Vor einem Jahr, am 5. Juli 2017, starb der verdiente Kölner Alt-Erzbischof Kardinal Meisner. Zu dem Jahresgedenken hat Dr. Juliana Bauer faszinierende Gedanken über das Kreuz, die der Kardial bei der Eröffnungsmesse der Ministranten-Wallfahrt in Rom 2013 formulierte, gesammelt.

In seiner Predigt bei der Ministranten-Wallfahrt nach Rom 2013 widmete Kardinal Joachim Meisner dem Kreuz eine fesselnde Betrachtung. Der inmitten der vielen Jugendlichen ebenso jugendlich wirkende Geistliche, der zum letzten Mal als amtierender Erzbischof von Köln die Ministranten seines Erzbistums begleitete, zog diese mit seiner lebendigen Überzeugungskraft in seinen Bann, auf das sie mit einem überwältigenden Applaus antworteten.

„Liebe Freunde, ihr seid alle Kreuzesleute“, rief er den zahlreich im Petersdom versammelten Ministranten und Ministrantinnen zu, nachdem er den Bogen vom Kreuz im Dom der Weltkirche zu den Kreuzen in den Heimatkirchen geschlagen hatte.

„Ihr seid Kreuzesleute. Ihr seid getauft mit dem Zeichen des Kreuzes, ihr seid gefirmt mit dem Zeichen des Kreuzes, … eure Eltern segnen euch mit einem Kreuz auf die Stirn. … Viele Frauen und Mädchen tragen ein Kreuz auch als Schmuck, ….der Bischof trägt ein Kreuz auf seiner Kleidung.“

An dieser Stelle möchte ich innehalten und zum Tempelberg in Jerusalem blicken. Dorthin, wo zwei deutsche Amtsbrüder des Kölner Kardinals 2016 ihre Kreuze und damit ihre Zugehörigkeit zu Christus vor den Musulmanen versteckten, aus politisch gleichgeschalteter, durchaus auch feiger  „Rücksichtnahme“ – eine Handlung, die noch heute und immer wieder neu die Gemüter in deutschen Landen bewegt.

Es ist mir kein Kommentar Meisners dazu bekannt. Seine Antwort aber ist in einem weiteren Satz seiner Predigt zu entdecken:

„Wir Christen, wir sind Kreuzesleute. Und darauf können wir stolz sein.“

In einem umfassenden und anschaulichen Bild erläuterte der Erzbischof den Kindern und Jugendlichen im Folgenden das Kreuz. Er verwies auf die beiden Linien, auf die Horizontale, die er die Weltlinie nannte und die Vertikale, die Gotteslinie.

Seine Betrachtung galt zuerst der Waagerechten, der Weltlinie, auf der er alle Menschen dieser Erde sah: die Verstorbenen, die jetzt Lebenden und die zukünftig Lebenden. Er sah die große Last dieser Waagerechten und erkannte zugleich auch die Sackgasse der Menschen, die sich nur der Horizontalen verschreiben:

„Es gibt dort keinen Aufstieg nach oben, es geht nur nach rechts oder links. Der Mensch kommt nicht über sich selbst hinaus.“

Daraus folgernd setzte er die Weltlinie mit dem „großen Minus der Welt“ gleich – eine Minuslinie, die jedoch von der anderen Linie, der Vertikalen, der Gotteslinie, durchkreuzt wird. Meisner verglich das Herabkommen Jesu auf diese Erde mit der vertikalen Linie des Kreuzes, Jesu Kommen mit der Durchkreuzung alles Irdischen, welches

„aus dem Minus der Welt das große Plus machte… Und deshalb sind wir Christen alle Plustypen!“

Dem „wichtigsten Punkt“ der Horizontalen, dem Kreuzungspunkt, von wo aus der Weg nach oben führe, schenkte der Erzbischof eine eigene Betrachtung. Er sah in diesem Punkt die Gegenwart Christi und zog an dieser Stelle die Verbindung vom Kreuzungspunkt und den Orten, an denen Christus für die Gläubigen gegenwärtig ist: im Tabernakel und in der Heiligen Messe.

