(David Berger) Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als wir in der Schule unsere Nationalhymne lernten, bei mir in Bayern war es sogar noch die Bayernhymne obendrauf: „Gott mit dir, du Land der Bayern“ …

Und es war – damals in den 80ern – keine primitive Überheblichkeit, sondern die Freude darüber in einem Land der Einigkeit und Freiheit und des Rechts zu leben, die meine Brust erfüllte.

Freude auch darüber, entschieden in Deutschland für den Rechtsstaat, die Demokratie, für Menschenrechte und gegen den Antisemitismus kämpfen zu können. Etwa 30 Jahre nachdem das Land meiner Väter und vor allem meiner Großväter den Zweiten Weltkrieg vom Zaun gebrochen hatte und sich – neben den Vergehen an vielen anderen Menschengruppen – vor allem an den Juden in einer Weise schwer versündigt hatte. Gegen den Willen meiner Großmutter väterlicherseits hatten mir meine Eltern 1968 den Namen „David“ gegeben, um selbstbewusst auch das jüdische Erbe, das mütterlicherseits noch vorhanden war, wieder zu betonen.

Immer war mein Verhältnis zu meinem Vaterland von dieser Freude geprägt, die – auf gut katholische und damals nie nationalistische Weise – zugleich Scham und Stolz, Sünde und Gnade kannte. 

Ich muss gestehen: seit geraumer Zeit bahnt sich bei mir eine Verschiebung dieses Gleichgewichts an. Immer öfter schäme ich mich, Deutscher zu sein. Wenn ich etwa bei meine ungarischen oder französischen Freunden auf das System Merkel angesprochen werde, dass in unguter Tradition ganz Europa sagen will, wo es langgeht. Oder wenn mich meine israelischen Freunde auf die immer schneller zunehmenden und immer extremer werdenden antisemitischen Ausfälle nicht nur in Berlin ansprechen.

Gestern war für mich der Punkt erreicht, wo dieses Gleichgewicht endgültig verloren ging: Nicht dass die UN-Vollversammlung von den USA forderte, die längst überfällige Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt zurücknehmen, war der Auslöser. Damit war zu rechnen. Im vergangenen Februar hatten die deutschen Medien den Skandal bekannt gemacht. Damals schrieb ich hier:

„Erschütternde Beispiele für einen von der Bundesregierung finanziell mit möglich gemachten groben Israel-  und Judenhass sowie Hitlerkult enthält der Bericht, den die Organisation UN-Watch jetzt vorgelegt hat. Auf mehr als 100 Seiten dokumentiert die Organisation perfide, zutiefst menschenverachtende Äußerungen von Mitarbeitern des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Passenderweise sind all diese Mitarbeiter in Schulen als Lehrer und Schulleiter tätig.“

Dass die Bundesregierung diese Aktivitäten 2016 mit 76 Mio Euro an Steuergeldern unterstütze, schrieb ich damals der Unkenntnis dessen zu, was da in Wirklichkeit mit unseren Geldern angestellt wird …

Das war bei mir offensichtlich der Wunsch der Vater des Gedankens. Jetzt weiß ich es besser.

Und das ist auch der eigentliche Grund für das eindeutige Überwiegen der Scham über den Stolz: Noch nicht einmal ein Menschenleben, nachdem das letzte Konzentrationslager aufgelöst wurde, hat sich Deutschland ohne mit der Wimper zu zucken dieser unsäglichen Resolution angeschlossen.

Deutschland stellt sich damit schamlos in die Reihen derer, die Mahmut Abbas in seinem Vorhaben stärken, der – wie er sagt – „Besatzung ein Ende bereiten und unseren Palästinenserstaat mit Jerusalem als Hauptstadt errichten.“

Seit gestern hat es uns das System Merkel noch ein ganzes Stück weiter unmöglich gemacht, als Deutscher auf den aktuellen moralischen Zustand dieses Landes stolz zu sein.

Das Diabolische daran: genau das scheint jene Frau, die schon mal Abgeordneten die Deutschlandflagge aus der Hand reißt und in eine Ecke wirft (siehe Video am Ende des Beitrags), zu beabsichtigen.

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Update 23.12.17: Nach dem Erscheinen dieses Beitrags erreichten mich viele eindeutige antisemitische Hassmails. Ein Beispiel von vielen:

antisemitische mail

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