Europäische Muslime haben zwar alle Freiheiten. Doch viele bleiben im statischen Islamverständnis verhaftet. Oder besinnen sich gar mehr und mehr darauf zurück. Terroristen berufen sich auf Allah und träumen von Scharia und Gottesstaat.

Kritiker sind daher überzeugt: Der Islam hat ein Gewaltproblem. Terroristen missbrauchen nicht den Islam, sondern setzen das um, was in seinen Texten steht.

Reformorientierte Theologen warnen dagegen vor einer wörtlichen Lesart des Koran und fordern eine historisch-kritische Interpretation. Die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit wird heftiger.

Kann ein aufgeklärter Euro-Islam entstehen? Oder sind auch bei uns jegliche Reformversuche zum Scheitern verurteilt? Wieso dürfen Männer und Frauen in einer liberalen Moschee nicht gemeinsam beten? Wie kann es sein, dass Fundamentalisten einem derartigen Reformprojekt ketzerischen Tabubruch und Islamverfälschung vorwerfen und es in die Nähe von Terrorismus rücken? Der Idee des aufgeklärten Euro-Islam stehen konservative Strömungen aus Katar, der Türkei oder aus Saudi-Arabien entgegen. Nutzen konservative Muslime die europäische Komfortzone, um die Uhren zurückzudrehen?

Gäste:
Hamed Abdel-Samad, Islam-Kritiker
Seyran Ateş, Anwältin, erhält seit Gründung einer liberalen Moschee Morddrohungen
Mouhanad Khorchide, Islamwissenschaftler
Ercan Karaduman, politischer Aktivist
Gerald Grosz, ehem. BZÖ-Politiker

Moderation: Michael Fleischhacker