Im Zitat der Akklamation aus dem eucharistischen Hochgebet „Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir“ stellte er für „seine Messdiener“ die untrennbare Einheit von Jesu Tod und Auferstehung heraus – um dann die jungen Menschen noch einmal mit der ihm eigenen Glaubensfreude wortgewaltig daran zu erinnern, dass sie „Kreuzesmädchen und Kreuzesjungen“ seien (analog zu seiner in vielen Predigten gemachten Aussage, dass Christen Osterleute, Auferstehungsleute sind):

„Wir haben Grund auf unsere Berufung stolz zu sein… Wir können mit geradem Rücken und erhobenem Haupt durch die Welt gehen…

Wir sind wer, wir sind Kreuzesfrauen und Kreuzesmänner! Wir haben Zukunft!“

Mögen die derzeitigen deutschen Bischöfe die Zukunft unserer christlichen Familien und damit die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen nicht  zer-stören und ausverkaufen!

Mögen sie sich auf ihren eigentlichen, von Jesus Christus verliehenen Auftrag besinnen: seinen Tod und seine Auferstehung mutig zu verkünden! Mit allen daraus folgenden Konsequenzen als Hirten der ihnen anvertrauten Christenheit.

Und noch ein kleiner Rat an die Herren und Damen Theologen: Die Lektüre der Homilien des verstorbenen Alt-Erzbischofs ist sehr empfehlenswert!

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Unerschütterlich fest im Glauben: Kardinal Meisner ist tot

 

 

 

 

 

 

 

 

25 Kommentare

  1. Geradlinigkeit ist anerzogen und wer sich nicht angenommen fühlte oder nebenherlief, der wird in der Regel ein seelischer Krüppel und solche Menschen wie Kardinal Meisner gibt es leider immer weniger, denn wer keinen inneren Kompaß besitzt, hat auch keine Zielführung mehr und das ist ein großes Problem innerhalb der Gesellschaft und schlägt sich nieder von ganz oben bis in tiefste Kreise.

  2. Ich hatte das Glück, den Kardinal Meißner in seiner Zeit als Weihbischof in Erfurt
    kennenzulernen. Ein großartiger Mensch, ein Christ vom Herzen her und ein auf-
    recht Gehender in der schweren Zeit für die katholische Kirche in der DDR. Kein
    Marx, kein Bedford-Strohm. Nicht um sein Leben hätte er sein Christsein verleugnet!

  3. WENN die CHRISTEN wollen, WIRKLICH wollen (?), dass die Kirchenfürsten wieder christliche, statt muslimische Interessen verfolgen, dann müssen sie eben einmal im Leben konsequent sein, und mit den Füßen abstimmen (=AUSTRETEN).
    Mit Meckern alleine, wird man da keinen Blumentopf gewinnen. Die CHRISTEN selbst haben es in ihrer Hand, zu agieren…..

    • Wer katholisch ist, bleibt katholisch. Katholisch zu sein hat nichts mit der Zugehörigkeit zu einem Verein zu tun, sondern mit Glauben an Jesus. Wer etwas ändern will, soll aktiv mit anpacken und auch mitbeten. Das bringt wirklich etwas, denn austreten bedeutet auch, nicht mehr mitreden zu können.

  4. „Wir Christen, wir sind Kreuzesleute und darauf können wir stolz sein.“ Durfte vor einigen Jahren den verstorbenen Erzbischof Kardinal Meisner im Kölner Dom, nach einem Pontifikalamt kennen lernen.Unter seinem ehemaligen Wirken, wäre diese Linksversiffte Asylindustrie nie
    ein Teil der katholischen Kirche geworden.Und somit hätte auch keiner seine Kreuze auf dem Kalvarienberg verstecken brauchen.

  5. Ja, wir haben es doch etwas vernachlässigt, das mit dem Kreuz, nehne mich selber nicht aus. Doch haben viele, es werden noch mehr, so auch ich, die Kurve wieder bekommen. Von den „Institutionen“ Kirche aller Couleur sollten wir uns distanzieren, biedern sie sich allesamt dem Islam an, das wird sie nicht schützen. Nehmen wir das Kreuz auf den Rücken, um uns zu befreien.

  6. Sehr guter Artikel, Herr Berger! Das Christentum muss sich hier und jetzt behaupten, oder es wird untergehen und die Menschen mit leeren Händen und leeren Herzen zurücklassen. Diese Leere wird dann bei den Schäfchen durch den Islam, oder bei den Kampfbereiten durch das Germanentum gefüllt werden. Was das in der Konsequenz bedeutet, scheint der Führungsriege des Christentums nicht klar zu sein.

