ebenfalls kein Widerspruch: Ob die Aussage, dass Medien die Wahrheit verzerren, richtig ist, ist unabhängig davon, ob Berger ein, zwei, drei oder fünfzehn Falschmeldungen im Monat, Jahr, halben Jahrhundert verbreitet.

Zumindest rudimentäre Kenntnisse der Argumentation sollte man bei denen, die sich als Journalist versuchen wollen, voraussetzen können. Aber das kann man nicht. Denn es handelt sich nicht um Journalisten. Es handelt sich um politische Aktivisten, die ohne eine journalistische Qualifikation über andere Gericht halten, andere bewerten wollen.

Jede Gesellschaft hat ein Problem mit Personen, deren Qualifikation nicht nachgefragt wird. Douglas Adams hat dieses Problem in seiner Serie über die, die per Anhalter durch die Galaxis reisen, dahingehend gelöst, dass alle nutzlosen Berufsinhaber in ein Raumschiff gesetzt und ins Weltall befördert wurden. Das Raumschiff ist auf der Erde gelandet. Das Problem wurde also nicht wirklich gelöst.“ So weit Sciencefiles …

So schmerzhaft das sein mag, aber mir als Kirchenhistoriker sei die Bemerkung erlaubt, dass „Correctiv“-Gerichtshof, die Inquisition, anderen Reinerhaltern der Dogmen (politischer oder religiöser) Korrektheit, wie etwa seinem klandestinen Vorbild, der Inquisition,  intellektuell das Wasser leider nicht reichen kann. Dieses Manko durch perfide Strategien auszugleichen, wird auf Dauer nicht einmal mit den Millionen von Herrn Soros so richtige Erfolg haben. Um einen ordentlichen Scheiterhaufen anzubrennen, braucht man in jedem Fall wesentlich mehr Holz.

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