    • Und WOHER (?) sollen die Behauptungs-Kräfte des „Christentums“ kommen? Die Wahrheit ist, dass das „Christentum“ seit Jahrzehnten gemeinsame Sache macht, mit den Umvolkungs-Strategen von UN und EU, und dies als „Humanismus“ tarnt……

      • Wir sollen unterscheiden, ob der Institution Kirche, da gebe ich Ihnen Recht, und dem Christentum als Glaube in der Reinform. Die Bibel wird doch von Spezialisten so ausgelegt, dass es je nach politischer Ausrichtung, passt. Doch das geschriebene Wort, trifft es auf ein reines Herz, ist nicht verhandelbar.

      • @Goldfisch
        Exakt. Es wird Zeit, die Institution Kirche grundlegend in Frage zu stellen. Eine Kirche, die das Christentum gegen schnöden Mammon an die Konkurrenz verrät und verkauft, hat den Schutz dieses Staates nicht verdient.

      • @Hasenfuss
        Wer Gott folgen will, bitte sehr. Falschen Hirten sollte aber kein Christ der Welt hinterher laufen. Ich will die Basis rebellieren sehen…

  7. Tja, aber jetzt ISSER HALT TOT. Jetzt haben wir die Woelkis, Bedford-Strohms, Franziskusse und Käßmaninen……..

    AMEN! Oder heißt das jetzt Allahu Akbarrrrrrrrrrr?

  8. Inhaltlich 100 % (hundert Prozent) mit einverstanden
    (wobei ich heftige emotionale Diskussionen über Nebenthemen nicht ausklammere).
    Hauptsache ist aber Hauptsache.
    Nebenthemen sind Nebenthemen.

    • Solcher Art von Indoktrinations-„Gymnasien“ gibt es doch mittlerweile massenhaft in ganz Germoney.
      Linksgrüne Gehirnwäsche in allen Poren……der Republik.

    • ….und – zumindest die meisten – Eltern klatschen und jubeln…..was zeigt, wie krank diese Gesellschaft in Wirklichkeit längst ist. MERKEL ist lediglich das Fleisch gewordene SYMPTOM einer durch und durch geisteskranken Gesellschaft.

  9. Kirchenmänner wie Meisner, oder auch der Dyba in Fulda(kann sich überhaupt noch jemand an den erinnern?) scheinen – zumindest in Deutschland – ausgestorben. Die linken, „liberalen“ und „fortschrittlichen“ Kräfte geben den Ton in den Kirchen an.

  10. Nannte Meisner LGBT-Leute nicht einmal „schwules Pack“?
    Er mag das Kreuz nicht versteckt haben, was ein skandalöser Vorgang war dieser beider Trottel, aber Meisner war doch sehr homophob…………

    • Ich habe zwar nicht 82 Jahre neben Meisner gestanden und alles mitgehört, aber ich denke, dass er so etwas ganz bestimmt nicht gesagt hat. In solche sprachlichen Niederungen pflegte er sich nicht herab zu lassen. Dies weiß jeder, der mit ihm einmal gesprochen hat. Die Mythen der Verächtlichmacher kann man sich schenken. Da bewundere ich doch eher Herrn Berger, wie er die Kurve gekriegt hat.

  11. Nur weil es unter denen charakterlich noch sehr viel schlimmere Ross Täuscher gibt bleibt es dabei.
    Traue niemandem, der in Frauenkleidern rumläuft und die Hirne von kleinen Kindern vernebelt. Gespensterglaube ist die Geißel der Menschheit geblieben, seid unsere Vorfahren von den Bäumen gestiegen sind.

  12. In solchen Sachen war Kardinal Meisner ganz gross.
    Aber die Widersprüchlichkeiten bleiben. Leider.

  13. Ein sehr schöner und ermutigender Blog für eine Christin, die ich bin. Ich trage meinen Glauben nicht zur Schau, aber ich werde mir diesen auch nicht nehmen lassen. Es ist mein Glaube und es freut mich solche Worte hier zu lesen. Mein kleines goldenes Kreuz trage ich mit Stolz und Überzeugung. Wem es nicht passt darf gerne wegsehen

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